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Ein Rosapelikan putzt sein Gefieder (Bild: picture alliance / dpa)

Rosapelikan


Pelecanus onocrotalus

Pelikane sind die größten flugfähigen Wasservögel der Erde: Mit ihrer mächtigen Gestalt und dem riesigem Schnabel sind sie unverkennbar.
Aussehen
Ein Rosapelikan mir ausgebreiteten Flügeln (Bild: SWR)Rosapelikane sind Wasservögel. Sie gehören zur Ordnung der Ruderfüßer und dort zur Familie der Pelikane.
Die Vögel sind wirklich beeindruckend: Ihr Körper ist bis zu 160 Zentimeter lang und ihre Flügelspannweite beträgt rund 280 Zentimeter. Sie wiegen neun bis 14 Kilogramm, die Weibchen sind deutlich kleiner als die Männchen.
Am auffälligsten ist der bis zu 40 Zentimeter langer Schnabel mit dem Kehlsack. Doch so groß er auch aussieht - der Schnabel ist sehr leicht, weil er nicht massiv, sondern hohl ist. Er ist orange-rosa gefärbt und hat blaugraue Seiten, der Kehlsack ist gelb.

Rosapelikan (Bild: SWR)Rund um das Auge tragen die Vögel einen rosa Gesichtsfleck. Die Beine sind fleischfarben und zwischen den Zehen haben die Tiere Schwimmhäute.
Obwohl sie Rosapelikane heißen, ist ihr Gefieder weiß gefärbt, die großen Schwungfedern an den Flügeln sind schwarz. Rosa sind nur die Vögel nur zur Balzzeit. Die Bürzeldrüse, die das Fett enthält, mit dem sie ihr Gefieder pflegen, damit es wasserdicht wird, produziert dann einen rosa Farbstoff.

Eine Gruppe von Rosapelikanen (Bild: SWR)Wenn die Pelikane ihr Gefieder pflegen, verteilen sie diese Substanz auf dem ganzen Körper und schimmern dann rosa. Je mehr rosa ein Vogel gefärbt ist, umso attraktiver ist er für seine Artgenossen.
Bei den Männchen färbt sich zur Brutsaison außerdem die Haut rund um die Augen gelbrosa, bei den Weibchen kräftig orange. Die Tiere tragen in dieser Zeit obendrein am Kopf einen Federschopf, der bei den Männchen bis zu 14 Zentimeter lang wird, bei den Weibchen ist er sehr viel kleiner.
Heimat
Rosapelikane kommen von Südosteuropa bis Zentralasien und Indien vor, außerdem in großen Teilen Afrikas.
In Europa leben sie vor allem im Donaudelta, also in dem Gebiet, in dem die Donau in vielen Armen ins Schwarze Meer mündet.
Lebensraum
Als Wasservögel kommen Rosapelikane in Lebensräume mit Sümpfen, seichten Seen und in Flussmündungen, Lagunen und an Küsten vor.
Ideal sind für sie feuchte und warme Regionen wie das Donaudelta.
Rassen und Arten
Kopf eines Brillenpelikans (Bild: SWR)Zur Gattung der Pelikane gehören neben dem Rosa-Pelikan noch weitere sieben Arten. Sie sind in verschiedenen Regionen zu Hause, ihre Lebensweise und ihr Verhalten sind aber recht ähnlich.
Der Brillenpelikan lebt von Indonesien über Australien bis zu den Fidschi-Inseln. Er ist ebenfalls weiß gefärbt mit schwarzen Schwungfedern, hat einen gelborangen Augenring und einen rosa Kehlsack.
Der Krauskopfpelikan ist von Südosteuropa über Mittelasien bis zum Westen der Mongolei zu finden. Er gehört wie der Rosa-Pelikan zu den größten Pelikanen
Ein Brillenpelikan reißt seinen Schnabel weit auf (Bild: SWR)Der Nashornpelikan kommt von den USA über Mexiko bis Mittelamerika vor. Er hat einen bis zu sieben Zentimeter hohen Schnabelrücken, daher sein Name.
Der Rötelpelikan ist in Afrika verbreitet. Er gleicht stark dem Rosa-Pelikan, ist aber kleiner. Der Braunpelikan ist, wie sein Name sagt, braun gefärbt und lebt in Nord- und Südamerika.
Der Graupelikan ist eine der kleinsten Pelikanarten, er kommt in Südasien und Südostasien vor. Der Chile-Pelikan hat ein graues Federkleid. Auffällig ist seine rote Schnabelspitze. Er lebt an der Pazifikküste von Chile und Peru.
Lebenserwartung
Rosapelikane werden erstaunlich alt. In der Natur leben sie bis zu 40 Jahre, in Gefangenschaft sogar bis zu 50 Jahre.
Alltag
Eine Gruppe von Rosapelikanen (Bild: SWR)Rosapelikane sind sehr gesellige Vögel. Sie brüten in Kolonien, die aus mehreren hundert oder sogar mehreren tausend Tieren bestehen können.
In diesen großen Kolonien gibt es keine Rangfolge, die Vögel leben gleichberechtigt miteinander. Nur ab und zu kommt es zu Streitereien.
Beim Fliegen nehmen Rosapelikane eine typische Haltung ein. Sie ziehen den Kopf ähnlich wie ein Reiher zurück. Weil sie die Thermik der Luft ausnutzen und sich von den warmen Luftströmen nach oben tragen lassen, können sie weit in die Höhe steigen und sehr elegant in der Luft segeln. Nur ab und zu bewegen sie die Flügel.

