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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Riesenradnetzspinne

Alltag
Netz mit goldfarbenen Fäden  (Bild: SWR)
Riesenradnetzspinnen bauen - wie ihr Name schon sagt - die größten Netze unter allen Spinnen. Im Extremfall können ihre Spinnennetze bis zu neun Meter Durchmesser haben. In der Regel messen sie aber nur einen bis eineinhalb Meter. Außerdem sind die feinen Fäden goldfarben, sodass die Netze besonders auffallen.
Wird das Netz beschädigt - etwa durch zappelnde Beutetiere - baut die Spinne kein neues Netz, sondern repariert den Schaden. Für den Bau eines neuen Netzes braucht eine Riesenradnetzspinne etwa 90 Minuten.
Beute einer Riesenradnetzspinne  (Bild: SWR)
Die klebrigen Spinnfäden der Riesenradnetzspinnen sind bekannt dafür, dass sie extrem reißfest sind.
Sogar kleine Vögel können sich so darin verfangen, dass sie nicht mehr entkommen können. Manche einheimischen Völker verwenden die Netze dieser Spinnen sogar zum Fischfang.

Auch Wissenschaftler, die nach neuen Materialen für Textilien suchen, interessieren sich für die Riesenradnetzspinnen: So sollen zum Beispiel die Fäden der Spinne Nephila madagaskaiensis 1000 mal stabiler sein als Stahlseile. Trotzdem sind sie sehr flexibel und dehnbar.
Färbung der Riesenradnetzspinne  (Bild: SWR)
Dass Riesenradnetzspinnen so auffallend gefärbt und gemustert sind, überrascht auf den ersten Blick. Denn normalerweise versuchen sich Tiere, die auf Beute lauern, zu tarnen, damit ihre Opfer sie nicht entdecken.

Forscher haben jedoch herausgefunden, dass Riesenradnetzspinnen auf eine andere Taktik setzen: Zum Beispiel ist die Spinne Nephila pilipes so auffällig leuchtend gemustert, dass sie in den Augen einer Biene wie eine Blüte aussieht.
Und so fliegt die Biene unweigerlich auf die Blüte zu und damit in das Netz der Spinne. Solche Spinnen fangen im Durchschnitt doppelt so viele Bienen wie ihre unscheinbarer gefärbten Verwandten.
Freunde und Feinde
Nur große Vögel und Reptilien können den Riesenradnetzspinnen gefährlich werden.
Jagd
Riesenradnetzspinne mit Beute  (Bild: SWR)
Kaum ein Insekt hat eine Chance, den klebrigen und extrem reißfesten Fäden des Netzes einer Riesenradnetzspinne zu entkommen.

Je mehr die Beute zappelt, um so fester verfängt sie sich in den Fäden. Die Beute wird dann mit einem Giftbiss getötet und ausgesaugt.
Nachwuchs
Bei in Gefangenschaft gehaltenen Riesenradnetzspinnen ist die Paarung gut zu beobachten. Allerdings sollte man eine wichtige "Vorsichtsmaßnahme" ergreifen: So sollte das Weibchen vor der Paarung möglichst viel gefressen haben. Ansonsten kann es vorkommen, dass das Weibchen das Männchen noch vor der Paarung frisst.

Das Männchen baut zuerst neben dem Netz des Weibchens ein eigenes Netz und wartet. Schließlich beginnt es, am Netz des Weibchens zu zupfen. Ist das Weibchen paarungswillig, wackelt es mit dem Körper leicht hin und her und zupft ebenfalls an seinem Netz. Für das Männchen ist dies das Signal, dass es zu dem Weibchen klettern darf. Von der Unterseite des Netzes aus führt es seine Geschlechtsorgane in die des Weibchens und befruchtet es. Danach sucht das Männchen schnell das Weite, damit es vom Weibchen nicht gefressen wird.

Das Weibchen legt anschließend seine Eier in einem Kokon aus Spinnenfäden ab, aus dem schließlich 30 bis 50 junge Spinnen schlüpfen. Mit etwa zwei Monaten sind die jungen Riesenradnetzspinnen dann ausgewachsen und werden geschlechtsreif.
Autorin: Barbara Kiesewetter