SWR Kindernetz
ProgrammvorschauPodcast

Tierlexikon für Kinder - Archiv

Lama

Alltag
Lama-Herde auf einer Wiese (Bild: SWR)Wenn sie frei leben und nicht als Lasttiere genutzt werden, leben Lamas wie ihre wilden Verwandten, die Guanakos, in Gruppen:

Ein starkes Männchen führt eine Gruppe aus mehreren weiblichen Tieren - meist ist es ein Dutzend - an. Um diese Weibchen muss er gegen andere männliche Artgenossen kämpfen.
Dabei rempeln sie sich an, versuchen sich in die Vorderbeine zu beißen - und natürlich spucken sie sich gegenseitig Speichel und Mageninhalt ins Gesicht!
Kleine Lama-Gruppe  (Bild: SWR)Zusammen mit dem Männchen und den Weibchen leben die Jungtiere, so dass eine Lama-Herde aus etwa 30 Tieren besteht.

Werden die jungen Männchen geschlechtsreif, werden sie vom Leithengst aus der Herde vertrieben.

Lamas sind perfekt an ein Leben in großer Höhe angepasst. Weil sie Sauerstoff aus der Luft auf eine ganz bestimmt Art und Weise aufnehmen können, können sie auch in großen Höhen leben und Lasten tragen.
Lama  (Bild: SWR)Deshalb wurden sie in Südamerika auch bis heute nicht von den Eseln verdrängt, die von den Europäern mitgebracht wurden.

Doch Lamas sind nicht nur Arbeitstiere: Vor allem die Weibchen werden geschoren und liefern kostbare Wolle.
Außerdem wird das Fleisch der Tiere gegessen.
Rennende Lamas  (Bild: SWR)Schnell sind Lamas allerdings nicht:
Eine Lama-Karawane schafft höchstens zehn bis 20 Kilometer pro Stunde. Dafür kommen Lamas die steilsten Wege hoch, auf denen kein Auto mehr fährt.

Die Lasten, die sie tragen können, sind aber nicht allzu groß: Maximal 50 Kilogramm schafft ein kräftiges männliches Tier, meistens sind es aber nur 35 Kilogramm.
Wird einem Lama seine Bürde zu schwer, tritt es in Streik: Es legt sich hin und steht erst wieder auf, wenn seine Last verringert wird.

Und nicht zuletzt sind Lamas wichtige Brennstofflieferanten: Sie setzen ihren Kot an immer den gleichen Stellen ab, so dass große Haufen entstehen, die mit der Zeit trocknen und von den Indios als Brennmaterial genutzt werden.
Freunde und Feinde
Lediglich Pumas können einem jungen oder schwachen Lama gefährlich werden. Die größten Feinde der wilden Guanakos und Vikunjas waren jedoch die europäischen Eroberer, die diese Tiere unbarmherzig gejagt haben.
Nachwuchs
Lama-Weibchen und ihr Junges  (Bild: SWR)Paarungszeit ist bei den Lamas von November bis Februar.

Nach einer sehr langen Tragzeit von über elf Monaten zwischen Oktober und Januar bringen die Weibchen schließlich die Jungen zur Welt. Meist ist es nur ein Junges, ganz selten sind es Zwillinge.

Schon nach wenigen Minuten richten sich die neugeborenen Lamas auf ihren wackeligen Beinen auf und können der Mutter folgen. Sie werden vier Monate lang gesäugt.

Mit zwei bis drei Jahren sind die Jungtiere erwachsen und werden geschlechtsreif.
Sprache
Lamas sind sehr leise Tiere und geben kaum Laute von sich. Nur wenn sie Artgenossen vor einer Gefahr warnen wollen, geben sie dem Wiehern ähnelnde Geräusche von sich.
Autorin: Barbara Kiesewetter