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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Pavian

Alltag
Zwei Bärenpaviane sitzen in den Ästen eines Baumes (Bild: SWR)Paviane halten sich viel auf dem Boden auf, wo sie nach Nahrung suchen. Die Tiere sind gut zu Fuß und können an einem Tag bis zu 20 Kilometer zurücklegen. Paviane können aber auch gut klettern. Nachts ziehen sie sich zum Schlafen auf Bäume oder Felsen zurück.
Typisch ist die merkwürdige Haltung des Schwanzes: Das erste Drittel ragt senkrecht nach oben, die übrigen zwei Drittel hängen nach unten.
Eine Gruppe Mantelpaviane auf Felsen (Bild: SWR)Paviane sind tagaktiv. Sie sind sehr gesellig, neugierig und verspielt und leben in Gruppen. Diese Gruppen können aus nur fünf Tieren bestehen, aber auch 40 bis 80 oder in extremen Fällen bis zu 250 Tiere umfassen.
Entweder bilden mehrere Männchen und Weibchen eine gemischte Gruppe, oder ein Männchen lebt mit mehreren Weibchen zusammen. Solche Gruppen findet man vor allem bei Mantelpavianen, man nennt sie Haremsgruppen. Das Männchen wacht eifersüchtig über seine Weibchen und lässt sie kaum aus den Augen.
Drei Bärenpaviane springen durch ihr Gehege (Bild: SWR)In gemischten Gruppen leben zum Beispiel Steppen- und Anubispaviane. Bei diesen Gruppen bleiben die Weibchen meist ihr ganzes Leben lang in der Gruppe. Ihre Rangordnung wird durch das Alter und die Verwandtschaft bestimmt. So stehen beispielsweise die Mütter immer über ihren Töchtern.
Die jungen Männchen verlassen die Gruppe, wenn sie geschlechtsreif werden. Bei den Haremsgruppen verlassen sowohl männliche als auch weibliche Jungtiere die Gruppe, kurz bevor sie geschlechtsreif werden.
Ein Bärenpavian dreht den Kopf zur Seite (Bild: SWR)Die jungen Männchen suchen sich dann eine neue Gruppe, in der sie in heftigen Kämpfen mit den dort lebenden Männchen versuchen, sich einen Platz zu erobern. Oder sie folgen einer anderen Gruppe und versuchen, Weibchen wegzulocken.
Bei der dritten Möglichkeit tut sich ein Männchen mit einigen jungen Weibchen zusammen, die ihre Gruppe verlassen haben. Es kümmert sich um sie und paart sich mit ihnen. Mehrere solcher Gruppen können eine große Gruppe von 150 bis 250 Tieren bilden. Zwischen den einzelnen Gruppen kommt es aber immer wieder zu Kämpfen um Schlafplätze sowie um Futter und Wasser.
Eine Gruppe Mantelpaviane unterwegs (Bild: SWR)Paviane kommunizieren auf vielfältige Art und Weise miteinander: über Laute, die Körperhaltung, den Gesichtsausdruck oder durch Körperkontakt. Zum Beispiel zeigen sie dem anderen ihren Po und drücken damit aus, dass sie sich dem anderen Tier unterordnen.
Präsentieren Weibchen dem Männchen ihr zur Fortpflanzungszeit leuchtend rot gefärbtes und dick angeschwollenes Hinterteil, signalisieren sie, dass sie paarungsbereit sind.
Ein Mantelpavian gähnt mit weit aufgerissenem Maul (Bild: SWR)Drohen Paviane oder wollen sie Feinde wie etwa Raubtiere abschrecken, zeigen sie ihre mächtigen Eckzähne. Auch starren sie ihre Artgenossen an oder gähnen, um ihnen zu drohen.
Tiere, die in der Rangordnung unten stehen, pflegen den ranghöheren Tieren das Fell und zeigen so, dass sie sich unterordnen. Männchen wiederum pflegen das Fell der Weibchen, wenn sie sich mit ihnen paaren wollen.
Freunde und Feinde
Alle großen Raubkatzen wie Löwen, Jaguare oder Geparde zählen zu den Feinden der Paviane. Aber auch Schimpansen können ihnen gefährlich werden. Doch Paviane setzen sich meist heftig zur Wehr. Sie attackieren die Angreifer mit ihren Eckzähnen und fügen ihnen große Wunden zu. Es kommt sogar vor, dass sie Menschen angreifen.
Nachwuchs
Ein kleiner Bärenpavian sitzt auf dem Rücken eines Hundes (Bild: SWR)Pavian-Weibchen bringen meist nur alle zwei Jahre ein Junges zur Welt. In gemischten Gruppen können sich die Männchen mit allen Weibchen paaren, meist in Reihenfolge ihrer Rangordnung. In Haremsgruppen paart sich nur das führende Männchen. Es vertreibt alle Männchen, die sich der Gruppe nähern.
Manchmal gelingt es einem fremden Männchen aber trotzdem, sich in einem unbeobachteten Moment mit einem Weibchen der Haremsgruppe zu paaren.
Sechs Monate nach der Paarung bringt ein Weibchen ein Junges zur Welt. Es wiegt bei der Geburt etwa ein Kilogramm und trägt ein schwarzes Fell. Neben der Mutter kümmern sich auch andere Weibchen der Gruppe um den Nachwuchs. In gemischten Gruppen kümmern sich zum Teil auch Männchen um die Kleinen. Junge Paviane werden etwa ein Jahr lang von der Mutter gesäugt. Geschlechtsreif werden sie mit fünf bis acht Jahren.
Sprache
Paviane lassen ein schrilles Kreischen hören, wenn sie vor Feinden warnen oder diese abschrecken wollen. Knurrende Laute sollen Artgenossen einschüchtern.
Autorin: Barbara Kiesewetter
 
 
 
 
 
 
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