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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Krustenechse

Alltag
Krustenechse (Bild: SWR)
Krustenechsen sind etwas Besonderes: Neben einigen Schlangen sind sie die einzigen giftigen Reptilien.

Anders als bei Schlangen sitzen ihre Giftdrüsen aber nicht vorne im Oberkiefer, sondern hinten im Unterkiefer. Das Gift wird in speziellen Drüsen in der Unterlippe gebildet.

Anschließend wird es über je eine Längsfurche zwischen dem Innenrand der Unterlippe und dem Außenrand des Unterkiefers zu den Zähnen im Unterkiefer weiter geleitet.
Krustenechse (Bild: SWR)
Krustenechsen können nicht mit einem einzigen raschen Biss eine große Giftmenge abgeben, sondern verbeißen sich in ihr Opfer und massieren dann mit Kaubewegungen das Gift regelrecht in die Bisswunde hinein.

Sie beißen sich so fest, dass man sie kaum von ihrer Beute lösen kann.

Die Wunde schwillt schnell an und verursacht starke Schmerzen. Die Haut verfärbt sich und es kann zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Für kleine Tiere ist der Biss tödlich, für Menschen nur in manchen Fällen.
Vor allem, wenn Menschen nach dem Biss der Echse einen allergischen Schock erleiden, können sie daran sterben. Gila-Krustenechsen sind jedoch nicht aggressiv, sie beißen nur zu, wenn sie sich bedroht fühlen und sich verteidigen wollen.

Krustenechse im Wasser (Bild: SWR)
Da Gila-Krustenechsen nur eine dünne Haut besitzen, sind sie nicht besonders gut an ihren wüstenartigen, heißen Lebensraum angepasst.
Meistens sind sie deshalb in der Dämmerung oder nachts aktiv, nur an kühleren Tagen kann man auch einmal am Tag beobachten, wie sie züngelnd nach Nahrung suchen. Ansonsten halten sie sich tagsüber in Erdhöhlen auf.
Obwohl sie in Wüstenregionen zu Hause sind, können Gila-Krustenechsen gut schwimmen.
Schwanzspitze einer Krustenechse (Bild: SWR)
Krustenechsen sind wahre Hungerkünstler: Sie speichern in guten Zeiten viel Fett in ihrem Schwanz, der dann immer dicker wird.

Ist die Nahrung knapp, können sie mehrere Monate - nach manchen Berichten sogar Jahre - fasten und von den Fettreserven zehren. Dann wird der Schwanz langsam immer dünner und die Echsen magern bis zum Skelett ab.
Freunde und Feinde
Weil sie giftig sind, haben Gila-Krustenechsen nur wenige natürliche Feinde. Nur Greifvögel oder Kojoten können ihnen gefährlich werden.
Nachwuchs
Paarungszeit ist bei den Gila-Krustenechsen von Juni bis Juli. Die Weibchen legen drei bis 13 längliche, walzenförmige Eier in Erdlöcher ab. Nach etwa 30 Tagen schlüpfen die jungen Echsen, die schon bis zu 20 Zentimeter lang sein können. Sie sind sofort selbstständig.
Sprache
Bevor sie zubeißen, lassen Gila-Krustenechsen zu Warnung ein Fauchen oder Zischen hören. Ansonsten geben sie keine Laute von sich.
Autorin: Barbara Kiesewetter