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Leopard

Alltag
ein Leopard beobachtet etwas (Bild: SWR)Leoparden sind Einzelgänger, jedes Tier hat sein Revier – Männchen größere als Weibchen. Die Streifgebiete der Männchen überlappen sich mit denen der Weibchen. Das Revier wird mit Urin und Kot markiert und gegen Artgenossen mit Drohungen, notfalls auch in einem Kampf, verteidigt.
Zum Ausruhen ziehen sich Leoparden auf Bäume, in Höhlen oder ins dichte Gebüsch zurück. Sie sind gute, ausdauernde Läufer und können bis zu sechs Meter weit und drei Meter hoch springen. Außerdem können sie sehr gut schwimmen und klettern. Aktiv sind sie sowohl in der Nacht als auch am Tag.
Weil sie nur ganz kurze Strecken mit bis zu 60 Kilometern pro Stunde rennen können, schleichen sie sich lieber auf lautlosen Sohlen an ihre Beute heran.
Leopard auf einem Baum (Bild: dpa Picture-Alliance)Damit sie ihre Beute nicht an Löwen oder Hyänen verlieren, schaffen sie sie meist ins Dickicht oder hoch auf einen Baum – ein gewaltiger Kraftakt. Die Beute wird über mehrere Tage verzehrt, und zwischendurch mit Gras oder Zweigen bedeckt, damit sie vor anderen Tieren sicher ist. Manchmal treffen Leoparden auch zufällig auf Jungtiere, die im Gras versteckt liegen und töten sie, oder sie jagen schwächeren Raubtieren, zum Beispiel Geparden, deren Beute ab.
Leoparden halten sich in Afrika relativ häufig in der Nähe des Menschen und sogar in dicht besiedelten Gebieten auf. Sie jagen auch Haus- und Nutztiere, weshalb sie in manchen Gegenden alles andere als beliebt sind.
Freunde und Feinde
Leopard (Bild: SWR)Vor allem junge Leoparden können größeren Raubtieren, etwa Löwen, zum Opfer fallen. Erwachsene Tiere können von Krokodilen getötet werden.
Der größte Feind des Leoparden ist jedoch der Mensch. Er schränkt ihren Lebensraum ein oder zerstört ihn sogar. Und in manchen Ländern werden die Tiere auch heute noch gejagt oder gewildert, wegen ihres Fells oder weil ihre Knochen als Ersatz für Tigerknochen in der traditionellen asiatischen Medizin begehrt sind.

Nur selten aber werden Leoparden uns Menschen gefährlich – meist handelt es sich dann um alte oder kranke Tiere.
Jagd
ein Leopard faucht (Bild: SWR)Im Anpirschen sind sie wahre Meister: Mit ihrem gefleckten Fell perfekt getarnt legen sie, fast bis auf den Boden geduckt, die letzten Meter zurück. So können sie ihre Beute überraschen und überwältigen. Größere Beutetiere töten sie durch einen Biss in die Kehle, kleinere durch einen Biss in den Nacken.
Leoparden kennen jedoch noch eine andere Jagdtechnik: Die hervorragende Kletterer warten manchmal über Stunden versteckt auf einem Baum, bis Beutetiere, etwa Impala-Antilopen, vorbeikommen. Dann springen sie vom Baum auf die Beute drauf oder klettern auf der abgewandten Seite des Baumstamms herab und greifen an. 
Nachwuchs
Die Weibchen sind etwa sechs bis sieben Tage lang paarungsbereit. In dieser Zeit durchstreifen sie ihr Revier und markieren es mit Duftmarken. Treffen sie auf ein Männchen, verbringen beide ein paar Tage miteinander und paaren sich mehrmals. Nach der Paarungszeit gehen Männchen und Weibchen wieder getrennte Wege.
Nach 90 bis 105 Tagen Tragezeit bringt das Weibchen an einem versteckten Ort im Dickicht oder in einer Felshöhle zwei bis drei Junge zur Welt. Sie wiegen bei der Geburt etwa 500 Gramm und sind blind und nackt.
Leopardenmutter mit Jungtier (Bild: dpa Picture-Alliance)Nur die Mutter kümmert sich um die Jungen. Zuerst werden sie von der Mutter gesäugt, nach zwei bis drei Monaten beginnen die Kleinen, auch Fleisch zu fressen. Mit 18 Monaten bis zwei Jahren verlässt der Nachwuchs die Mutter, die männlichen Jungtiere etwas früher als die weiblichen. Sie bleiben aber meist noch eine Weile im Revier der Mutter. Die Männchen ziehen dann weiter weg, die weiblichen Nachkommen bleiben oft ein Leben lang in der Nähe ihrer Mutter. Mit zwei bis drei Jahren werden Leoparden geschlechtsreif.
Sprache
Nachts kann man Leoparden manchmal brüllen hören. Wenn sie ihr Revier verteidigen, geben sie Laute von sich, die an ein krächzendes Husten erinnern.
Autorin: Barbara Kiesewetter