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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Pfeilgiftfrosch

Alltag
kletternder Pfeilgiftfrosch (Bild: SWR)
Pfeilgiftfrösche sind tagaktive Tiere. Sie klettern auch gerne auf Äste und Blätter und ruhen sich dort aus.
Jeder Frosch hat sein eigenes, kleines Revier. Dringt ein Artgenosse ein, kommt es zu Revierkämpfen zwischen den Männchen. Aber auch die Weibchen kämpfen miteinander um Reviere - manchmal aber auch um ihre Männchen!
Der gelbgebänderte Baumsteiger (Bild: SWR)
Das Gift der Baumsteiger-Frösche stammt vermutlich aus dem Futter, von dem sie sich ernähren: Sie fressen vor allem Ameisen, aber auch Spinnen und Milben, über die sie giftige Stoffe aufnehmen.
Das Gift wird dann über spezielle Drüsen auf dem Rücken des Frosches wieder abgegeben.
Fasst man einen Pfeilgiftfrosch an, fängt die Haut an zu brennen.
Der Pfeilgiftfrosch liefert das Gift für Pfeilspitzen (Bild: SWR)
Außerdem kann das Gift z. B. durch kleine Verletzungen in die Haut eindringen und schon in geringsten Konzentrationen zu starkem Schwindel und Übelkeit führen. Bei kleineren Tieren kann das Gift sogar Herz- und Atembeschwerden auslösen und schließlich zum Tod führen.
Für Menschen ist die Giftmenge eines Frosches jedoch nicht tödlich.

Mit ihren leuchtenden Farben warnen die Frösche ihre Fressfeinde: Je bunter sie sind, desto giftiger sind sie auch. Außerdem schmecken sie durch das Gift bitter und werden deshalb von den meisten Tieren sofort wieder ausgespuckt.
Pfeilgiftfrosch (Bild: SWR)
Die Indios Südamerikas haben das Gift der Frösche schon immer genutzt:
Sie spießen die Frösche auf dünnen Ästen auf und halten sie über das Feuer, bis das Gift aus der Haut tropft. Es wird in einem Gefäß aufgefangen.
Anschließend werden die Pfeilspitzen mit der Flüssigkeit eingestrichen und zum Trocknen liegen gelassen. Trifft ein solcher Pfeil ein Tier, wird es fast auf der Stelle durch das Gift gelähmt.

Auch für Forscher sind die Baumsteigerfrösche interessant. Sie versuchen, aus ihrem Gift Medizin herzustellen: In ganz geringen Mengen wirkt es nämlich als Schmerzmittel
Freunde und Feinde
Baumsteiger-Frösche haben keine Feinde. Und wenn ein Tier trotzdem mal nach einem solchen Frosch schnappt, wird es seine sehr bitter schmeckende Beute blitzschnell wieder ausspucken.
Nachwuchs
Die Baumsteiger-Weibchen legen fünf bis neun Eier in einer Höhle ab. Im Terrarium können das umgedrehte, halbe Kokosnuss-Schalen oder Untersetzer sein. Aus den Eiern schlüpfen nach zwölf bis 15 Tagen die Kaulquappen. Sie entwickeln sich in 70 bis 90 Tagen zu fertigen Fröschen.

Faszinierend ist das Brutpflege-Verhalten der Baumsteiger-Männchen: Sie bewachen die Eier und transportieren die Larven (Kaulquappen), kurz bevor sie schlüpfen, einzeln auf dem Rücken zu je einem mit Wasser gefüllten Blatt-Trichter einer Bromelie oder zu einer anderen kleinen Wasserstelle. Dann müssen die Larven aber alleine zurecht kommen und zu Fröschen heranwachsen. Mit zwölf bis 18 Monaten sind sie geschlechtsreif.

In Gefangenschaft funktioniert dieses Verhalten aber nur selten, und man muss die Jungen vor dem Schlüpfen selbst an einen geeigneten Ort umsetzen. Sie müssen auch einzeln aufgezogen werden, weil sie sich sonst gegenseitig auffressen.
Sprache
Baumsteiger geben nur ein ganz leises Schnarren von sich.
Autorin: Barbara Kiesewetter