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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Rotaugenlaubfrosch

Alltag
Ein Rotaugenlaubfrosch sitzt auf einem feuchten Blatt (Bild: SWR)
Der lateinische Name des Rotaugenlaubfroschs bedeutet übersetzt "leuchtend schöne Baumnymphe".

Er spielt auf die auffällige, hübsche Färbung des Froschs an. Die leuchtende Farbe soll andere Tiere warnen.

Denn mit ihr zeigen die bunten Hüpfer unmissverständlich: Vorsicht, wir sind giftig! Die Haut der Frösche enthält ein Gift, das Angreifer abhalten soll. Für Menschen ist das Gift aber nicht gefährlich.
Ein Rotaugenlaubfrosch klettert auf einer Pflanze (Bild: SWR)
Rotaugenlaubfrösche sind perfekt an das Leben hoch oben in den Baumkronen angepasst.

Weil sie mit den Daumen und den Fingern eine Greifhand bilden können, können sie sich fest an Zweigen und Ästen festhalten. Den Tag verbringen sie an der Unterseite von Blättern.

Dort kauern sie sich eng zusammen, so dass von ihrer bunten Färbung nichts zu sehen ist.
Frosch sitzt auf Terrariumrand (Bild: SWR)
Tagsüber sind sie einfach grün und deshalb gut getarnt.
Erst nachts werden die Rotaugenlaubfrösche aktiv. Wenn es dunkel wird, machen sie sich auf Futtersuche.

Dabei lauern sie auf ihre Beute. Sobald sich ein Insekt ihrem Maul nähert, springen sie blitzschnell auf ihr Opfer zu und verschlucken es.
Freunde und Feinde
Trotz des Gifts in ihrer Haut werden Rotaugenlaubfrösche von manchen Tieren gefressen, die gegen dieses Gift unempfindlich sind. Dazu gehören einige Vögel, Fledermäuse und Schlangen.
Nachwuchs
Ein Rotaugenlaubfroschmännchen beim Rufen (Bild: SWR)
In ihrem natürlichen Lebensraum pflanzen sich Rotaugenlaubfrösche während der Regenzeit fort.

Die Männchen locken die Weibchen mit lauten Rufen an. Nähert sich ein Weibchen, klettert das Männchen auf dessen Rücken. Dort bleibt es sitzen und lässt sich herumtragen.

Allerdings kommt es immer wieder vor, dass Konkurrenten ihm den Platz auf dem Weibchen streitig machen und versuchen, es herunterzuschubsen.

Schließlich legt das Weibchen seine Eier an die Unterseite eines Blattes, das über dem Wasser hängt ab. Damit die Eier nicht austrocknen, besitzen sie eine wasserhaltige Gallerthülle. Nach spätestens sieben Tagen schlüpfen die Kaulquappen und fallen ins Wasser.

Droht allerdings schon vor dem Schlüpfen die Gefahr, dass die Eier zum Beispiel von Schlangen gefressen werden, zeigen die Larven einen einmaligen Trick: Sie können blitzschnell bis zu zwei Tage vor dem eigentlichen Schlüpftermin ihre Gallerthüllen sprengen und ins Wasser springen.

Dort machen sie nach und nach die Verwandlung zum Frosch durch: Nach etwa drei Monaten klettern winzige Jungfrösche aus dem Wasser. Sie werden etwa mit eineinhalb bis zwei Jahren geschlechtsreif.
Sprache
Rotaugenlaubfrösche geben knackende Tschak-tschak-Laute von sich. Außerdem lassen sie hohe Rufe hören, die wie ein zwitscherndes "trdrdrdrdrdr" klingen. Hört man diesen Ruf zum ersten Mal, denkt man eher, dass er von einem Vogel kommt als von einem Frosch.
Autorin: Barbara Kiesewetter