SWR Kindernetz
ProgrammvorschauPodcast

Tierlexikon für Kinder - Archiv

Schaf

Alltag
Tiere einer Schafherde (Bild: SWR)Ein Schaf allein - das gibt es nicht! Schafe sind reine Herdentiere und mögen es überhaupt nicht, alleine zu sein. Nur zusammen mit ihren Artgenossen fühlen sie sich sicher und geborgen.
Innerhalb der Herde bilden sich kleine Gruppen aus verwandten weiblichen Tieren. Eine strenge Rangordnung gibt es aber nicht.
Heidschnucken (Bild: SWR)Die Widder werden getrennt von der Herde gehalten und dürfen nur zur Paarungszeit zu den Schafen.

Zu dieser Zeit zeigen die Widder, wie temperamentvoll sie sein können: Beim Kampf um die Weibchen stoßen sie wieder und wieder krachend mit den Hörnern gegeneinander.
Das hört sich aber schlimmer an, als es ist. Die Tiere verletzen sich so gut wie nie dabei.

Eine Schafherde (Bild: SWR)Wenn die Paarungszeit vorbei ist, kommt wieder Ruhe in die Herde: Die Schafe verbringen den Tag vor allem mit Grasen. Nachts schlafen sie dicht aneinander gedrängt im Schutz der Herde.
Und weil sie friedliche und geduldige Tiere sind, können sie auch gut mit Pferden oder Rindern zusammen gehalten werden.
Schwarznasenschaf (Bild: SWR)Schafe haben sehr gute Augen. Die brauchen sie, um rechtzeitig Feinde zu entdecken. Wilde Schafe können einen Feind, schon auf mehrere hundert Meter Entfernung erkennen.

Außerdem haben sie eine feine Nase, mit der sie zum Beispiel Raubtiere schon von weitem wittern können.

Hausschafe werden in vier verschiedene Gruppen eingeteilt - je nachdem, wofür die einzelnen Rassen gezüchtet wurden:

Junge Schafe (Bild: SWR)Wollschafe liefern vor allem Wolle, Fleischschafe werden wegen ihres Fleischs gehalten, Milchschafe geben Milch und Landschafe haben nur eine Aufgabe:
Sie dienen als lebende "Rasenmäher" und halten auf der Heide, auf Bergwiesen und auf Deichen das Gras kurz und verhindern, dass allzu viele Büsche und Bäume wachsen können.
Freunde und Feinde
Wolf, Luchs, Fuchs und Adler können vor allem den Lämmern wilder Schafe gefährlich werden.
Nachwuchs
Ein Lämmchen (Bild: SWR)Ein Schaf wird mit etwa zwei Jahren erwachsen und kann dann jedes Jahr Junge bekommen. Paarungszeit ist im Herbst. Fünf Monate später bringt das Schaf im Februar oder März ein bis vier Lämmchen zur Welt. Gleich nach der Geburt leckt die Mutter die Lämmer ab und prägt sich dabei ihren Geruch ein; er ist das Erkennungs-Zeichen für die Mutter.

Umgekehrt merkt sich das Lämmchen ganz genau, wie die Mutter blökt. An diesem Ruf wird das Lamm seine Mutter später unter den vielen Schafen der Herde erkennen.
Ein Lämmchen versucht sich aufzurichten (Bild: SWR)Nach der Geburt der Lämmer muss alles ganz schnell gehen: Sie versuchen, sich auf ihren dünnen, langen Beinchen aufzurichten, um am Euter der Mutter zu trinken.

Das ist wichtig, weil die Lämmer mit der ersten Milch der Mutter eine Menge Abwehrstoffe bekommen. Diese brauchen sie, um gesund zu bleiben.

In den ersten Stunden stehen die Lämmchen noch ziemlich wackelig auf den Beinen, doch schon wenig später folgen sie ihrer Mutter auf die Weide.
Sprache
Jeder kennt den typischen Ruf der Schafe: "Mäh". Aber sie können auch blöken und meckern. Bei Gefahr warnen wilde Schafe ihre Herde mit einem Pfiff.
Autorin: Barbara Kiesewetter