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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Pfau

Alltag
Nahaufnahme eines Pfaus (Bild: SWR)
Pfaue haben die Menschen schon immer beeindruckt: Bereits vor 4000 Jahren wurden sie als Ziervögel von Indien in den Mittelmeerraum gebracht.

In Indien werden Pfaue als heilig verehrt und sehr geschätzt, weil sie Kobra-Schlangen fressen. Deshalb werden sie auch in Dörfern gehalten.
Pfaue sind gesellige Vögel. Ein Männchen lebt meist mit etwa fünf Hennen zusammen - die es eifersüchtig bewacht.
Pfaue haben relativ lange Beine. Deshalb wirkt es, als stolzierten sie.

Stolzierender Pfau (Bild: SWR)
Trotz ihrer Größe und des langen Schwanzes können sie fliegen. Bei Gefahr erheben sie sich in die Luft, flüchten ins Gebüsch oder suchen auf einem Baum Schutz. Auf Bäumen verbringen sie auch die Nacht, um ein bisschen vor Raubtieren geschützt zu sein.
Die Tiere sind sehr wachsam. Mit ihren lauten Schreien warnen sie nicht nur Artgenossen, sondern auch andere Tiere vor gefährlichen Räubern.

In Gefangenschaft können Pfaue sehr zutraulich werden, wilde Pfaue sind dagegen sehr scheu.
Freunde und Feinde
In freier Wildbahn fallen Pfaue oft Leoparden und Tigern zum Opfer. In manchen Gegenden werden sie wegen ihres Fleisches auch von Menschen gejagt.
Nachwuchs
Ein Pfau mit geöffneten Schwanzfedern (Bild: SWR)
In Indien pflanzen sich Pfaue meist in der Regenzeit fort. Wenn die Männchen den Weibchen ihren prächtigen, zu einem Rad aufgestellten Schwanz präsentieren, signalisieren sie: Ich bin der Schönste und der beste Partner.

Wer die meisten und prächtigsten Augenflecken hat, hat bei den Weibchen die größten Chancen.
Nach der Paarung legt das Weibchen drei bis fünf weiß bis zartgelb gefärbte Eier, die es 27 bis 30 Tage bebrütet. Das Nest befindet sich gut versteckt im Gebüsch, manchmal auch im Geäst von Bäumen. Ab und zu nisten sie auch in verlassenen Gebäuden.
Die Küken tragen ein hellbraunes Dunenkleid, auf der Oberseite sind sie etwas dunkler gefärbt. Anfangs suchen sie unter dem Schwanz der Mutter Schutz. Wenn sie etwas älter sind, sind sie wie die Pfauen-Weibchen gefärbt. Nach etwa einem Monat wächst ihr Federkrönchen.
Erst im Alter von drei Jahren bekommen die Männchen ihr leuchtendes Federkleid und ihre langen Schwanzfedern. Diese erreichen ihre volle Länge erst wenn die Vögel sechs Jahre alt sind. Aber schon als Küken üben sich Pfaue im Radschlagen: Sie zittern mit ihren kleinen Flügeln und stellen die winzigen Schwanzfedern auf.
Sprache
Das ganze Jahr über, vor allem aber während der Paarungszeit, lassen Männchen und Weibchen Tag und Nacht ihre gellend lauten, markerschütternden Schreie hören. Die Männchen schreien aber sehr viel häufiger als die Weibchen.
Autorin: Barbara Kiesewetter