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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Mönchsgeier

Alltag
Mönchsgeier (Bild: SWR)
Mönchsgeier sind eher Einzelgänger und ziemlich scheu und unverträglich. Man trifft sie höchstens an Futterplätzen in kleinen Gruppen von drei bis fünf Tieren. Dort verteidigen sie mit Schnabelhieben und Schlägen ihrer Flügel ihre Beute gegen andere hungrige Greifvögel wie Bartgeier, Gänsegeier oder Steinadler.
Wenn sie zu mehreren sind, schaffen sie es sogar, Wölfe von ihrer Beute zu vertreiben.
Mönchsgeier (Bild: SWR)
Mit ihrem großen, kräftigen Schnabel können sie auch das feste Muskelfleisch ihrer Beutetiere zerreißen und das Fleisch von den Knochen abnagen.
Um Nahrung zu finden, kreisen Mönchsgeier in großer Höhe und suchen den Boden ab.
Haben sie ein totes Tier entdeckt, stürzen sie mit angelegten Flügen in die Tiefe. Dabei ist ein Rauschen zu hören.
Freunde und Feinde
Mönchsgeier sind so kräftig, dass sie keine natürlichen Feinde haben. Bedroht werden sie vor allem dadurch, dass ihr Lebensraum zerstört wird und dass sie beim Brüten und bei der Aufzucht der Jungen am Nest gestört werden.
Nachwuchs
Mönchsgeier brüten von Februar bis April. Ihr Nest bauen sie hoch oben in Bäumen und nutzen es von Jahr zu Jahr immer wieder. Und weil das Nest jedes Jahr ausgebessert wird, wird es mit der Zeit immer höher: Es kann schließlich eine Höhe von einem Meter und einen Durchmesser von zwei Metern erreichen.

Mönchsgeierpaare leben in lebenslanger Einehe und brüten immer nur ein Ei aus. Es ist meistens weiß, manchmal aber rötlich gefleckt. Die Brutzeit dauert 50 Tage, und Männchen und Weibchen wechseln sich beim Brüten ab. Die geschlüpften Jungen werden von beiden Eltern mit Fleischstücken gefüttert, die sie aus ihrem Kropf würgen. Auch das Wasser bringen die Eltern im Schnabel zum Nest.

Junge Mönchsgeier brauchen ziemlich lange, bis sie selbstständig werden: Sie bleiben nach dem Schlüpfen noch etwa vier Monate im Nest. Anschließend lernen sie selbst zu jagen. Geschlechtsreif werden sie erst mit fünf bis sechs Jahren. Mönchsgeier haben auch deswegen so wenig Nachwuchs, weil sie nicht in jedem Jahr brüten.
Sprache
Mönchsgeier lassen nur wenige Laute hören. Nur an den Futterplätzen keckern oder fauchen sie manchmal oder geben ein Zischen oder Röhren von sich.
Autorin: Barbara Kiesewetter
 
 
 
 
 
 
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