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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Rothirsch

Alltag
Rothirsche in der Wildnis (Bild: SWR)
Hirsche werden erst gegen Abend in der Dämmerung aktiv. Früher war das jedoch anders: da waren die Hirsche am Tag unterwegs. Weil sie vom Menschen stark gejagt wurden, halten sie sich am Tag meist versteckt. Erst in der Abenddämmerung kommen sie zum Fressen hervor.
Weibchen und Männchen leben meist getrennt. Die Weibchen leben zusammen mit den Jungtieren in Rudeln und werden von einer alten Hirschkuh angeführt. Die Männchen ziehen entweder als Einzelgänger durch die Wälder oder tun sich zu kleinen Gruppen zusammen.

Wer weiß, wo Hirsche in einem Waldgebiet leben, kann sie ziemlich leicht beobachten, weil sie immer wieder die gleichen Wege benutzen. Solche Wege werden Wechsel genannt.

Rothirsche sind nicht nur gute Läufer, sondern können auch prima springen und schwimmen. Feinde entdecken sie meist schon von weitem, weil sie gut hören, sehen und riechen können.

Gruppe von Rothirschen (Bild: SWR)
Wundert euch nicht, wenn ihr einmal Hirsche ohne Geweih seht: Erstens tragen bei den Rothirschen nur die Männchen Geweihe, und zweitens werfen die Männchen zwischen Februar und April ihr altes Geweih ab. Das könnt ihr mit viel Glück sogar im Wald finden.
Bis Ende August ist dann das neue Geweih nachgewachsen. Es ist zunächst noch von einer Haut, dem so genannten Bast bedeckt, den die Hirsche nach und nach abstreifen, indem sie das Geweih an Baumstämmen reiben.
Freunde und Feinde
Wölfe und Braunbären können den Rothirschen gefährlich werden, Jungtiere können auch Luchsen, Füchsen oder Steinadlern zum Opfer fallen. Bei uns haben Hirsche aber kaum Feinde, weil es so gut wie keine großen Raubtiere mehr gibt.
Nachwuchs
ein Rothirsch röhrt (Bild: SWR)
Im Herbst, im September und im Oktober ist Paarungs- oder Brunftzeit bei den Hirschen.

Dann wird es richtig laut: Die Männchen ziehen nicht mehr in ihren Gruppen, sondern alleine herum und lassen ihre lauten, röhrenden Rufe hören.

Damit wollen sie den anderen Hirschen sagen: "Dieses Revier gehört mir!" Außerdem locken sie mit ihren Rufen die Weibchen an.
Kampf unter zwei jungen Hirschen (Bild: SWR)
Diese Zeit bedeutet für die Hirsch-Männer Stress: Sie fressen kaum und oft kommt es zu Kämpfen zwischen zwei Männchen. Mit gegeneinander gedrückten Geweihen testen sie, wer der Stärkere ist. Der Sieger schart schließlich ein ganzes Rudel von Hirschkühen um sich. Die schwächeren Hirsche bleiben ohne Weibchen.

Nach einem Monat herrscht wieder Ruhe, und knapp acht Monate nach der Paarung kommen die Jungen zur Welt, meist ist es eines, ganz selten sind es zwei. Ihr Fell ist hell gefleckt und sie wiegen elf bis 14 Kilogramm. Schon nach ein paar Stunden können sie auf wackeligen Beinen der Mutter folgen.
Hirschmutter mit jungem Rothirsch (Bild: SWR)
In den ersten Monaten werden sie gesäugt und bleiben meist bei ihr, bis das nächste Kalb geboren wird. Erst mit zwei oder drei Jahren sind Hirsche erwachsen und geschlechtsreif.

Ganz ausgewachsen sind sie mit vier Jahren.

Der weibliche Nachwuchs bleibt meist im Rudel der Mutter, die männlichen Jungtiere verlassen im Alter von zwei Jahren das Rudel und schließen sich anderen männlichen Hirschen an.
Sprache
Bei Gefahr geben Hirsche bellende, grunzende oder brummende Laute von sich. Zur Brunftzeit lassen die Männchen ein lautes Röhren hören, das durch Mark und Bein geht. Die Jungen können blöken und quietschen.
Autorin: Barbara Kiesewetter