OLIs Wilde Welt
Regebogenboa  (Bild: SWR)

Regenbogenboa


Epicrates cenchria

Ihren Namen tragen die Regenbogenboas, weil ihre Haut farbig schillert. Dieser Glanz entsteht durch kleine Riffeln auf den Schuppen, die das Licht in die Farben des Regenbogens aufspalten.
Aussehen
Regenbogenboa (Bild: SWR) (Bild: SWR)
Regenbogenboas gehören zur Familie der Riesenschlangen, dort zur Unterfamilie der Boa-Schlangen und dort wiederum zur Gattung der Schlankboas.

Sie zählen also zu den Würgeschlangen und haben kein Gift. Regenbogenboas werden - je nach Unterart - 110 bis 210 Zentimeter lang.
Regenbogenboa (Bild: SWR)
Während die Rote Regenbogenboa bis zu 210 Zentimeter misst, erreicht die Kolumbianische Regenbogenboa nur 150 bis 180 Zentimeter.

Andere Unterarten sind noch kleiner. Die Männchen sind bei allen Unterarten meist etwas kleiner als die Weibchen.
Regenbogenboas sind im Vergleich zu den anderen viel dickeren Boas ziemlich schlank und leicht.
Regenbogenboa schillern rötlich oder braun.   (Bild: SWR)
Sogar ein ausgewachsenes Tier bringt nur 4,5 Kilogramm auf die Waage.
Auffallend ist ihre schillernde rötliche oder braune Färbung und die deutliche dunkle Zeichnung aus Kringeln und Flecken.

Vor allem Jungtiere und frisch gehäutete Schlangen sind sehr kontrastreich gefärbt. Bei älteren Tieren verblassen die Farbe etwas
Heimat
Regenbogenboas gibt es in Mittel- und Südamerika, von Costa Rica über Venezuela, Brasilien und Kolumbien bis ins nördliche Argentinien. Auch auf manchen Karibik-Inseln sind sie zu Hause.
Lebensraum
Regenbogenboas kommen in vielen verschiedenen Lebensräumen vor: Man findet sie in Wäldern, Ebenen und Sümpfen.
Rassen und Arten
Alle Unterarten unterscheiden sich in ihren Farben und im Muster.   (Bild: SWR)
Die Forscher teilen die Regenbogenboas in neun bis zehn verschiedene Unterarten auf. Zu den bekanntesten gehört die Rote Regenbogenboa und die Braune oder Kolumbianische Regenbogenboa.
Alle Unterarten unterscheiden sich in ihren Farben und im Muster.

Da Regenbogenboas meist in sehr unzugänglichen Gebieten leben, vermuten die Forscher, dass es noch weitere Unterarten gibt, die bislang noch nicht entdeckt wurden.
Lebenserwartung
Regenbogenboas werden ziemlich alt: In Gefangenschaft können sie 20, vielleicht sogar bis zu 30 Jahre alt werden.
Alltag
Regenbogenboa  (Bild: SWR)
Regenbogenboas zählen wegen ihrer schillernden Farbe und der auffälligen Zeichnung zu den schönsten Riesenschlangen.

Sie sind nachtaktive Kriechtiere. Den Tag verbringen sie schlafend in Verstecken. Erst am Abend und nachts gehen sie auf Beutesuche.
Sie leben auf dem Boden und auf Bäumen, wo sie geschickt in den Ästen umher klettern.

Regenbogenboa  liegt am Boden.  (Bild: SWR)
Wie alle Riesenschlangen bestehen sie im Wesentlichen aus einem Muskelschlauch, der ihnen enorme Kräfte verleiht: Mit diesen Muskeln können sie ihre Beutetiere erdrücken.

Regenbogenboas spüren die leisesten Bewegungen und Erschütterungen. Haben sie ein Beutetier aufgespürt, beißen sie blitzschnell zu und erwürgen die Beute anschließend.

Für Menschen sind Regenbogenboas jedoch nicht gefährlich.
Haut einer Regenbogenboa  (Bild: SWR)
In der Nähe können sie relativ gut sehen und vor allem Bewegungen wahrnehmen.
Werden sie in Terrarien gehalten, beobachten sie sogar aufmerksam, was außerhalb ihres Terrariums vor sich geht.

Wie alle Schlangen müssen sich Regenbogenboas regelmäßig häuten.
Freunde und Feinde
Junge Regenbogenboas können von Vögeln oder anderen Reptilien erbeutet werden. Erwachsene Tiere haben wenige natürliche Feinde. Sie werden aber von Menschen gejagt.
Nachwuchs
In der Natur können sich Regenbogenboas das ganze Jahr über fortpflanzen. Regenbogenboas gehören zu den lebend gebärenden Schlangen.

Nach etwa vier Monaten Tragzeit bringt ein Weibchen bis zu 30 Schlangen-Babys zur Welt, die bereits 50 bis 60 Zentimeter lang sind. Die kleinen Schlangen ernähren sich von Anfang an von lebenden kleinen Tieren, die sie verschlingen.

Übrigens: Solange sie trächtig sind, fressen die Weibchen nichts. Auch in Gefangenschaft gehaltene Regenbogenboas pflanzen sich regelmäßig fort.
Ernährung
Regenbogenboa frisst eine Maus.   (Bild: SWR)
Regenbogenboas leben in der Natur vor allem von kleinen Säugetieren und Vögeln.

Sie überwältigen ihre Beute mit einem Biss, halten sie fest umschlungen, erdrücken sie dann und verschlingen sie in einem Stück.
Haltung
Terrarium für eine Regenbogenboa  (Bild: SWR)
Regenbogenboas werden gerne in Terrarien gehalten, weil sie als relativ friedlich gelten. Sie brauchen allerdings viel Platz sowie eine hohe Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Während für Jungtiere eine Plastikkiste mit Luftlöchern, Versteck und Wasserschale reicht, brauchen ausgewachsene Tiere mindestens 1,2 bis 1,8 Quadratmeter Bodenfläche. Außerdem muss das Terrarium mindestens einen Meter hoch sein, weil Regenbogenboas Äste zum Klettern brauchen.
Die Temperatur muss Nacht zwischen 21 und 24° C liegen. Am Tag sind 21 bis 32° C nötig. Wärmer darf es nicht sein. Die Luftfeuchtigkeit muss bei 70-80% liegen. Nachts sollte sie noch höher sein, weil die Schlangen sonst unter Austrocknung leiden.
Der Boden wird mit Terrarienerde ausgestreut.
Pflegeplan
Regenbogenboas bekommen in Gefangenschaft vor allem Mäuse, kleine Ratten, Meerschweinchen und Küken zu Fressen. Die Größe der Beute muss im Umfang etwas kleiner sein als die dickste Stelle der Schlange. Ganz junge Tiere werden alle sieben bis zehn Tage gefüttert, etwas größere und erwachsene nur alle zehn bis vierzehn Tage.

Zum Trinken brauchen Regenbogenboas immer mehrere Schalen mit frischem, sauberen Wasser.