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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Krokodil

Krokodile haben zwar scharfe Zähne, aber sie können nicht kauen. OLI erklärt im Grünen Buch, wieso das so ist.
Ein Krokodil schläft. (Bild: www.colourbox.com)

Crocodilia

Krokodile wirken auf uns oft unheimlich und gefährlich: Die faszinierenden Reptilien sind sehr geschickte Jäger. Doch die meisten Arten sind für den Menschen harmlos.
Aussehen
Leistenkrokodil im Wasser (Bild: SWR)Krokodile sind Echsen und eine der ältesten Tiergruppen: Sie existieren seit rund 230 Millionen Jahren. Verändert haben sie sich bis heute nur wenig.
Die Tiere besitzen einen flachen, langen Körper und vier Beine. Der lange Schwanz ist seitlich abgeflacht und treibt das Tier beim Schwimmen an, außerdem dient er als Ruder.
Bei allen Krokodilen sitzen die Augen sehr weit oben am Kopf, die Nasenöffnungen liegen weit vorn auf der Schnauze.
Kopf eines Krokodils (Bild: SWR)In ihrem Maul befinden sich 60 bis 70 scharfe, kegelförmige Zähne, die immer wieder ausfallen und ein Leben lang durch neue ersetzt werden. Die größten Zähne bezeichnet man als Reiß- oder Fangzähne.
Bei den Alligatoren sind bei geschlossenem Maul keine Zähne zu sehen, bei den Echten Krokodilen sieht man den vierten Unterkieferzahn, der in der Kiefergrube liegt.
Bei den Gavialen stehen die vordersten der sehr langen, dünnen Zähne nach vorne, so dass sie auch bei geschlossenem Maul zu sehen sind.
Vorderbein eines Leistenkrokodils mit fünf Zehen, von denen drei Krallen haben (Bild: SWR)Die Haut der Krokodile ist zu einem Schuppenpanzer umgebildet, der aus Hornplatten und darunter liegenden verknöcherten Platten besteht. Deshalb werden Krokodile auch Panzerechsen genannt.
Die Vorderbeine haben fünf Zehen, aber nur drei besitzen Krallen.
Die Hinterbeine haben vier Zehen, zwischen denen Schwimmhäute ausgebildet sind.
Heimat
Weil Krokodile wechselwarme Tiere sind, ihre Körpertemperatur also von der Umgebung abhängt, kommen fast alle Arten rund um den Erdball in den tropischen Regionen vor. Ausnahmen sind der Mississippi-Alligator und der China-Alligator, die in subtropischen und gemäßigten Zonen leben.
Lebensraum
Stumpfkrokodil liegt ruhig im Wasser (Bild: SWR)Krokodile sind an eine amphibische Lebensweise angepasst. Das heißt, sie können sowohl im Wasser als auch auf dem Land leben.
Die meiste Zeit verbringen sie im Wasser, zum Ausruhen und Sonnenbaden kommen sie an Land.
Krokodile sind überwiegend Süßwasser-Bewohner, leben also in Seen und Flüssen. Ab und zu findet man sie auch in Flussmündungen im Brackwasser.
Eine Ausnahme macht nur das australische Leistenkrokodil: Es kann auch im Salzwasser der Meere überleben.
Rassen und Arten
Ein Leistenkrokodil im Wasser (Bild: SWR)Die Ordnung der Krokodile besteht aus drei Familien: den Gavialen, den Echten Krokodilen und den Alligatoren, zu denen auch die Kaimane gehören.
Die drei Gruppen mit über 20 Arten unterscheiden sich vor allem durch Merkmale ihres Kopfes: Die Gaviale besitzen eine sehr lange, dünne Schnauze. Die Echten Krokodile besitzen Kiefergruben, in denen der größte Zahn des Unterkiefers bei geschlossenem Maul Platz findet. Und die Alligatoren fallen durch ihre breitere Schnauze auf.
Außerdem sind die verschiedenen Krokodil-Arten sehr unterschiedlich groß: Sie messen je nach Art zwischen 120 Zentimeter und bis zu neun Meter. Zu den kleineren zählt mit etwa 180 Zentimeter das westafrikanische Stumpfkrokodil, zu den größten das Leistenkrokodil, das sieben bis neun Meter lang werden kann.
Lebenserwartung
Krokodile werden - je nach Art - sehr alt: Sie können 80 bis 100 Jahre leben.
Autorin: Barbara Kiesewetter