OLIs Wilde Welt
eine Papuaweichschildkröte im Wasser (Bild: imago)

Papua - Weichschildkröte


Carettochelys insculpta

Papua-Weichschildkröten sind auf einen Blick zu erkennen: Sie haben eine verlängerte Nase, die an einen Schweinerüssel erinnert.
Aussehen
Eine Papua-Weichschildkröte von hinten (Bild: SWR) (Bild: SWR)
Papua-Weichschildkröten gehören zu den Kriechtieren und dort zur Familie der Weichschildkröten.

Sie haben, wie alle Schildkröten, einen Knochen-Panzer, der ihren ganzen Körper bedeckt. Sie können ihren Kopf, ihre Vorder- und Hinterbeine ganz unter den Panzer einziehen.
Der Panzer ist nicht, wie bei anderen Schildkröten, mit Hornplatten bedeckt, sondern von einer lederartigen Haut überzogen. Bei ausgewachsenen Tieren wird der Panzer bis zu 50 Zentimeter lang. Die Bauchseite schimmert rosa.
Schwimmende Papua-Weichschildkröte (Bild: SWR) (Bild: SWR)
Die Schildkröten haben einen runden Kopf. Ihre Nase ist zu diesem typischen kleinen Rüssel verlängert.

Ihre Vorderbeine sind zu langen, flachen Schwimmflossen mit zwei Zehen umgebildet.
Auch die Hinterbeine sind flach und paddelförmig, an ihnen lassen sich jedoch noch die fünf Zehen erkennen.
Heimat
Wie ihr Name schon andeutet: Papua-Weichschildkröten sind im Süden von Papua-Neuguinea zu Hause. Sie kommen aber auch im Norden von Australien vor.
Lebensraum
Kopf einer Papua-Weichschildkröte mit dem typischen Rüssel (Bild: SWR) (Bild: SWR)
Papua-Weichschildkröten sind reine Wasserbewohner.

Die Süßwassertiere leben in Flüssen und Flussmündungen.
Ganz selten paddeln sie auch in Brackwasser. Brackwasser ist schon ein bisschen salzig, denn es kommt nur da vor, wo Flüsse bald ins Meer münden.
Rassen und Arten
Die Papua-Weichschildkröte ist die einzige Art der Familie der Weichschildkröten.
Lebenserwartung
Es ist nicht bekannt, welches Alter Papua-Weichschildkröten genau erreichen. Schildkröten werden im allgemeinen aber viele Jahrzehnte alt.
Alltag
Zwei Papua-Weichschildkröten (Bild: SWR) (Bild: SWR)
Über die Papua-Weichschildkröte ist nicht viel bekannt. Lange Zeit waren gerade mal ein paar ausgestopfte Exemplare aus Museen bekannt.

Erst Mitte des letzten Jahrhunderts entdeckten Forscher zum Beispiel, dass Papua-Weichschildkröten reine Wasserbewohner sind.
Die Männchen verbringen ihr ganzes Leben im Wasser. Die Weibchen gehen nur an Land, um ihre Eier abzulegen. Die kleinen Schildkröten bewegen sich dann schnell aufs Wasser zu.

Papua-Weichschildkröte stöbert mit ihrem Rüssel auf dem Gewässergrund (Bild: SWR)
Meistens schwimmen die Papua-Weichschildkröten am Grund des Wassers.
Dort suchen sie mit ihren Vorderbeinen im Boden nach Nahrung. Wenn sie etwas zum Fressen gefunden haben, beschnuppern sie ihre Beute erst einmal ausgiebig.

Im freien Wasser können Papua-Weichschildkröten auch sehr geschickt schwimmen und tauchen.
Eine Papua-Weichschildkröte schnapt an der Wasseroberfläche nach Luft (Bild: SWR)
Wie alle Reptilien, müssen auch Papua-Weichschildkröten zum Atmen an die Wasseroberfläche kommen. Sie halten aber nur blitzschnell ihren kleinen Rüssel zum Luftholen über Wasser.

Zusätzlich haben sie noch eine andere Methode, um Sauerstoff zu tanken: Vermutlich nehmen sie einen großen Teil ihres Sauerstoffbedarfs über ein dichtes Netz feiner Adern in der Mundhöhle und der Kloake direkt aus dem Wasser auf. Diese Art zeigt, wie perfekt sie an ein Leben im Wasser angepasst sind.
Freunde und Feinde
Durch ihren festen Panzer sind Papua-Weichschildkröten gut vor Fressfeinden geschützt.

Nur nicht vor dem Menschen - ihrem größten Feind. In ihrer Heimat gelten Papua-Weichschildkröten als Delikatesse. Sie werden deshalb gefangen und gegessen.
Nachwuchs
Die Weibchen der Papua-Weichschildkröten legen Eier. Nach der Paarung gehen die Weibchen an Land und legen dort ihre Eier im Boden ab. Die Schildkröten-Babies müssen, kaum, dass sie geschlüpft sind, alleine zurechtkommen. Viele von ihnen fallen auf dem Weg ins Wasser Greifvögeln und anderen Raubtieren zum Opfer.
Ernährung
Papua-Weichschildkröte frisst einen Fisch (Bild: SWR)
Papua-Weichschildkröten mögen fast alles, was sie finden: Kleine Fische und Krebse natürlich.
Aber auch Obst, Blätter oder Gräser, die ins Wasser fallen, verschmatzen sie gerne.

In Zoos werden sie mit bitteren Salaten wie Chicoree gefüttert. Dazu kommt Obst - Birnen zum Beispiel, sollen bei den Tieren besonders beliebt sein.
Haltung
Papua-Weichschildkröten werden bei uns nur relativ selten in Zoos gehalten.