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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Nilwaran

Alltag
Der Nilwaran wird auch Wasserleguan genannt (Bild: SWR)
Ihren Namen haben die Nilwarane vom Nil, dem riesigen afrikanischen Strom im Nordosten Afrikas bekommen. Die Tiere sind tagaktiv - aber erst, wenn sie sich in der Sonne aufgewärmt haben, werden sie richtig munter.
Nilwarane halten sich vor allem in der Nähe von Wasserstellen auf. Deshalb werden sie manchmal auch Wasserleguan genannt.

An den Ufern der Gewässer legen sie mehrere Meter lange Wohnhöhlen an.
Nilwaran beim Schwimmen (Bild: SWR)
Nilwarane leben auf dem Boden, sie können schnell laufen. Manchmal klettern sie auch auf Bäume und obendrein sind sie gute und elegante Schwimmer und können bis zu einer Stunde lang unter Wasser bleiben, ohne Luft zu holen.

Bei Gefahr flüchten sie in Seen und Flüsse.
Nilwarane sind Einzelgänger, aber an guten Plätzen mit reichlich Nahrung leben manchmal mehrere verschiedene Waran-Arten gemeinsam.

Nilwarane haben ein eindrucksvolles Imponierverhalten: Bei Gefahr blasen sie den Körper auf, sodass sie größer wirken. Außerdem fauchen sie mit offenem Maul - das alles sieht bei einem so großen Tier recht bedrohlich aus.
Ihre beste Waffe ist jedoch ihr Schwanz: Mit ihm können sie wie mit einer Peitsche kräftig zuschlagen.
Und auch ihre Bisse können sehr schmerzhaft sein, viel schmerzhafter als die anderer Warane.
Überhaupt ist bei einer Begegnung mit Nilwaranen Respekt angesagt: Sie gelten als die aktivsten und aggressivsten Vertreter ihrer Familie.
Freunde und Feinde
Vor allem Menschen sind für Warane bedrohlich. Die Haut des Nilwarans wird zum Beispiel zu Leder verarbeitet; deshalb werden viele dieser Tiere gejagt.

Als natürliche Feinde haben Warane nur große Raubtiere, Greifvögel oder Krokodile zu fürchten.
Nachwuchs
Kralle eines Nilwarans (Bild: SWR)
Wie alle Kriechtiere legen Warane Eier. Nilwaran-Weibchen legen zehn bis 60 Eier in Termitenhügel ab.
Dies geschieht meist in der Regenzeit, da dann die Wände der Bauten weicher sind und die Weibchen sie leichter mit ihren scharfen Krallen aufbrechen können.

Das Loch, in das sie ihre Eier ablegen, wird anschließend von den Termiten wieder verschlossen.

So liegen die Eier warm und geschützt im Termitenbau, denn sie entwickeln sich nur, wenn es 27 bis 31° C warm ist.

Nach vier bis zehn Monaten schlüpfen die Jungen und graben sich aus dem Termitenbau heraus. Ihr Muster und ihre Färbung sorgen dafür, dass sie kaum auffallen. Sie leben zunächst gut verborgen in Bäumen und im Gebüsch.
Wenn sie etwa 50 Zentimeter lang sind, gehen sie zu einem Leben auf dem Boden über und suchen dort nach Futter.
Sprache
Nilwarane können fauchen und zischen.
Autorin: Barbara Kiesewetter