OLIs Wilde Welt
Riesenradnetzspinne in ihrem Netz (Bild: imago)

Riesenradnetzspinne


Nephila

Riesenradnetzspinnen bauen die größten Spinnennetze der Welt: Ihre Netze können bis zu neun Meter Durchmesser haben.
Aussehen
Riesenradnetzspinne  (Bild: SWR)
Riesenradnetzspinnen besitzen wie alle Spinnen acht Beine, einen Kopf und einen kugelförmigen Körper. Sie gehören nicht zu den Insekten, die nur sechs Beine haben, sondern zu einer ganz eigenen Gruppe, nämlich der der Spinnentiere.
Riesenradnetzspinnen sind sehr elegant und fallen durch ihre prächtige Färbung sowie durch ihre Größe auf.
Die Riesenradnetzspinne aus Australien mit dem wissenschaftlichen Namen Nephila tanzaniensis, hat zum Beispiel eine Spannweite von bis zu 17 Zentimetern.
Kopf einer Riesenradnetzspinne  (Bild: SWR)
Ihr Hinterleib wird bis zu 3,5 Zentimeter lang - eine beachtliche Größe für eine Spinne. Andere Arten können bis zu sechs Zentimeter Körpergröße erreichen.

Typisch sind auch die goldfarbenen Spinnfäden ihrer riesigen Netze, sowie die Behaarung an den Beingelenken. Die Weibchen sind bei allen Riesenradnetzspinnen deutlich größer als die Männchen.
Heimat
Riesenradnetzspinnen sind in den tropischen Regionen Südostasiens und Australiens zu Hause.
Lebensraum
Riesenradnetzspinnen sind vor allem in den tropischen Wäldern und an Waldrändern zu finden. Sie besiedeln aber auch Häuser.
Rassen und Arten
Es gibt ca. 70 verschiedene Arten von Riesenradnetzspinnen. Neben der australischen Nephila tanzaniensis ist dies zum Beispiel Nephila maculata, eine der häufigsten Arten in Neuguinea.
Lebenserwartung
Riesenradnetzspinnen leben normalerweise nur sechs Monate. Maximal können sie vermutlich drei Jahre alt werden. Das ist nicht besonders viel für so große Spinnen. Im Vergleich dazu können zum Beispiel Vogelspinnen 20 bis 25 oder sogar 30 Jahre lang leben.
Alltag
Netz mit goldfarbenen Fäden  (Bild: SWR)
Riesenradnetzspinnen bauen - wie ihr Name schon sagt - die größten Netze unter allen Spinnen. Im Extremfall können ihre Spinnennetze bis zu neun Meter Durchmesser haben. In der Regel messen sie aber nur einen bis eineinhalb Meter. Außerdem sind die feinen Fäden goldfarben, sodass die Netze besonders auffallen.
Wird das Netz beschädigt - etwa durch zappelnde Beutetiere - baut die Spinne kein neues Netz, sondern repariert den Schaden. Für den Bau eines neuen Netzes braucht eine Riesenradnetzspinne etwa 90 Minuten.
Beute einer Riesenradnetzspinne  (Bild: SWR)
Die klebrigen Spinnfäden der Riesenradnetzspinnen sind bekannt dafür, dass sie extrem reißfest sind.
Sogar kleine Vögel können sich so darin verfangen, dass sie nicht mehr entkommen können. Manche einheimischen Völker verwenden die Netze dieser Spinnen sogar zum Fischfang.

Auch Wissenschaftler, die nach neuen Materialen für Textilien suchen, interessieren sich für die Riesenradnetzspinnen: So sollen zum Beispiel die Fäden der Spinne Nephila madagaskaiensis 1000 mal stabiler sein als Stahlseile. Trotzdem sind sie sehr flexibel und dehnbar.
Färbung der Riesenradnetzspinne  (Bild: SWR)
Dass Riesenradnetzspinnen so auffallend gefärbt und gemustert sind, überrascht auf den ersten Blick. Denn normalerweise versuchen sich Tiere, die auf Beute lauern, zu tarnen, damit ihre Opfer sie nicht entdecken.

Forscher haben jedoch herausgefunden, dass Riesenradnetzspinnen auf eine andere Taktik setzen: Zum Beispiel ist die Spinne Nephila pilipes so auffällig leuchtend gemustert, dass sie in den Augen einer Biene wie eine Blüte aussieht.
Und so fliegt die Biene unweigerlich auf die Blüte zu und damit in das Netz der Spinne. Solche Spinnen fangen im Durchschnitt doppelt so viele Bienen wie ihre unscheinbarer gefärbten Verwandten.
Freunde und Feinde
Nur große Vögel und Reptilien können den Riesenradnetzspinnen gefährlich werden.
Jagd
Riesenradnetzspinne mit Beute  (Bild: SWR)
Kaum ein Insekt hat eine Chance, den klebrigen und extrem reißfesten Fäden des Netzes einer Riesenradnetzspinne zu entkommen.

Je mehr die Beute zappelt, um so fester verfängt sie sich in den Fäden. Die Beute wird dann mit einem Giftbiss getötet und ausgesaugt.
Nachwuchs
Bei in Gefangenschaft gehaltenen Riesenradnetzspinnen ist die Paarung gut zu beobachten. Allerdings sollte man eine wichtige "Vorsichtsmaßnahme" ergreifen: So sollte das Weibchen vor der Paarung möglichst viel gefressen haben. Ansonsten kann es vorkommen, dass das Weibchen das Männchen noch vor der Paarung frisst.

Das Männchen baut zuerst neben dem Netz des Weibchens ein eigenes Netz und wartet. Schließlich beginnt es, am Netz des Weibchens zu zupfen. Ist das Weibchen paarungswillig, wackelt es mit dem Körper leicht hin und her und zupft ebenfalls an seinem Netz. Für das Männchen ist dies das Signal, dass es zu dem Weibchen klettern darf. Von der Unterseite des Netzes aus führt es seine Geschlechtsorgane in die des Weibchens und befruchtet es. Danach sucht das Männchen schnell das Weite, damit es vom Weibchen nicht gefressen wird.

Das Weibchen legt anschließend seine Eier in einem Kokon aus Spinnenfäden ab, aus dem schließlich 30 bis 50 junge Spinnen schlüpfen. Mit etwa zwei Monaten sind die jungen Riesenradnetzspinnen dann ausgewachsen und werden geschlechtsreif.
Ernährung
Riesenradnetzspinnen ernähren sich vor allem von Insekten. Diese können die Größe einer Heuschrecke haben.
Haltung
Großes Terrarium für eine Riesenradnetzspinne   (Bild: SWR)
Riesenradnetzspinnen werden oft in Zoologischen Gärten aber auch in privaten Wohnungen gehalten.

Sie brauchen genügend Platz, um ihre großen Netze bauen zu können. So können sie zum Beispiel in einem 30 x 60 x 60 Zentimeter großen Terrarium oder sogar in einem eigenen Zimmer gehalten werden.

Außerdem brauchen sie tropisches Klima mit Temperaturen, die nie unter 20°C fallen dürfen und einer Luftfeuchtigkeit von mindestens 50 Prozent.
Obwohl Riesenradnetzspinnen giftig sind, sind sie für den Menschen harmlos. Normalerweise sind diese Tiere sehr friedlich und beißen nicht.