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Tierlexikon für Kinder- Archiv

Pangolin

Steppenschuppentier (Pangolin) (Bild: dpa Picture-Alliance)

Smutsia temminckii

Das Pangolin – auch Steppenschuppentier genannt – erinnert mit seiner Gestalt und seinem Schuppenpanzer ein wenig an einen riesigen Tannenzapfen auf kurzen Beinen. Bei Gefahr rollt es sich zu einer Kugel zusammen.
Aussehen
Auf den ersten Blick könnte man ein Pangolin für ein Reptil halten: Sein von Schuppen bedeckter Körper und die lange, dünne Zunge sind für ein Säugetier wirklich ungewöhnlich.
Das Pangolin hat einen kräftigen, stromlinienförmigen Körper. Von der Schnauze bis zum Po messen die Tiere – je nach Alter – 30 bis 67 Zentimeter, dazu kommt der 37 bis 59 Zentimeter lange Schwanz. Je nach Größe wiegen sie zwischen drei und 17 Kilogramm. Männliche Pangoline bringen fast doppelt so viel Gewicht auf die Waage wie die Weibchen.
Schuppen eines Pangolins (Bild: dpa Picture-Alliance)
Das auffälligste Merkmal ist der Schuppenpanzer. Er reicht vom Kopf über den Rücken und die Seiten bis zu den Außenseiten der Beine und bedeckt sogar den ganzen Schwanz. Die einzelnen dunkelbraun bis gelbgrau gefärbten Schuppen sind breiter als lang und werden zum Körperende hin immer größer. Die Schuppen sind aus Keratin. Das ist die hornartige Substanz, aus der auch unsere Haare und Fingernägel bestehen. Der vollständig von Schuppen bedeckte Schwanz unterscheidet das bodenbewohnende Pangolin von den Schuppentier-Arten, die auch auf Bäumen leben: Deren Schwanzspitze ist frei von Schuppen. Nur am Bauch hat das Pangolin keine Schuppen, hier ist die braune Haut von kurzen, braunen Haaren bedeckt.

Der siebeneinhalb bis neun Zentimeter lange Kopf der Tiere ist dreieckig und geht ohne Hals direkt in den Körper über. Die Nase ist dunkler oder genauso gefärbt wie der Körper.
Ein Pangolin sucht nach Ameisen (Bild: SWR)Die Augen sind klein, äußere Ohren fehlen, doch die großen, oft von Haaren bedeckten Ohrenöffnungen sind zu sehen. Pangoline besitzen keine Zähne, sondern nur eine sehr lange, dünne Zunge. Sie haben einen hervorragenden Geruchssinn.
Die vier Beine sind kurz, die Vorderbeine erreichen sogar nur 60 Prozent der Länge der Hinterbeine. Alle Beine haben fünf Zehen mit kräftigen Krallen. Am auffälligsten sind die gebogenen scharfen Krallen an den mittleren Zehen der Vorderbeine: Sie werden fünf bis sechs Zentimeter lang.
Heimat
Das Pangolin ist im östlichen und südlichen Afrika zu Hause und hat das größte Verbreitungsgebiet aller afrikanischen Schuppentiere. Seine Heimat erstreckt sich über viele Landesteile: Angola, Namibia, Südafrika, Tschad, die Zentralafrikanische Republik, Sudan, Äthiopien und Ostafrika.
Lebensraum
Das Pangolin lebt in Savannen, im buschbestandenen Grasland und auch in offenen Wäldern. Es fühlt sich in überfluteten Gebieten und in felsigem Gelände bis in 1700 Meter Höhe wohl. Und sogar auf landwirtschaftlichen Flächen kommt es vor.
Rassen und Arten
Das Pangolin gehört zur Familie der Schuppentiere. Diese bilden im Tierreich eine eigene Ordnung und haben keine näheren Verwandten. Schuppentiere kommen nur in Afrika und Asien vor. Mit den Gürteltieren Amerikas, mit denen sie manchmal verwechselt werden, sind sie nicht verwandt.
In der Familie der Schuppentiere gibt es drei Gattungen: Manis (asiatische Schuppentiere), Phataginus (baumbewohnende Schuppentiere in Afrika) und die Gattung Smutsia, zu dem das Pangolin (Smutsia temminckii) gehört. Sein allernächster Verwandter ist das Riesen-Schuppentier (Smutsia gigantea). Dieses lebt in West- und Zentralafrika.
Lebenserwartung
Bislang ist nicht bekannt, wie alt Pangoline in freier Wildbahn werden können.
Autorin: Barbara Kiesewetter