OLIs Wilde Welt
Ein Mandarinfisch (Bild: www.colourbox.com)

Mandarinfisch


Pterosynchiropus splendidus

Mandarinfische sind in jedem Aquarium echte Hingucker: Die scheuen Meeresbewohner sind herrlich bunt gefärbt.
Aussehen
Ein Mandarinfisch schwimmt an einem Stein entlang (Bild: SWR)
Mandarinfische gehören zur Familie der Leierfische. Sie sind reine Meeresfische.
Obwohl sie nur höchstens zehn Zentimeter groß werden, fallen sie sofort auf: Sie sind nämlich mit sehr auffälligen Mustern leuchtend bunt gefärbt. Es gibt Muster in Rot, Blau und Grün.

Nachts, bei Dunkelheit, verlieren die Fische aber ihre Farbe und sind plötzlich nur noch weiß.
Mandarinfisch mit eingeklappten Rückenflossen (Bild: SWR)
Die Männchen sind daran zu erkennen, dass sie größer sind als die Weibchen.

Mandarinfische haben zwei Rückenflossen. Der Strahl der ersten Rückenflosse ist bei den Männchen doppelt so lang wie bei den Weibchen. Das ist gut zu erkennen, wenn das Männchen die Rückenflosse aufstellt.
Mandarinfisch schwimmt über dem Boden (Bild: SWR)
Auffällig sind die vorstehenden Augen der Mandarinfische.
Sie erinnern ein bisschen an die eines Chamäleons. Das Maul der Fische ist sehr spitz und klein.

Die Haut hat keine Schuppen, sondern ist von einer dicken Schleimschicht bedeckt.
Heimat
Mandarinfische leben im Indischen Ozean und im westlichen Teil des Pazifiks.
Lebensraum
Mandarinfisch versteckt sich zwischen den Korallen (Bild: SWR)
Sie bewohnen tropische Meeresriffe. Dort leben sie in Wassertiefen zwischen drei und fünf Metern.
Am liebsten schwimmen sie über den Sandflächen der Korallenriffe oder verstecken sich zwischen den Steinen.

Ganz selten tauchen sie auch in Tiefen bis 18 Meter hinab.
Rassen und Arten
Zur Familie der Leierfische gehören etwa 11 Gattungen mit fast 130 Arten.

Eine davon ist der Clown-Leierfisch. Er ist mit dem Mandarinfisch eng verwandt und bei Aquarienbesitzern sehr beliebt. Der Clown-Leierfisch stammt aus demselben Gebiet und wird maximal fünf Zentimeter lang.
Lebenserwartung
Es ist nicht genau bekannt, wie alt Mandarinfische in der Natur werden können. Im Aquarium werden sie meistens nicht sehr alt. Manchmal leben sie dort sogar nur ein Jahr.
Alltag
Ein Mandarinfisch bewegt sich im Wasser (Bild: SWR)
Mandarinfische fallen nicht nur durch ihre schöne Färbung auf. Auch die Art ihrer Bewegung ist ungewöhnlich: Sie scheinen weniger zu schwimmen, sondern vielmehr im Wasser zu schweben, indem sie ständig ihre Brustflossen bewegen.

Meist bewegen sie sich dabei sehr langsam und berühren mit ihren Bauchflossen den Boden. Entdecken sie etwas zu Fressen, schnappen sie rasch nach der Beute.
Zwei Mandarinfische - einer mit aufgestellten Rückenflossen (Bild: SWR)
Mandarinfische sind keine aggressiven Meeresbewohner. Die Männchen streiten allerdings manchmal.

Wenn Mandarinfische aufgeregt sind, dann stellen sie ihren Rückenstachel und die Flossen auf, wedeln damit, breiten die Schwanzflosse wie einen Fächer auf und vibrieren.
Weil die Fische so friedlich sind, sollten sie im Aquarium nicht mit aggressiveren Arten gehalten werden - die könnten die Mandarinfische vom Futter verjagen.

Kopf eines Mandarinfisches von oben (Bild: SWR)
Mandarinfische sind scheu. Trotzdem können sie im Aquarium ziemlich zutraulich werden. Wenn sie zahm sind, lassen sie sich auch gut tagsüber beobachten.
Mandarinfische sind sehr gesellig. Sie fühlen sich wohler, wenn sie im Aquarium mit einem Partner leben. Die Fische sind dann munterer.

Mehrere Weibchen vertragen sich, Männchen dürfen nicht gemeinsam gehalten werden: Meist bekämpfen sie sich so lange, bis ein Tier stirbt.
Freunde und Feinde
Raubfische wie etwa Muränen können den Mandarinfischen gefährlich werden. Viele Fische verschmähen sie aber als Beute, weil Mandarinfische von einer dicken Schleimschicht bedeckt sind, die vermutlich giftig ist. So halten sie viele Feinde von sich fern.
Nachwuchs
Mandarinfisch mit wedelnden Bauchflossen (Bild: SWR)
Die Paarung ist bei Mandarinfischen ein Schauspiel. Wenn die Zeit zum Laichen kommt, beginnt das Männchen, heftig mit den Brustflossen zu wedeln.

Das Weibchen dagegen bleibt zuerst ganz ruhig. Schließlich steigen beide gemeinsam zur Wasseroberfläche auf. Das Männchen bleibt dabei etwas unter dem Weibchen.
Zunächst schwimmen sie Seite an Seite, dann Bauch an Bauch. Dann schwimmen sie wieder hinab und wieder gemeinsam nach oben. Schließlich geben sie gleichzeitig Eier und Sperma an der Wasseroberfläche ab.

Bisher ist es jedoch kaum gelungen, kleine Mandarinfische im Aquarium groß zu ziehen.
Ernährung
Mandarinfische fressen vor allem Würmer und Krebse. Sie ernähren sich hauptsächlich von kleinen Arten, weil sie ein sehr kleines Maul, ein so genanntes Kussmaul haben. Im Aquarium fressen sie gerne Wasserflöhe, das sind winzige Krebse.
Haltung
Mandarinfisch im Aquarium (Bild: SWR)
Weil Mandarinfische so wunderschön gefärbt sind, werden sie gerne in Aquarien gehalten. Außerdem sind sie recht unkomplizierte Pfleglinge.

Sie ernähren sich aber nur von Würmern und Krebsen, die im Aquarium leben. So genanntes Frostfutter - also gefrorene Würmer und Krebse - rühren sie nicht an.

Deshalb sollte man sie nur in ein Aquarium einsetzen, das mindestens seit acht Monaten eingerichtet ist und von Kleinkrebsen bewohnt wird.