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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Mantelpavian

Alltag
Eine Gruppe Mantelpaviane auf Felsen (Bild: SWR)Mantelpaviane sind tagaktive Tiere und halten sich fast nur auf dem Boden auf. Sie leben in so genannten Haremsgruppen zusammen.
Diese bestehen aus einem Männchen und zehn bis fünfzehn Weibchen - manchmal sind es auch mehr. Oft tun sich solche kleinen Gruppen zusammen und bilden dann Verbände mit bis zu 200 Tieren.
Das Männchen bewacht seine Weibchen und lässt kein anderes Männchen in ihre Nähe. Manchmal kommt es zwischen den Männchen zu Kämpfen, bei denen sich die Tiere aber meist nicht ernsthaft verletzen.
Ein Mantelpavian gähnt mit weit aufgerissenem Maul (Bild: SWR)Mantelpaviane sind sehr soziale Lebewesen. Sie verständigen sich nicht nur durch Laute miteinander. Sehr wichtig sind auch Körpersprache.
Wenn Pavianmännchen gähnen, zeigen sie ihren Konkurrenten ihr gewaltiges Gebiss. Damit warnen sie ihn: Komm mir bloß nicht zu nahe, sonst kriegst du Ärger mit mir!

Auch mit ihren roten Gesäßschwielen zeigen die Männchen, dass sie stark sind und der Herr eines Harems voller Weibchen.
Eine Gruppe Mantelpaviane unterwegs (Bild: SWR)Tagsüber streifen die Tiere auf der Suche nach Futter umher. Dabei legen sie oft große Strecken zurück - manchmal bis zu 20 Kilometer am Tag.
Nachts finden sich Paviangruppen zu sogenannten Schlafhorden zusammen.
Sie ziehen sich dann in Felsen zurück, wo sie sich vor Leoparden sicher fühlen. Solche Schlafrudel können mehrere hundert Tiere umfassen.
Ein Mantelpavian betreibt Fellpflege bei einem anderen (Bild: SWR)Wenn Mantelpaviane ruhen, sieht man sie oft bei der gegenseitigen Fellpflege. Dabei suchen sie nicht nur nach Flöhen. Die Fellpflege dient vor allem dazu, den Zusammenhalt der Gruppe zu fördern.
Am häufigsten werden die männlichen Anführer von den Weibchen gelaust - so zeigen diese ihrem Männchen Respekt.
Paviane sind ziemlich intelligent, Man weiß, dass sie sogar Stöcke als Werkzeug benutzen, um an Futter heranzukommen.
Freunde und Feinde
Raubtiere wie Leoparden und Löwen sind die natürlichen Feinde der Mantelpaviane. Die Männchen der Mantelpaviane sind aber sehr mutig. Oft schließen sich mehrere Männchen zusammen, um sich gegen Raubtiere zu wehren.
Nachwuchs
Ein Mantelpavian zeigt seinen roten Po (Bild: SWR)Mantelpavian-Weibchen bringen etwa alle zwei Jahre ein Junges zur Welt.
Die Paarungszeit erstreckt sich über das ganze Jahr. Dass ein Weibchen bereit zur Paarung ist, erkennen die Männchen daran, dass ihr Po dann leuchtend rot gefärbt. ist.
Nach etwa 172 Tagen Tragzeit bringt das Weibchen ein Junges zur Welt.
Es wiegt bei der Geburt zwischen 600 und 900 Gramm, sein Fell ist schwarz gefärbt.
Kleiner Mantelpavian (Bild: SWR)Die Mutter säugt ihr Junges sechs bis fünfzehn Monate. Danach frisst es normale Nahrung.
Mit eineinhalb bis dreieinhalb Jahren verlassen die jungen Paviane die Gruppe, in der sie geboren wurden.
Sie ziehen dann umher, und die jungen Männchen versuchen, mit jungen Weibchen eine neue Gruppe zu bilden. Erwachsen und geschlechtsreif sind männliche Mantelpaviane aber erst mit fünf bis sieben Jahren, weibliche Tiere mit etwa vier Jahren.
Sprache
Ein Mantelpavian (Bild: SWR)Typisch für Mantelpaviane sind bellende Laute.
Außerdem grunzen sie und lassen ein Schmatzen oder Zähneklappern hören - die letzten beiden Laute sollen vermutlich beruhigend wirken und einem anderen Pavian signalisieren, dass sie ihm freundlich gesinnt sind.
Autorin: Barbara Kiesewetter