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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Meeresschildkröte

Alltag
Zwei Grüne Meeresschildkröten an der Wasseroberfläche (Bild: SWR)Meeresschildkröten sind sehr gute Schwimmer. Die Vorderbeine dienen als Paddel, die sie vorantreiben, die Hinterbeine als Steuer.
Salzdrüsen am Kopf sorgen dafür, dass die Tiere das mit dem Meerwasser aufgenommene Salz wieder ausscheiden können. So regulieren sie den Salzgehalt ihres Blutes.
Eine Grüne Meeresschildkröte schwimmt an die Wasseroberfläche (Bild: SWR)Meeresschildkröten haben keine Kiemen, sondern Lungen. Sie müssen also zum Atmen immer wieder an die Meeresoberfläche auftauchen.
Doch sie haben sich so stark an das Leben im Meer angepasst, dass sie bis zu fünf Stunden tauchen können, ohne Luft zu holen. Möglich ist dies dadurch, dass sich ihr Stoffwechsel beim Tauchen so stark verlangsamt und ihr Herz nur ganz selten schlägt, sodass sie weniger Sauerstoff verbrauchen.
Eine Meeresschildkröte schwimmt über dem Meeresboden (Bild: SWR)Meeresschildkröten sind Vagabunden. Sie halten sich nicht in einem bestimmten Meeresgebiet auf, sondern legen bis zu 100 Kilometer pro Tag zurück. Dabei folgen sie den Meeresströmungen.

Sie orientieren sich aber auch am Magnetfeld der Erde und vielleicht auch am Sonnenlicht. Wie das genau funktioniert, weiß man noch nicht.
Eine weibliche Meeresschildkröte am Strand (Bild: SWR)Die Weibchen schwimmen zur Eiablage immer zu dem Strand, an dem sie selbst geschlüpft sind, selbst wenn sie Tausende von Kilometern zurücklegen müssen.
Die Weibchen eines Strands finden sich innerhalb von ein paar Nächten an diesem ein, sodass alle Eier innerhalb weniger Tage gelegt werden und die Jungen später gleichzeitig schlüpfen.
Freunde und Feinde
Ein Krebs hat eine junge Meeresschildkröte gefangen (Bild: SWR)Vor allem die frisch geschlüpften Schildkrötenbabys haben viele Feinde. Oft werden schon die Eier von Nesträubern geplündert. Viele Junge fallen auf ihrem Weg vom Strand zum Meer hungrigen Vögeln wie Möwen und Raben zum Opfer.
Aber auch im Meer warten hungrige Feinde wie Krabben und Raubfische. Im Durchschnitt erreicht nur eine Schildkröte von 1000 das fortpflanzungsfähige Alter von 20 bis 30 Jahren.
Erwachsene Meeresschildkröten werden höchstens von Haien oder Schwärmen von Raubfischen bedroht - und vom Menschen, der sie wegen ihres Fleisches und ihrer Panzer jagt.
Nachwuchs
Eier einer Meeresschildkröte in einem Loch am Strand (Bild: SWR)Meeresschildkröten paaren sich im Meer. Dann schwimmen die Weibchen zu dem Strand, an dem sie geschlüpft sind. Im Schutz der Nacht kriechen sie auf den Strand, graben eine 30 bis 50 Zentimeter tiefe Mulde in den Sand, legen rund 100 Eier hinein und schaufeln die Mulde wieder zu. Größe und Aussehen der Eier erinnern an einen Tischtennisball.

Fisch geschlüpfte Meeresschildkröten krabbeln aus ihrem Loch  (Bild: SWR)Im Durchschnitt legt ein Weibchen vier Gelege ab. Anschließend krabbelt es zurück ins Meer.
Die Eier müssen immer an Land gelegt werden, da die sich in den Eiern entwickelnden Babys keine Kiemen, sondern Lungen haben und Luft atmen müssen. Würden die Eier im Wasser schwimmen, würden die Kleinen ertrinken.
Für das Ausbrüten der Eier sorgt die Sonne. Je nach der Temperatur entwickeln sich in den Eiern Männchen oder Weibchen: Liegt die Temperatur über 29,9 Grad Celsius, entstehen Weibchen. Ist sie niedriger, entwickeln sich in den Eiern Männchen.
Eine junge Meeresschildkröte kriecht über den Strand zum Wasser (Bild: SWR)Sind die 20 Gramm leichten Jungen nach 45 bis 70 Tagen geschlüpft, krabbeln sie so schnell wie möglich über den Strand ins Meer.
Den Weg weist ihnen der Mond: Sein Licht reflektiert auf der Meeresoberfläche, die dann hell leuchtet.
Die Schildkröten-Babys wandern instinktiv auf diese helle Fläche zu.

Autorin: Barbara Kiesewetter