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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Ringelnatter

Alltag
Kopf einer Ringelnatter mit großen, runden Augen (Bild: SWR)
Ringelnattern sind nicht giftig und für den Menschen harmlos. Sie sind meist am Tag aktiv. Weil sie wechselwarm sind, ist ihre Körpertemperatur nicht immer gleich, sondern von der Temperatur der Umgebung abhängig. Sie beginnen den Tag deshalb mit einem Sonnenbad, um sich aufzuwärmen. Abends kriechen sie in ein Versteck, wo sie die Nacht verbringen.
Ringelnattern können sehr gut schwimmen und tauchen. Beim Schwimmen heben sie den Kopf leicht aus dem Wasser.
Eine Ringelnatter auf einem Stein (Bild: SWR)
Ringelnattern sind sehr scheue Tiere. Wenn sie gestört werden, verhalten sie sich ganz unterschiedlich. Manchmal bewegen sie sich nicht mehr und verharren ganz still.

Meist fliehen sie jedoch, indem sie schnell und lautlos ins Wasser gleiten oder ein Versteck zwischen Steinen, Büschen oder Baumstämmen aufsuchen.
Fühlen sie sich bedroht und können nicht fliehen, gehen Ringelnattern in Angriffsstellung. Dabei liegen sie zusammengerollt auf dem Boden und bilden mit dem Hals ein "S".

Ringelnatter mit aufgerichtetem Vorderkörper (Bild: SWR)
Dann stoßen sie mit dem Kopf zischend Richtung Angreifer. Sie beißen jedoch nicht, sondern drohten nur. Ringelnattern können aber auch wie eine Kobra den Vorderkörper aufrichten. Auch dabei zischen sie und stoßen mit dem Kopf Richtung Angreifer.
Eine andere Reaktion auf eine bedrohliche Lage ist Totstellen: Dabei drehen sie sich auf den Rücken, werden ganz schlaff und lassen die Zunge aus dem Maul hängen. Aus der Kloake geben sie außerdem oft eine übel riechende Flüssigkeit ab.
Eine Gruppe Ringelnattern (Bild: SWR)
Den Winter verbringen Ringelnattern in kleinen Gruppen in einem Versteck, das sie vor der Kälte schützt.
Das kann ein großer Wurzelstock, ein Laub- oder Komposthaufen oder eine Erdhöhle sein. Sie befinden sich dann in der so genannten Winterstarre.
Erst im April, wenn es für sie warm genug ist, kommen sie wieder aus ihrem Versteck hervor.
Freunde und Feinde
Greifvögel, Graureiher, Fuchs, Wiesel aber auch Katzen können Ringelnattern gefährlich werden. Vor allem die jungen Ringelnattern haben viele Feinde. Die Schlangen versuchen aber, sich zu schützen, indem sie eine übel riechende Flüssigkeit absondern, wenn sie angegriffen werden.
Nachwuchs
Ringelnattern paaren sich im Frühjahr nach der ersten Häutung. Dazu versammeln sich manchmal bis zu 60 Tiere an einem Platz. Die Männchen sind immer in der Überzahl. Die Eier werden von Juli bis August an einen warmen Platz wie etwa einem Komposthaufen oder alten Baumstumpf abgelegt, ein Weibchen legt dabei zwischen zehn und 40 Eier.
Die jungen Ringelnattern schlüpfen im frühen Herbst. Sie sind nur zwölf Zentimeter lang und wiegen gerade mal drei Gramm.

Die Baby-Schlangen bleiben zunächst in ihrem Gelege beisammen und verbringen dort den Winter. Mit etwa vier Jahren werden sie geschlechtsreif.
Autorin: Barbara Kiesewetter