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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Netzmuräne

Alltag
Eine Netzmuräne vor Korallen (Bild: SWR)Netzmuränen gleiten mit Bewegungen durch das Wasser, die an die einer Schlange erinnern. Möglich ist dies, weil sich ihre Wirbelsäule aus über 100 Wirbeln zusammensetzt und deshalb extrem beweglich ist.
Muränen sind außerdem richtige Kraftpakete: Ihr schlangenförmiger, dicker Körper besteht vor allem aus Muskeln, deshalb sind sie sehr schnelle, kraftvolle Schwimmer.
Eine Netzmuräne streckt den Kopf aus ihrer Höhle heraus (Bild: SWR)Netzmuränen leben als Einzelgänger und sind vor allem in der Dämmerung und in der Nacht aktiv.
Tagsüber ruhen sie versteckt in Felsspalten und Höhlen, und manchmal lugt ihr Kopf aus ihren Verstecken.
So können vor allem für Taucher zur Gefahr werden, wenn diese sich an Felsen festhalten oder mit der Hand in Höhlen greifen.
Netzmuräne mit weit aufgerissenem Maul (Bild: SWR)Wenn Muränen ihr Maul aufreißen, können sie uns einen ordentlichen Schrecken einjagen: Dann sieht man die in mehreren Reihen angeordneten spitzen, hakenförmigen Zähne.
Gefährlich sind Netzmuränen aber vor allem deshalb, weil sie in der Mundschleimhaut Drüsen besitzen, die ein giftiges Sekret abgeben. Außerdem ist ihr Blut sehr giftig.

Es gibt fünf Muränen-Arten, deren Biss für den Menschen tödlich sein kann.
Freunde und Feinde
Weil Muränen so wehrhaft sind, haben sie nur wenige Feinde. Neben Zackenbarschen und anderen Muränen zählt dazu der Mensch: Weil Muränen in manchen Ländern als Delikatesse gelten, werden sie gejagt. Allerdings sind Muränen eine gefährliche Mahlzeit: Erst durch das Erhitzen über 75° wird ihr giftiges Blut unschädlich.
Niemals sollte man ausgewachsene Tiere essen: Ihr Fleisch kann giftig sein, weil sich über die Nahrungskette Gift in ihrem Körper anreichert, das ursprünglich von Gift produzierende Mikroorganismen stammt.
Eine Netzmuräne mit offenem Maul (Bild: SWR)Fühlen sich Netzmuränen bedroht, halten sie das Maul mehrere Sekunden lang geöffnet: Diese Drohgebärde ist ein Signal, dass man sich zurückziehen sollte.
Stört und bedrängt man die Tiere weiterhin, können sie angreifen und zubeißen.
Ihre Bisse führen zu stark blutenden Wunden, die sich gefährlich entzünden können.
Nachwuchs
Netzmuränen gehören zu den so genannten Freilaichern: Die Weibchen geben ihren Laich, also die Eier, ins Wasser ab. Der Laich treibt dann an der Wasseroberfläche. Die Entwicklung der Larven dauert bis zu drei Jahre. Die Larven ernähren sich von tierischen Plankton, das sind winzigste Lebewesen, die im Wasser treiben.
Bevor sich Muränen fortpflanzen, führen sie eine Art Balz auf: Männchen und Weibchen richten ihren Körper gegeneinander in die Höhe und reißen ihr Maul weit auf.
Autorin: Barbara Kiesewetter