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Tierlexikon für Kinder- Archiv

Pangolin

Alltag
ein Pangolin läuft auf den Hinterbeinen (Bild: SWR)Pangoline sind Einzelgänger und halten sich hauptsächlich auf dem Boden auf, sind aber auch gute Schwimmer. Sie laufen meist nur auf den Hinterbeinen. Dabei schwingt der Kopf hin und her, der Schwanz dient als Gegengewicht zum Vorderkörper und zum Kopf. Die Vorderbeine nutzen die Tiere meist nur, indem sie sich leicht abstützen. Man vermutet, dass sie so ihre scharfen Krallen, die sie zum Graben benötigen, schonen. Pangoline können aber nicht so gut graben wie die übrigen Schuppentiere. Zum Schlafen und Ruhen graben sie sich deshalb nicht selbst einen Höhle in die Erde, sondern nutzen die Baue anderer Tiere, zum Beispiel die von Erdferkeln und Springhasen.
Pangoline werden erst gegen Abend munter und sind dann bis Mitternacht auf Nahrungssuche. Nur Jungtiere kann man schon am Nachmittag beobachten. Vermutlich sind sie schon so früh unterwegs, um nachtaktiven Raubtieren zu entgehen. Da ihr Schuppenpanzer noch nicht so hart ist wie der der älteren Tiere, sind sie ihren Feinden gegenüber viel schutzloser. 
Erwachsene Tiere halten sich meist über Jahre in einem festen Gebiet auf. Man nennt diese Gebiete Aktionsräume und nicht wie bei anderen Tieren Territorien, da Pangoline ihr Gebiet nicht aktiv verteidigen. Sie markieren ihr Gebiet jedoch, indem sie den Boden mit den Krallen leicht aufgraben und mit Urin markieren. Anschließend wälzen sie sich in dem aufgelockerten Boden. So setzen sie weitere Duftmarken, wenn sie durch das Unterholz wandern. 
Freunde und Feinde
Pangolin in Verteidigungshaltung (Bild: picture-alliance / OKAPIA KG)
Zu den Feinden des Pangolins gehören Raubtiere wie Löwen, Leoparden und Hyänen. Manchmal fallen sie auch einem Honigdachs oder einem Krokodil zum Opfer. Droht Gefahr, rollen sich die Tiere zu einer Kugel zusammen, indem sie den Kopf durch die Hinterbeine stecken. Der Kopf wird mithilfe des Schwanzes geschützt. Weil ihre Schuppen sehr hart und scharf sind, ist es für Raubtiere dann schwierig, an die Beute heranzukommen.
Eine weitaus größere Gefahr sind jedoch Menschen. In ihrer Heimat werden Pangoline stark gejagt: Zum einen ist das Fleisch als Delikatesse begehrt, zum anderen nutzen traditionelle Medizinmänner die Schuppen und andere Körperteile immer noch zur Heilung von Krankheiten. In Ost- und Südostasien werden die Schuppen in der Traditionellen Chinesischen Medizin verwendet.
Nachwuchs
Pangolinbaby reitet auf dem Schwanz seiner Mutter (Bild: picture alliance/AP Photo) Bei der circa 30 Minuten dauernden Paarung verschlingen Männchen und Weibchen ihre langen Schwänze ineinander. Nach ungefähr 140 Tagen Tragzeit kommt ein Junges – nur ganz selten Zwillinge – zur Welt. Das Baby ist bei der Geburt 15 bis 18 Zentimeter lang, wiegt zwischen 340 und 425 Gramm und wird von der Mutter gesäugt. Die Augen sind offen, die Schuppen sind weich und werden erst nach ein paar Tagen härter. Die ersten Lebenswochen verbringt das Kleine im Bau. Wechselt die Mutter den Bau, reitet das Junge auf der Schwanzwurzel der Mutter. Bei Gefahr rollt sich die Mutter um ihr Junges.
Nach vier bis fünf Wochen fängt das Kleine an feste Nahrung zu fressen, wird aber auch noch gesäugt. Es verlässt den Bau allein und frisst in der nächsten Umgebung. Nach und nach werden seine Ausflüge immer größer. Mit vier Monaten hört die Mutter auf, das Junge zu säugen. Im Alter von einem Jahr wiegt ein Pangolin etwa 3,5 Kilogramm und wird von der Mutter nicht mehr getragen.
Sind die Jungtiere alt genug, ziehen sie umher und suchen sich ein eigenes Gebiet. Dabei legen sie in wenigen Tagen viele Kilometer zurück.
Sprache
Pangoline kommunizieren miteinander vor allem über Duftmarken, die sie in ihren Gebieten setzen. Bei Gefahr geben sie manchmal knurrende Laute von sich.
Autorin: Barbara Kiesewetter