OLIs Wilde Welt
Kurzohr-Rüsselspringer (Bild: SWR)

Rüsselspringer


Macroscelides proboscideus

Wegen ihrer lang gezogenen, spitzen Nase werden die Kurzohr-Rüsselspringer auch Elefantenmäuse genannt.
Aussehen
Kurzohr-Rüsselspringer (Bild: SWR)
Kurzohr-Rüsselspringer gleichen auf den ersten Blick einer großen Spitzmaus: Sie haben einen 9,5 bis 14 Zentimeter langen Schwanz mit schwarzen, steifen Haaren und eine lang gezogene, rüsselähnliche Schnauze. An der Wurzel der Schnauze tragen sie viele, lange Schnurrhaare, mit denen sie tasten können.
Ihr Körper ist 9,5 bis 12,5 Zentimeter lang und sie wiegen gerade mal 40 Gramm. Damit sind Kurzohr-Rüsselspringer die kleinsten Vertreter der Rüsselspringer. Auffällig sind ihre großen, runden, glänzenden Augen. Die Ohren sind runder als bei anderen Rüsselspringer-Arten und wirken deshalb kleiner.

Kurzohr-Rüsselspringer (Bild: SWR)
Ihr Fell ist dicht und sehr weich, es ist an der Körper-Oberseite braun und am Bauch weiß gefärbt. Es scheint aber mehrere Farbvarianten zu geben, die bisher jedoch noch nicht genau untersucht wurden.
Die Beine tragen kurze, weiße Haare und sind sehr lang. Außerdem sind die Hinterbeine länger als die Vorderbeine, so dass die Tiere sehr gut springen und hüpfen können.

Kurzohr-Rüsselspringer zählen aber nicht zu den Spitzmäusen und sie sind schon gar nicht mit den zu den Nagetieren gehörenden Mäusen verwandt. Vielmehr betrachten Zoologen die Rüsselspringer mittlerweile als eine ganz eigene Tiergruppe innerhalb der Insektenfresser und haben sie in der Ordnung der Rüsselspringer oder Macroscelidea zusammengefasst. Sie sind eine sehr alte Tiergruppe: Rüsselspringer gibt es schon seit etwa 30 Millionen Jahren auf der Erde.
Heimat
Alle Rüsselspringer-Arten sind in Afrika zuhause.
Lebensraum
Rüsselspringer besiedeln in Afrika ganz verschiedene Lebensräume: Je nach Art kommen sie in Ostafrika in Steppen und Savannen vor, andere wie der Kurzohr-Rüsselspringer leben in den Wüsten Namibias und Südafrikas, wieder andere in den Gebirgs- und Tieflandwäldern Zentralafrikas oder in den Halbwüsten im Nordwesten Afrikas.
Rassen und Arten
Kurzohr-Rüsselspringer (Bild: SWR)
Zur Familie der Rüsselspringer gehören 17 verschiedene Arten. Sie werden in zwei Unterfamilien zusammengefasst: den Rüsselhündchen und den Rüsselspringern.

Neben dem Kurzohr-Rüsselspringer gibt es den Kurznasen-Rüsselspringer und die Schwarzfüßige Elefantenspitzmaus.

Bekannt sind außerdem der Langschwanz-Rüsselspringer, die Nordafrikanische Elefantenspitzmaus und die Waldrüsselratte.
Lebenserwartung
Kurzohr-Rüsselspringer werden in der freien Wildbahn etwa 1 bis 1,5 Jahre alt. In Gefangenschaft leben sie länger: Hier können sie bis zu 3 1/4 Jahre alt werden. Es gibt aber auch Berichte, dass sie sogar ein Alter von 6 Jahren erreichen können.
Alltag
Kurzohr-Rüsselspringer auf dem Boden (Bild: SWR)
Kurzohr-Rüsselspringer sind vor allem am Tag und in der Dämmerung aktiv. Sie graben lange, weit verzweigte Gang- und Höhlensysteme, in denen sie wohnen und auch auf Nahrungssuche gehen.
Da sie hauptsächlich Termiten fressen, graben sie manchmal auch direkt Gänge in Termitenhügel.

Kurzohr-Rüsselspringer leben überwiegend in ihren Gängen und auf dem Boden, manchmal sieht man sie aber auch in niedrigen Büschen von Ast zu Ast hüpfen, wenn sie zur Abwechslung auf der Suche nach Früchten und Samen sind. Dabei sind sie sehr geschickt, denn ihr langer Schwanz hilft ihnen, das Gleichgewicht zu halten.
Die Nase des Kurzohr-Rüsselspringers ist sehr beweglich (Bild: SWR)
Wenn sie sich auf dem Boden bewegen, laufen und hüpfen sie. Beim Aufstöbern der Nahrung hilft ihnen ihre lange rüsselartige Schnauze: Sie ist ständig in Bewegung und kann in alle Richtungen gedreht werden.

Kurzohr-Rüsselspringer haben ein gutes Gehör, können aber nicht gut sehen.
Kurzohr-Rüsselspringer markieren wie alle Rüsselspringer ihr Revier mit Duftstoffen.
So kann der Kurzohr-Rüsselspringer alles riechen (Bild: SWR)
Sie leben paarweise zusammen und teilen sich die Revier-Verteidigung: Die Weibchen vertreiben fremde Rüsselspringer-Weibchen, die Männchen fremde Männchen.

Doch obwohl sie paarweise leben, sind sie nicht sehr sozial: Rüsselspringer pflegen sich weder gegenseitig das Fell, noch gibt es ein Begrüßungsritual unter den Partnern. Meist haben Männchen und Weibchen sogar getrennte Schlafnester
Freunde und Feinde
Kleine Raubtiere und Greifvögel können den Rüsselspringern gefährlich werden. Größere Arten werden in manchen Regionen Afrikas auch von Menschen gejagt
Nachwuchs
Kurzohr-Rüsselspringer haben nicht viel Arbeit mit ihrem Nachwuchs: Sie bekommen nur einmal im Jahr während der Regenzeit ein bis zwei Junge. Die Kleinen sind schon bei der Geburt sehr weit entwickelt und können fast sofort laufen und springen.
Sprache
Kurzohr-Rüsselspringer geben kaum Laute von sich. Andere Arten wie die Rüsselhündchen lassen laute, hohe Schreie hören, wenn man sie einfängt.
Ernährung
Kurzohr-Rüsselspringer beim Fressen (Bild: SWR)
Kurzohr-Rüsselspringer sind Allesfresser.

Am liebsten fressen sie Termiten, andere Insekten, Spinnen und Würmer.

Daneben naschen sie aber auch von Früchten, Samen und Beeren.