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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Marderhund

OLI hat erfahren, dass Marderhunde scheu sind und am Wasser leben. Und: Marderhunde kommen aus Asien - das schreibt OLI gleich in sein Grünes Buch.
Ein Marderhund (Bild: picture alliance / dpa)

Nyctereutes procyonoides

Waschbär oder Marder, Katze oder Hund? Auf den ersten Blick erkennt den Marderhund kaum jemand. Doch der kleine pelzige Geselle gehört eindeutig zu den Hunden.
Aussehen
Marderhund im hohen Gras (Bild: SWR)Marderhunde gleichen einem kleinen Waschbären. Sie sind aber nicht mit diesen verwandt, sondern gehören zur Familie der Hunde. Wie diese sind sie sogenannte Zehengängern und besitzen 42 Zähne. Vom Kopf bis zu Po messen Marderhunde 50 bis 68 Zentimeter. Der Schwanz ist 13 bis 25 Zentimeter lang.
Die Beine sind ziemlich kurz, deshalb beträgt die Schulterhöhe der Marderhunde nur 20 bis 30 Zentimeter. Sie werden vier bis zehn Kilogramm schwer.
Marderhund (Bild: SWR)Marderhunde haben eine Gesichtszeichnung, die sehr stark der des Waschbären gleicht.
Auf der Stirn und über den Augen sind sie weiß gefärbt. Außerdem läuft von der Stirn ein breiter weißer Streifen zur Nase und rund um die Schnauzenspitze.
Das Fell auf dem Rücken ist schwarzbraun, an Flanken und Bauch ist es beige bis grau.
Am besten kann man Marderhund und Waschbär am Schwanz unterscheiden: Der des Waschbären ist schwarz-weiß geringelt, der des Marderhundes nicht.
Heimat
Marderhunde kommen aus Asien. Sie stammen aus Japan und China sowie aus dem östlichen Teil Sibiriens und aus Nordvietnam. Weil der Pelz der Tiere sehr begehrt ist, wurden sie im 19. Jahrhundert im Westen Russlands eingeführt, um sie für die Pelztierzucht zu verwenden. Die Marderhunde wurden dort auch ausgesetzt. Sie wanderten immer weiter nach Westen.

In Deutschland tauchten die ersten Tiere im Jahr 1960 auf. Heute sind sie im Osten Deutschlands und in Niedersachsen recht häufig. In der Mitte und im Süden Deutschland sind sie noch selten.
Marderhunde gehören bei uns zu den sogenannten Neozoen: Das sind Tiere, die aus einer anderen Region in ein neues Gebiet einwandern und dieses erfolgreich besiedeln. Auch der Waschbär gehört zu den Neozoen. Er wurde allerdings aus Nordamerika bei uns eingeführt.
Lebensraum
Ein Marderhund läuft durch einen Bach (Bild: SWR)Marderhunde halten sich am liebsten in Wäldern mit dichtem Unterholz auf. Sie mögen es, wenn es in ihrem Lebensraum Seen und Schilfgürtel gibt.
Zur Nahrungssuche ziehen sie durch Felder und Gärten. Zum Schlafen bewohnen sie oft verlassene Dachs- oder Fuchsbauten.
In Japan sind Marderhunde sogar in großen Städten wie Tokio zu finden.
Rassen und Arten
Verwandte des Marderhunds sind andere Wildhunde, wie etwa der Rothund oder der Graufuchs.
Lebenserwartung
Marderhunde werden etwas sechs bis acht Jahre alt.
Autorin: Barbara Kiesewetter