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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Marderhund

Alltag
Marderhund im Wald (Bild: SWR)Marderhunde sind sehr scheu. Tagsüber halten sie sich in ihren unterirdischen Höhlen versteckt und schlafen. Erst in der Nacht werden sie aktiv und streifen auf der Suche nach Nahrung durch ihr Revier.

Sie halten sich dabei immer auf dem Boden auf. Auf Bäume klettern können sie nicht. Sie sind aber gute Schwimmer.
Marderhunde sind auch keine richtigen Jäger, sondern sammeln in erster Linie kleine Tiere, Früchte, Nüsse und Aas auf.
Ein Marderhund guckt unter einem Tisch hervor (Bild: SWR)Marderhunde sind die einzigen Hunde, die eine Winterruhe halten. Dann ziehen sie sich in ihren Bau zurück und zehren von der Fettschicht, die sie sich im Sommer angefressen haben. Nur ab und zu wachen sie auf und verlassen kurz ihre Höhle. Ist der Winter mild, verzichten die Marderhunde auf die Winterruhe.
Weil sie so versteckt und heimlich leben, bekommt man Marderhunde kaum zu Gesicht. Am ehesten kann man ihre Spuren im Schlamm oder im Schnee entdecken. Ein weiterer Hinweis auf die Tiere sind ihre Kotplätze. Diese dienen zur Markierung ihres Reviers.
Marderhund beim Fressen (Bild: SWR)Manche Naturschützer fürchten, dass sich die Marderhunde bei uns zu stark ausbreiten und andere Tierarten gefährden könnten, weil hier ihre natürlichen Feinde fehlen. Bis jetzt ist das jedoch nicht nachgewiesen.
In Japan heißen die Tiere Tanuki, in England werden sie - wegen ihrer Ähnlichkeit mit dem Waschbären - Raccoon Dog genannt. Raccoon ist der englische Name für den Waschbären.
Freunde und Feinde
In ihrer Heimat haben Marderhunde viele natürliche Feinde: Das sind Luchs, Wolf und Braunbär. Junge Tiere fallen auch Uhus zum Opfer. Bei uns sind für die nachtaktiven Tiere Autos die größte Gefahr.
Nachwuchs
Wenn Marderhunde einen Partner gefunden haben, bleiben sie ein Leben lang mit ihm zusammen. Die Paarung findet im Januar und Februar statt. Neun Wochen später bringt das Weibchen fünf bis acht Junge zur Welt. Diese sind bei der Geburt noch blind und sehr hilflos.
Männchen und Weibchen kümmern sich gemeinsam um die Jungen. Der Vater bewacht die Höhle. Am Anfang werden die Kleinen nur gesäugt. Sobald sie aber feste Nahrung fressen können, sorgt der Vater für Futter. Im Alter von zwei Wochen wagen sich die Welpen zum ersten Mal aus dem schützenden Bau.

Mit sechs Monaten sind junge Marderhunde ausgewachsen. Mit zehn Monaten sind die Tiere fortpflanzungsfähig. Im nächsten Frühjahr gehen Junge und Eltern dann getrennte Wege.
Sprache
Marderhund (Bild: SWR)Die Laute der Marderhunde erinnern kaum an ein Bellen. Vielmehr winseln und miauen sie, die Welpen fiepen.
Bei Gefahr knurren die Tiere.
Sucht ein Männchen nach einem Weibchen, lässt es nachts ein langes Heulen hören.
Autorin: Barbara Kiesewetter