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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Rentier

Rentiere haben eine Besonderheit: Bei diesen Hirschen tragen auch die Weibchen ein mächtiges Geweih. Das schreibt OLI gleich ins Tierlexikon.
Ein Rentier (Bild: www.colourbox.com)

Rangifer tarandus

Rentiere haben eine Besonderheit: Bei diesen Hirschen aus den nördlichsten Regionen der Welt tragen auch die Weibchen ein mächtiges Geweih.
Aussehen
Rentier   (Bild: SWR)
Rentiere gehören zur Familie der Hirsche und bilden dort die Unterfamilie der Renhirsche.

Sie werden 130 bis 220 Zentimeter lang. Die Schulterhöhe beträgt 80 bis 150 Zentimeter. Dabei wiegen sie zwischen 60 und 315 Kilogramm. Die Männchen werden meist sehr viel größer und schwerer als die Weibchen.
Kurzer Schwanz eines Rentiers  (Bild: SWR)
Ihr Kopf und ihr Rumpf sind ziemlich lang, die Beine relativ hoch. Der Schwanz kurz, die Hufe breit.

Im Gegensatz zu allen anderen Hirschen tragen bei den Rentieren aber auch die Weibchen ein Geweih. Die Männchen werfen ihr Geweih im Herbst ab, die Weibchen im Frühjahr.
Das Geweih hat eine helle Farbe  (Bild: SWR)
Bei beiden wächst das Geweih dann wieder neu nach.
Die Stangen sind etwas abgeflacht. Sie haben eine helle Farbe und sind asymmetrisch gebaut.

Dadurch unterscheidet sich das Rentier-Geweih von den Geweihen aller anderen Hirsche. Insgesamt ist das Geweih im Verhältnis zur Größe der Tiere sehr mächtig.
Manche Unterarten haben ein weiße Mähne am Hals  (Bild: SWR)
Die Männchen besitzen am Hals einen Kehlsack, der als Schallverstärker dient. Die nordamerikanischen und grönländischen Unterarten haben an der Halsunterseite eine lange, weiße Mähne.

Rentiere haben ein dichtes Fell, das im Sommer und Winter verschiedene Farben hat.
Heimat
Rentiere leben in den nördlichsten Regionen Asiens, Europas und Nordamerikas. Dort bewohnen sie die polaren und subpolaren Regionen.
Lebensraum
Rentiere findet man in der Tundra und der Taiga, also in den nördlichsten Waldregionen.
Rassen und Arten
Zwei Rentiere (Bild: SWR)Es gibt etwa 20 verschiedene Unterarten des Rentiers, die sich aber alle sehr ähnlich sind. Dazu gehören das Nordeuropäische Rentier, das Spitzbergenren, das Tundraren, das Westkanadische Waldren oder Karibu und das Barren-Ground-Karibu.

Sie alle unterscheiden sich vor allem in der Größe: Die so genannten Waldrene, die vor allem im Wald leben, sind meist größer als die Tundrarene, die in erster Linie die Tundra bewohnen. Diese haben meist auch ein dunkleres Fell. Die vielen verschiedenen Unterarten entstanden, weil Rentiere in einem so großen Verbreitungsgebiet leben. Sie haben sich an die jeweiligen ganz speziellen Umweltbedingungen angepasst.

In Nordeuropa leben neben den zahmen Rentierherden, die im Besitz der Samen sind, auch heute noch wilde Rentiere: Die größte Herde von Wild-Rentieren in Europa findet man auf der so genannten Hardangervidda, einer Hochebene in Süd-Norwegen. Diese Herde zählt rund 10.000 Tiere. Ansonsten kommen Wild-Rentiere in Europa nur noch sehr selten vor.
Lebenserwartung
Rentiere werden im Durchschnitt zwölf bis 15 Jahre alt. Manche Tiere erreichen aber auch ein Alter von 20 Jahren oder leben sogar noch länger.
Autorin: Barbara Kiesewetter