OLIs Wilde Welt
Ein Blauer Pfau zeigt sein prächtiges Farbenkleid (Bild: picture alliance / dpa)

Pfau


Pavo cristatus

Pfaue gehören zu den prächtigsten Vögeln, die wir kennen: Mit ihren schleppenartigen Schwanzfedern und den schillernden Farben sind sie unverkennbar.
Aussehen
Schwanzfedern des Pfau (Bild: SWR)
Pfauen gehören zur Ordnung der Hühnervögel und dort zur Familie der Fasanen. Der bei uns bekannte Pfau heißt Gemeiner oder Blauer Pfau.

Vor allem die Männchen sind sofort zu erkennen: Ihre bis zu 150 Zentimeter langen Schwanzfedern mit dem Muster, das an Augen erinnert, ist in der Vogelwelt fast einzigartig.
Diese Schwanzfedern sind stark verlängerte Oberschwanzdecken. Das Männchen kann sie zu einem Rad aufstellen. Dadurch wirkt der Vogel noch imposanter. Der eigentliche Schwanz ist viel kürzer: Er misst nur 40 bis 45 Zentimeter.
An Hals, Brust und Bauch sind die Männchen leuchtend blau gefärbt. Insgesamt werden sie bis zu zwei Meter lang und wiegen zwischen vier und sechs Kilogramm. Unter den Augen sitzt ein großer, halbmondförmiger weißer Fleck
Ein Pfauweibchen (Bild: SWR)
Die Weibchen sind kleiner: Sie sind nur höchstens einen Meter groß und wiegen zwischen zwei und vier Kilogramm.
Außerdem sind sie viel weniger bunt: Ihr Federkleid ist überwiegend grünlich-grau. Sie haben ein unauffälliges Muster und keinen langen Schwanz.

Männchen und Weibchen tragen auf dem Kopf eine Federkrone.
Heimat
Der Pfau stammt aus Indien und Sri Lanka. Heute ist er als Ziervogel auf der ganzen Welt zu finden.
Lebensraum
In freier Wildbahn bewohnen Pfaue vor allem hügeliges Gelände im Dschungel. Sie bevorzugen Plätze an Gewässern. Tagsüber halten sie sich meist im dichten Wald versteckt. Am Morgen und am Abend verlassen sie den Wald und suchen auf Feldern und Wiesen nach Nahrung. Weil sie sehr standorttreu sind, werden sie gerne in Parkanlagen frei gehalten
Rassen und Arten
Mehrere Pfaus im Gehege (Bild: SWR)
In Südostasien lebt der Ährenträgerpfau. Er ist mit dem Blauen Pfau so nah verwandt, dass sich die Arten miteinander kreuzen lassen.

Weniger nah verwandt ist der Blaue Pfau mit dem Kongopfau aus Zentralafrika. In Gefangenschaft gibt es zwei Zuchtformen: Den Schwarzflügelpfau und den Weißen Pfau.
Lebenserwartung
Pfaue können bis zu 30 Jahre alt werden.
Alltag
Nahaufnahme eines Pfaus (Bild: SWR)
Pfaue haben die Menschen schon immer beeindruckt: Bereits vor 4000 Jahren wurden sie als Ziervögel von Indien in den Mittelmeerraum gebracht.

In Indien werden Pfaue als heilig verehrt und sehr geschätzt, weil sie Kobra-Schlangen fressen. Deshalb werden sie auch in Dörfern gehalten.
Pfaue sind gesellige Vögel. Ein Männchen lebt meist mit etwa fünf Hennen zusammen - die es eifersüchtig bewacht.
Pfaue haben relativ lange Beine. Deshalb wirkt es, als stolzierten sie.

Stolzierender Pfau (Bild: SWR)
Trotz ihrer Größe und des langen Schwanzes können sie fliegen. Bei Gefahr erheben sie sich in die Luft, flüchten ins Gebüsch oder suchen auf einem Baum Schutz. Auf Bäumen verbringen sie auch die Nacht, um ein bisschen vor Raubtieren geschützt zu sein.
Die Tiere sind sehr wachsam. Mit ihren lauten Schreien warnen sie nicht nur Artgenossen, sondern auch andere Tiere vor gefährlichen Räubern.

In Gefangenschaft können Pfaue sehr zutraulich werden, wilde Pfaue sind dagegen sehr scheu.
Freunde und Feinde
In freier Wildbahn fallen Pfaue oft Leoparden und Tigern zum Opfer. In manchen Gegenden werden sie wegen ihres Fleisches auch von Menschen gejagt.
Nachwuchs
Ein Pfau mit geöffneten Schwanzfedern (Bild: SWR)
In Indien pflanzen sich Pfaue meist in der Regenzeit fort. Wenn die Männchen den Weibchen ihren prächtigen, zu einem Rad aufgestellten Schwanz präsentieren, signalisieren sie: Ich bin der Schönste und der beste Partner.

Wer die meisten und prächtigsten Augenflecken hat, hat bei den Weibchen die größten Chancen.
Nach der Paarung legt das Weibchen drei bis fünf weiß bis zartgelb gefärbte Eier, die es 27 bis 30 Tage bebrütet. Das Nest befindet sich gut versteckt im Gebüsch, manchmal auch im Geäst von Bäumen. Ab und zu nisten sie auch in verlassenen Gebäuden.
Die Küken tragen ein hellbraunes Dunenkleid, auf der Oberseite sind sie etwas dunkler gefärbt. Anfangs suchen sie unter dem Schwanz der Mutter Schutz. Wenn sie etwas älter sind, sind sie wie die Pfauen-Weibchen gefärbt. Nach etwa einem Monat wächst ihr Federkrönchen.
Erst im Alter von drei Jahren bekommen die Männchen ihr leuchtendes Federkleid und ihre langen Schwanzfedern. Diese erreichen ihre volle Länge erst wenn die Vögel sechs Jahre alt sind. Aber schon als Küken üben sich Pfaue im Radschlagen: Sie zittern mit ihren kleinen Flügeln und stellen die winzigen Schwanzfedern auf.
Sprache
Das ganze Jahr über, vor allem aber während der Paarungszeit, lassen Männchen und Weibchen Tag und Nacht ihre gellend lauten, markerschütternden Schreie hören. Die Männchen schreien aber sehr viel häufiger als die Weibchen.
Ernährung
In ihrer Heimat haben Pfaue einen abwechslungsreichen Speiseplan: Sie ernähren sich von Beeren, Samen, Früchten, Insekten und kleinen Wirbeltieren. Auch vor jungen Giftschlangen machen sie nicht Halt.

Auch bei uns fressen sie neben Samen und Früchten vor allem Insekten.
Haltung
Pfaue leben heute auf der ganzen Welt als Ziervögel in Zoos und Parks. Sie sind dort sehr beliebt, weil sie leicht zu halten sind und sich gut mit anderen Vögeln vertragen. Außerdem verlassen sie ihre vertrauten Reviere kaum und verkraften auch das kühlere Klima bei uns gut.