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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Saatkrähe

Alltag
Ein Schwarm Saatkrähen (Bild: SWR)
Im Herbst ist bei uns Saatkrähen-Zeit: Dann fallen sie ab September oder Oktober in riesigen Schwärmen ein, um hier den Winter zu verbringen.
Es sind meist Saatkrähen aus Nord- und Osteuropa, die nach der Brutzeit Richtung Westen und Süden ziehen, um dem strengen Winter in ihrer Heimat zu entkommen.
Oft tun sie sich mit den bei uns heimischen Saatkrähen zusammen und bilden große Schwärme.
Krähenpärchen (Bild: SWR)
Erst im nächsten Frühjahr machen sie sich wieder auf den Weg in ihre Brutgebiete.

Im Gegensatz zu diesen Tieren ziehen unsere einheimischen Saatkrähen im Winter nicht fort.

Sie bleiben das ganze Jahr über hier und ziehen einmal im Jahr Junge auf.
Krähenkolonie (Bild: SWR)
Nachts bilden Saatkrähen große Kolonien und übernachten gemeinsam - wenn sie dort nicht gestört werden - an immer den gleichen Schlafplätzen. In so einem Schwarm können sich Nacht für Nacht bis zu 100 000 Vögel versammeln. Oft gesellen sich auch Dohlen und Rabenkrähen zu ihnen.
Es ist wirklich beeindruckend, wenn sich so ein riesiger Schwarm abends am Sammelplatz trifft und dann gemeinsam zum Schlafplatz fliegt. Morgens brechen sie dann wieder von Ihren Nachtquartieren zur Nahrungssuche in die Umgebung auf.
Das Leben im Schwarm oder in der Kolonie hat für die Saatkrähen viele Vorteile: Sie tauschen Informationen über gute Futterplätze aus und können sich gemeinsam besser gegen Möwen oder Greifvögel durchsetzen, die ihnen ihre Nahrung streitig machen.

Im Schwarm lernen die Saatkrähen außerdem ihren Partner kennen, und die Jungtiere sind besser vor Feinden geschützt.

Saatkrähen plündern keine Nester anderer Vögel. Das tun ab und zu einmal die nah mit ihnen verwandten Rabenkrähen.
Freunde und Feinde
Einer der größten Feinde der Saatkrähen ist der Mensch. Die Saatkrähen wurden irrtümlich für Schädlinge gehalten und verfolgt. Und weil sie in Schwärmen leben, war es auch leicht, große Zahlen der schönen Vögel auf einmal zu erschießen. Erst nach 1986 wurde es bei uns verboten, Saatkrähen zu jagen.
Nachwuchs
Krähenpärchen füttert sich gegenseitig (Bild: SWR)
Saatkrähenpaare sind sehr treu und bleiben ein Leben lang zusammen. Die Partner kraulen und füttern sich gegenseitig und pflegen sich das Gefieder.
Auch beim Brüten sind sie gesellig: Oft brüten bis zu 100 Paare gemeinsam hoch oben in den Bäumen, meist in über 15 Metern Höhe.
Ab Februar beginnen die Paare mit ihren Balzspielen.
Männchen sucht Nistmaterial (Bild: SWR)
Der Nestbau wird von Männchen und Weibchen gemeinsam erledigt, aber es herrscht Arbeitsteilung: Das Männchen trägt das Nistmaterial herbei, das Weibchen baut daraus das Nest.
Oft verwenden sie dafür das Material aus alten Nestern. Manchmal stibitzen sie von ihren Nachbarn Zweige und Reisig. Haben sie einmal ein stabiles Nest gebaut, nutzen sie es oft viele Jahre und bessern es Jahr für Jahr aus.
Ab April, manchmal schon ab März, wird dann gebrütet. Pro Nest werden meist vier bis fünf, manchmal auch drei oder sieben grünlich gefärbte und braun gesprenkelte Eier 16 bis 19 Tage lang ausgebrütet. Bei den Saatkrähen brüten nur die Weibchen, die Männchen versorgen sie in dieser Zeit mit Futter. Sind die Jungen geschlüpft, schaffen beide Eltern Nahrung herbei.
Nach etwa 30 Tagen werden die kleinen Saatkrähen flügge. Aber auch dann werden sie noch länger von ihren Eltern versorgt. Mit zwei Jahren sind sie erwachsen und geschlechtsreif.
Sprache
Das Krächzen der Saatkrähen klingt wie »krah« oder «kroh« oder auch wie »ahg« oder »gagh«.
Autorin: Barbara Kiesewetter
 
 
 
 
 
 
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