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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Lama

Nils hat eine ganze Herde Lamas als Haustiere. Die Tiere sind dickköpfig und spucken gerne mal. (Minitz Nachrichten vom 12.6.2012, Bilder: SWR Kindernetz)
Ein weidendes Lama (Bild: picture alliance / dpa)

Lama guanicoe glama

Anmutig und leichtfüßig ziehen die Lamas über die steilen Pässe der Anden. Diese "Kamele der neuen Welt" sind wichtige Tragtiere sowie Woll- und Fleischlieferanten.
Aussehen
Lamas laufen aus einem Stall (Bild: SWR)Auch wenn sie keine Höcker haben: Lamas gehören zur Familie der Kamele und werden - weil sie nur in Südamerika, also der neuen Welt vorkommen - auch "Neuweltkamele" genannt.

Ihr Körper wird eineinhalb bis zwei Meter lang und sie wiegen 130 bis 155 Kilogramm. Die Schulterhöhe liegt zwischen 80 Zentimetern und 1,2 Metern. Meist sind die Weibchen etwas größer als die Männchen.
Das Fell der Tiere kann unterschiedlich gefärbt sein: Es ist weiß, braun, schwarz oder grau.

Ein Lama zeigt seine unteren Zähne (Bild: SWR)Es ist sehr dicht, weich und wollig und besitzt nur wenige dickere Haare, so dass die Tiere bei Regen kaum geschützt sind, sondern nass werden. Der Rücken der Lamas ist gerade, die Augen sind groß und sie haben lange Wimpern. Die Ohren sind lang und spitz, der Schwanz ist rund und dick.
Wie bei allen Kamelen ist die Oberlippe gespalten und sehr beweglich.

Das Sohlenpolster eines Lamas (Bild: SWR)Ähnlich wie Kamele besitzen Lamas unten an den Füßen ein Sohlenpolster.

Es ist kaum zu glauben, aber Lamas können gut schwimmen und sogar kleine Meeresarme durchqueren.

Lamas sind Haustiere, die schon lange bevor die ersten Europäer nach Südamerika kamen - nämlich vor 4000 bis 5000 Jahren - von den Indios aus Guanakos gezüchtet wurden. Lamas sind größer und kräftiger als Guanakos und dienen noch heute als Lasttiere.
Heimat
Lamas leben in Südamerika von Nordargentinien über Chile und Südperu bis Bolivien. Sie bewohnen vor allem die Hänge der Anden von der Ebene bis in 4000 Meter Höhe.
Lebensraum
Ein Lama sitzt in einer Staubwolke, andere kommen neugierig näher (Bild: SWR)Lamas können wie ihre wilden Vorfahren, die Guanakos, in vielen verschiedenen Lebensräumen leben.

Sie kommen im Tiefland an der Küste ebenso vor wie im Hochgebirge in über 4000 Metern Höhe.
Sie kommen im Grasland ebenso zurecht wie in Halbwüsten und Buschsteppen.
Rassen und Arten
Ein Lama und dahinter das kleinere Alpaka (Bild: SWR)Neben dem gezüchteten Lama leben in Südamerika noch das Guanako, die Wildform des Lamas. Es hat eine Schulterhöhe bis zu 115 Zentimeter und wird bis zu 120 Kilogramm schwer.

Das Alpaka, das für seine feine Wolle berühmt ist, ist ebenfalls von den Indios aus dem Guanako gezüchtet worden.

Das vierte südamerikanische Neuweltkamel - das wilde Vikunja - ist sehr viel kleiner und zierlicher als ein Lama.

Es hat eine Schulterhöhe von maximal 95 Zentimetern und wiegt bis zu 55 Kilogramm. Es lebt meist in Höhen von 3700 bis 4600 Metern, kann aber sogar noch in 5700 Meter Höhe in den Anden überleben, da es ein stark vergrößertes Herz und zahlreiche rote Blutkörperchen besitzt, so dass es auch aus der sauerstoffarmen Hochgebirgsluft noch genug Sauerstoff aufnehmen kann.
Lebenserwartung
Lamas werden 15 bis 20 Jahre alt.
Autorin: Barbara Kiesewetter