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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Rebhuhn

Alltag
Rebhuhn-Familie (Bild: SWR)
Das Rebhuhn ist ein komischer Vogel! Obwohl es fliegen kann, hat es lieber sicheren Boden unter den Krallen: Es baut sein Nest am Boden, brütet am Boden und sucht seine Nahrung am Boden. Zum "Baden" geht es nicht ins Wasser, sondern wälzt sich in Sand oder Staub. Rebhühner sitzen nie auf Bäumen oder an anderen erhobenen Plätzen.

Selbst auf der Flucht vor Feinden geht das Rebhuhn nur selten in die Luft; das muss es auch gar nicht, denn es kann unglaublich schnell rennen. Hebt das Rebhuhn doch mal vom Boden ab, bleibt es immer knapp über der Erde.
Die kalte Jahreszeit verbringt das Rebhuhn in Gesellschaft. Schon im Sommer tun sich mehrere Rebhuhn-Familien zusammen und bilden eine sogenannte Kette. Bis zu 20 Tiere gehen dann gemeinsam auf Nahrungssuche.
Erst im Frühjahr lösen sich diese Gruppen auf. Weibchen und Männchen leben dann wieder als Paare zusammen - oft schon Monate, bevor sie mit dem Brüten beginnen. Jedes Rebhuhn-Pärchen sucht sich nun ein eigenes Brutrevier, das gegen andere Pärchen verteidigt wird.
Freunde und Feinde
Am Boden ist es für die Rebhühner gefährlich, weil sich dort auch einige Tiere herumtreiben, die Rebhühner zum Fressen gern haben: Füchse, Katzen, Igel und Marder. Aber auch aus der Luft droht den Rebhühnern Gefahr durch Greifvögel, Krähen und Elstern.
Nachwuchs
Rebhühner beim Nestbau (Bild: SWR)
Spätestens im April haben sich die Rebhuhnpaare ein Brutrevier gesucht. Dann bauen sie ihr Nest - eine gut versteckte Mulde, die mit Pflanzen gepolstert ist. Anfang Mai legt das Weibchen seine Eier. Im Eierlegen sind Rebhühner übrigens Weltmeister: Dreiundzwanzig Eier wurden schon in einem Rebhuhnnest gefunden - so viel wie bei keinem anderen Vogel!

Durchschnittlich legt ein Rebhuhn aber "nur" 15 bis 17 Eier. Es gibt übrigens einen guten Grund, warum Rebhühner so viele Eier legen: Viele Jungen fallen in den ersten Wochen nach der Geburt ihren Feinden zum Opfer. Mit dem Legen vieler Eier steigt natürlich die Chance, dass wenigstens einige der Jungvögel überleben.
Die Rebhuhn-Eltern tun dafür alles, was in ihren Kräften steht. Während das Weibchen die Eier ausbrütet, überwacht das Männchen die Umgebung des Nests, füttert seine Partnerin und warnt sie, wenn Gefahr droht.
Nach etwa 25 Tagen, also ab Anfang Juni, schlüpfen die jungen Rebhühner. Sie wiegen rund acht Gramm und sind völlig braun - dadurch sind sie gut getarnt. Die Jungen stehen von Anfang an auf eigenen Beinen: Sie verlassen sofort das Nest und suchen in der Nähe nach Nahrung. Dabei passen Mutter und Vater auf sie auf. Gemeinsam bildet die Familie wieder eine Rebhuhn-Kette.
Im Alter von drei bis vier Monaten sind sie erwachsen. Den Winter verbringen sie in der Gruppe, bevor sie im nächsten Frühjahr selbst eine Familie gründen.
Autorin: Barbara Kiesewetter