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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Nashorn

Es gibt fünf verschiedene Nashorn-Arten. Was OLI über die erfahren hat, schreibt er gleich ins Tierlexikon.
Spitzmaulnashorn (Bild: picture alliance / imageBROKER)

Diceros bicornis / Ceratotherium simum

Weil die Oberlippe eines Spitzmaulnashorns spitz wie ein Finger geformt ist und sogar greifen kann, haben die grauen Riesen ihren Namen.

Das Breitmaulnashorn hat, wie sein Name schon sagt, eine breite, gerade Oberlippe, mit der es wie eine Kuh die Gräser der Savanne abweidet.
Aussehen
Ein Spitzmaul-Nashorn (Bild: SWR)Nashörner sind wahre Kolosse und nach den Elefanten die zweitgrößten Landsäugetiere.
Ein Spitzmaulnashorn misst von der Nase bis zum Po bis zu 3,50 Meter und bringt bis zu 1500 Kilogramm auf die Waage. Vom Boden bis zur Schulter ist es 1,60 Meter hoch.
Noch gewaltiger ist das Breitmaulnashorn. Es ist die größte Nashornart und wird bis zu 3,80 Meter lang. Vom Boden bis zur Schulter misst es 1,50 bis 1,80 Meter. Die Männchen werden 1,8 bis 3 Tonnen schwer, manche sogar bis zu 3,5 Tonnen. Die Weibchen wiegen 1,8 bis 2 Tonnen.
Die zwei Hörner auf der Nase eines Nashorns (Bild: SWR)Typisch für beide Nashornarten sind ihre massige Gestalt mit dem Nackenbuckel, dem leicht durchhängenden Rücken, den kurzen Beinen und der grauen Farbe. Der Schwanz ist 70 Zentimeter lang und trägt am Ende eine Quaste aus schwarzen Haaren.
Ihr Markenzeichen sind die beiden spitzen Hörner auf der Nase: Das vordere ist etwas länger als das hintere. Beim Spitzmaulnashorn wird es meist bis zu 50 Zentimeter lang, beim Breitmaulnashorn bis zu 100 Zentimeter.
Die Hörner bestehen aus einer klebrigen, extrem festen Hornmasse, dem Keratin. Wird das Horn verletzt oder bricht es ab, wächst es wieder nach.
Nashörner sind richtige „Dickhäuter“. Ihre Haut ist im Durchschnitt zwei Zentimeter dick, im Nacken sogar bis zu viereinhalb Zentimeter. Sie schützt die Tiere vor Verletzungen durch Dornen und bei Angriffen von Artgenossen.
das Ohr eines Breitmaulnashorns (Bild: picture alliance / imageBROKER)Nur an den Ohren, an den Augenlidern und am Schwanz wachsen borstige schwarze Haare. Ansonsten sind sie haarlos.

Der Kopf ist ziemlich gedrungen. Die Ohren sind, besonders beim Breitmaulnashorn, relativ groß und tütenförmig. Die Augen sind im Verhältnis zur Größe der Tiere winzig.
Wie alle Nashornarten besitzen die Tiere keine Vorderzähne, sondern nur Backenzähne zum Zermahlen ihrer Pflanzennahrung.
Heimat
Ein Breitmaul-Nashorn (Bild: SWR)Spitz- und Breitmaulnashörner kommen ausschließlich in Afrika südlich der Sahara vor. Früher waren sie in allen Savannen Afrikas verbreitet. Heute leben sie nur noch in wenigen Gebieten.
In manchen Ländern, in denen die Tiere bereits ausgerottet waren, wurden sie erfolgreich wieder angesiedelt.
Beide Arten sind in Namibia, Südafrika, Botswana, Simbabwe, Sambia und Mosambik zu finden. Das Spitzmaulnashorn ist außerdem in Angola, in Ruanda, und bis hinauf nach Tansania und Kenia zu Hause. Das Breitmaulnashorn ist heute im östlichen Afrika so gut wie ausgerottet.

Lebensraum
Die beiden Nashornarten leben überwiegend in Gras- und Buschsavannen oder an den Waldrändern und in lichten Wäldern vom Flachland bis in 3500 Metern Höhe.
Zum Überleben brauchen sie unbedingt Wasserstellen zum Trinken sowie Schlammbäder.
Rassen und Arten
Weltweit gibt es heute noch fünf Nashornarten. Das Spitzmaul- und das Breitmaulnashorn leben in Afrika.
In Asien leben drei Nashornarten, die alle sehr stark bedroht und fast ausgerottet sind: Das Panzer-Nashorn, das Java-Nashorn und das Sumatra-Nashorn.
Das Panzer-Nashorn lebt in Nepal, Assam und Bhutan. Das Java-Nashorn kommt auf den indonesischen Inseln Sumatra und Borneo sowie in Malaysia und Birma vor.
ein Sumatra-Nashorn  (Bild: picture alliance / WILDLIFE)Im November 2019 ist das letzte in Malaysia vorkommende Sumatra-Nashorn gestorben. Die übrigen nur noch etwa 80 Sumatra-Nashörner leben weit verstreut in Indonesien.

Auch in Europa gab es in prähistorischer Zeit Nashörner: Dazu zählte das Woll-Nashorn, das in der Eiszeit bei uns verbreitet war, aber längst ausgestorben ist.
Lebenserwartung
Breitmaulnashörner werden 40 bis 50 Jahre alt. Spitzmaulnashörner haben eine Lebenserwartung von bis zu 45 Jahren.
Autorin: Barbara Kiesewetter