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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Rosapelikan

Alltag
Eine Gruppe von Rosapelikanen (Bild: SWR)Rosapelikane sind sehr gesellige Vögel. Sie brüten in Kolonien, die aus mehreren hundert oder sogar mehreren tausend Tieren bestehen können.
In diesen großen Kolonien gibt es keine Rangfolge, die Vögel leben gleichberechtigt miteinander. Nur ab und zu kommt es zu Streitereien.
Beim Fliegen nehmen Rosapelikane eine typische Haltung ein. Sie ziehen den Kopf ähnlich wie ein Reiher zurück. Weil sie die Thermik der Luft ausnutzen und sich von den warmen Luftströmen nach oben tragen lassen, können sie weit in die Höhe steigen und sehr elegant in der Luft segeln. Nur ab und zu bewegen sie die Flügel.

Mehrere Rosapelikane (Bild: SWR)Auf diese Weise können sie bis zu 24 Stunden ohne Pause fliegen und dabei bis zu 500 Kilometer zurücklegen.
Der Start der schweren Vögel ist allerdings etwas schwierig: Dazu müssen sie erst einmal richtig Anlauf nehmen und kräftig mit den Flügeln schlagen, um in die Luft steigen zu können. Dann aber können sie sehr lange und sehr weit fliegen.
Rosapelikane sind Zugvögel.
In Europa brüten die meisten Tiere im Donaudelta in Rumänien sowie in der Türkei und in Griechenland. Diese Vögel fliegen im Winter nach Nordostafrika und verbringen die kalte Jahreszeit dort.
Außerhalb ihrer Brutgebiete sind Rosapelikane in Europa nur ganz selten zu sehen.
Drei Rosapelikane fischen im Wasser nach Futter (Bild: SWR)Rosapelikane sind perfekte Fischer. Wie mit einem Kescher fangen sie mit ihrem Kehlsack Fische, während sie im Wasser schwimmen. Dieser Kehlsack fasst bis zu 13 Liter Wasser - das ist mehr als ein großer Eimer voll.
Der große Kehlsack dient aber nicht nur zum Fischen: Über seine dünne Haut können die Tiere Wärme abgeben und so bei Hitze ihren Körper etwas kühlen.
Freunde und Feinde
Weil sie so groß sind, haben erwachsene Pelikane kaum natürliche Feinde. Nur Menschen können ihnen gefährlich werden, weil die Vögel in manchen Gegenden als Konkurrenten der Fischer gelten.
Nachwuchs
Die Brutsaison dauert in Europa von Mitte April bis Mitte September. Dann leben Rosapelikane als Paar zusammen. Große Nestbauer sind Rosapelikane nicht. Sie legen ihre Nester an, indem sie auf dem Boden Äste und Zweige zu einem unordentlichen Haufen schichten.
Ein Weibchen legt meist zwei Eier. Nach 29 bis 36 Tagen Brutzeit schlüpfen die Küken. Sie sind noch nackt und haben einen kurzen Schnabel. Nach ein paar Tagen tragen sie ein flaumiges Daunenkleid, das sich mit der Zeit braun färbt.

Federn eines jungen Rosapelikans (Bild: SWR)Beide Elterntiere kümmern sich um die Kleinen und füttern sie mit einem vorverdauten Brei aus Fischen, den die Jungen aus dem Kehlsack der Eltern fressen.
Junge Rosapelikane werden sehr schnell erwachsen: Mit etwa vier Wochen erkunden sie die Umgebung des Nests, mit zehn Wochen sind sie flügge und schon mit 14 Wochen selbstständig.
Solche Jungvögel erkennt man an dem gräulichen Gefieder. Geschlechtsreif werden die Vögel mit drei bis vier Jahren.
Sprache
Brillenpelikane schwimmen im Wasser (Bild: SWR)Rosapelikane sind ziemlich stille Vögel. Sie geben nur zischende, fauchende, stöhnende oder grunzende Laute von sich oder klappern mit dem Schnabel.
Jungtiere sind sehr viel lauter: Sie blöken ähnlich wie ein Schaf und geben bellende oder grunzende Laute von sich.
Autorin: Barbara Kiesewetter
 
 
 
 
 
 
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