Mehrere Rosapelikane (Bild: SWR)Auf diese Weise können sie bis zu 24 Stunden ohne Pause fliegen und dabei bis zu 500 Kilometer zurücklegen.
Der Start der schweren Vögel ist allerdings etwas schwierig: Dazu müssen sie erst einmal richtig Anlauf nehmen und kräftig mit den Flügeln schlagen, um in die Luft steigen zu können. Dann aber können sie sehr lange und sehr weit fliegen.
Rosapelikane sind Zugvögel.
In Europa brüten die meisten Tiere im Donaudelta in Rumänien sowie in der Türkei und in Griechenland. Diese Vögel fliegen im Winter nach Nordostafrika und verbringen die kalte Jahreszeit dort.
Außerhalb ihrer Brutgebiete sind Rosapelikane in Europa nur ganz selten zu sehen.
Drei Rosapelikane fischen im Wasser nach Futter (Bild: SWR)Rosapelikane sind perfekte Fischer. Wie mit einem Kescher fangen sie mit ihrem Kehlsack Fische, während sie im Wasser schwimmen. Dieser Kehlsack fasst bis zu 13 Liter Wasser - das ist mehr als ein großer Eimer voll.
Der große Kehlsack dient aber nicht nur zum Fischen: Über seine dünne Haut können die Tiere Wärme abgeben und so bei Hitze ihren Körper etwas kühlen.
Freunde und Feinde
Weil sie so groß sind, haben erwachsene Pelikane kaum natürliche Feinde. Nur Menschen können ihnen gefährlich werden, weil die Vögel in manchen Gegenden als Konkurrenten der Fischer gelten.
Nachwuchs
Die Brutsaison dauert in Europa von Mitte April bis Mitte September. Dann leben Rosapelikane als Paar zusammen. Große Nestbauer sind Rosapelikane nicht. Sie legen ihre Nester an, indem sie auf dem Boden Äste und Zweige zu einem unordentlichen Haufen schichten.
Ein Weibchen legt meist zwei Eier. Nach 29 bis 36 Tagen Brutzeit schlüpfen die Küken. Sie sind noch nackt und haben einen kurzen Schnabel. Nach ein paar Tagen tragen sie ein flaumiges Daunenkleid, das sich mit der Zeit braun färbt.

Federn eines jungen Rosapelikans (Bild: SWR)Beide Elterntiere kümmern sich um die Kleinen und füttern sie mit einem vorverdauten Brei aus Fischen, den die Jungen aus dem Kehlsack der Eltern fressen.
Junge Rosapelikane werden sehr schnell erwachsen: Mit etwa vier Wochen erkunden sie die Umgebung des Nests, mit zehn Wochen sind sie flügge und schon mit 14 Wochen selbstständig.
Solche Jungvögel erkennt man an dem gräulichen Gefieder. Geschlechtsreif werden die Vögel mit drei bis vier Jahren.
Sprache
Brillenpelikane schwimmen im Wasser (Bild: SWR)Rosapelikane sind ziemlich stille Vögel. Sie geben nur zischende, fauchende, stöhnende oder grunzende Laute von sich oder klappern mit dem Schnabel.
Jungtiere sind sehr viel lauter: Sie blöken ähnlich wie ein Schaf und geben bellende oder grunzende Laute von sich.
Ernährung
Ein Rosapelikan mit Futter im Schnabel (Bild: SWR)Rosapelikane ernähren sich ausschließlich von Fischen. Manchmal gehen mehrere Rosapelikane zusammen auf Jagd. Sie schwimmen dann in Form eines V oder einer Kette und treiben mit heftigen Flügelschlägen die Fische ins flache Wasser und schöpfen sie mit ihren Schnäbeln heraus.

Pro Tag braucht ein ausgewachsener Pelikan rund 1,2 Kilogramm Fisch, das sind etwa 10 Prozent seines Körpergewichts.