OLIs Wilde Welt
Ein Schakal (Bild: www.colourbox.com)

Schakal


Canis aureus, Canis mesomelas, Canis adustus, Canis simensis

Schakale gehören zur Familie der Hunde und erinnern im Aussehen an eine Mischung aus einem Wolf und einem Fuchs. Die kleinen Raubtiere haben lange Beine und können deshalb schnell und ausdauernd laufen.
Aussehen
Ein Schakal steht hinter einem Zaun (Bild: SWR)Schakale sind Raubtiere. Je nach Art ist ihr Körper 70 bis 100 Zentimeter lang und sie wiegen sieben bis 20 Kilogramm. Sie haben aufrecht stehende, dreieckige Ohren, eine spitze Schnauze und lange Beine. Der Goldschakal ist je nach Verbreitungsgebiet etwas unterschiedlich gefärbt. Sein Fell variiert von Goldbraun über Rostbraun bis gräulich. Der Schabrackenschakal ist am Bauch rotbraun, die Flanken sind schieferbrau und der Rücken ist dunkel abgesetzt wie eine Schabracke. Er hat größere Ohren als die beiden anderen Arten und längere Beine als der Goldschakal.
Der Streifenschakal ist bräunlich grau gefärbt und trägt an den Flanken Streifen. Die Schwanzspitze ist weiß. Er hat relativ kleine Ohren und noch längere Beine als der Schabrackenschakal.
Der Abessinische Schakal ist rötlich gefärbt, Bauch und Beine sind weiß.
Goldschakal und Abessinischer Schakal sind die größten Schakale, der Schabracken- und der Streifenschakal sind etwas kleiner.
Heimat
Zwei Schakale in ihrem Gehege (Bild: SWR)Der Goldschakal ist der einzige der Schakale, der auch in Europa vorkommt. Er ist im südöstlichen Europa und in Asien verbreitet: in Griechenland und an der Dalmatischen Küste, über die Türkei, von Kleinasien bis nach Indien, Burma, Malaysia und Sri Lanka. In Afrika lebt er nördlich und östlich der Sahara bis nach Kenia.

Sogar in Deutschland wurde vor einigen Jahren ein Goldschakal gesichtet. Der Schabrackenschakal lebt in Ostafrika von Äthiopien bis Tansania und Kenia sowie im südlichen Afrika. Der Streifenschakal kommt in Afrika südlich der Sahara bis Südafrika vor. Der Abessinische Schakal ist in Äthiopien und im östlichen Sudan zu finden
Lebensraum
Schakale in ihrem Gehege (Bild: SWR)Gold- und Schabrackenschakale leben vor allem in Grassteppen, aber zum Teil auch in Savannen und Halbwüsten. Sie lieben offenes Land und meiden dichtes Gebüsch.

Streifenschakale bevorzugen dagegen wald- und buschreiche Gebiete. Der Abessinische Schakal besiedelt baumlose Regionen in 3000 bis 4400 Meter Höhe.
Rassen und Arten
Ein junger Schakal liegt in einer Kiste auf einer Decke (Bild: SWR)Schakale gehören zur Gattung der Wolfs- und Schakalartigen. Es gibt vier verschiedene Arten: den Goldschakal, den Schabrackenschakal, den Streifenschakal und den Abessinischen Schakal. Schabracken- und Streifenschakal sind sehr eng miteinander verwandt.

Der Goldschakal ist dagegen mit anderen Arten der Gattung wie dem Wolf oder Kojoten näher verwandt.
Lebenserwartung
Schakale werden in freier Natur etwa acht, in Gefangenschaft 14 bis 16 Jahre alt.
Alltag
Köpfe von zwei Schakalen nebeneinander (Bild: SWR)Im Verhalten und in der Lebensweise sind sich alle Schakal-Arten ziemlich ähnlich. Der Streifenschakal ist allerdings scheuer als die beiden anderen Arten
Schakale sind gesellige Tiere und leben in Familienverbänden. Benachbarte Familienverbände gehen sich aus dem Weg. Ein erwachsenes Paar, das meist ein Leben lang zusammen bleibt, bildet das Zentrum der Gruppe, zu der die Jungen des letzten Wurfs und meist noch Weibchen aus älteren Würfen gehören. Männliche Jungtiere verlassen die Gruppe, wenn sie ein Jahr alt sind.
Ein Schakal schaut durch einen Zaun (Bild: SWR)Innerhalb des Familienverbandes herrscht eine klare Hierarchie. Der Rüde führt die Familie an, manchmal auch das Weibchen. Junge Schakale spielen zunächst noch viel miteinander, wenn sie älter werden, gehen sie wilder miteinander um, es kommt aber kaum zu Verletzungen.
Schakale besiedeln Reviere, die sie gegenüber anderen Familienverbänden aggressiv verteidigen. In diesen Revieren leben sie in mehreren kleinen Höhlen oder in Bauten, die sie von anderen Tieren übernehmen oder manchmal auch selbst graben.
Freunde und Feinde
Junge Schakale können größeren Raubtieren wie Greifvögeln oder Hyänen gefährlichen werden. Erwachsene Schakale können Leoparden zum Opfer fallen. Der größte Feind des Goldschakals ist in einigen Regionen der Wolf.
Nachwuchs
Ein junger Schakal liegt in einer Kiste auf einer Decke (Bild: SWR)Naht die Fortpflanzungszeit, bleibt der Rüde ständig bei seinem Weibchen. Nach 60 bis 70 Tagen Tragzeit bringt das Weibchen drei bis acht Junge zur Welt. Meist überleben nur drei bis vier. Die Jungen sind bei der Geburt blind und tragen ein dunkelbraunes Fell. Nach etwa einem Monat wechseln sie ihr Fell und sind dann gefärbt wie die erwachsenen Tiere. Nach etwa zwei Wochen öffnen sie die Augen, und nach zwei bis drei Wochen beginnen sie, neben der Muttermilch auch feste Nahrung zu sich zu nehmen. Diese Nahrung wird von den Eltern vorverdaut für die Jungen ausgewürgt.

Ein junger Schakal wird unter der Schnauze gehalten (Bild: SWR)Neben dem Weibchen kümmert sich auch der Rüde von Anfang an um die Jungen und schützt seine Familie vor jedem Eindringling. Sind die Jungen größer, gehen der Rüde und das Weibchen abwechselnd auf die Jagd und versorgen die Jungen und den zurückgebliebenen Partner.

Mit fünf bis sechs Monaten sind die Jungen selbstständig, bleiben aber oft noch bei ihrer Familie.
Sprache
Schakale geben viele verschiedene Laute von sich. Sie kläffen, winseln, kreischen, jaulen und heulen.
Ernährung
Ein junger Schakal schnüffelt am Boden (Bild: SWR)Schakale sind Raubtiere und Aasfresser. Sie leben zum Teil von den Beuteresten großer Raubtiere wie zum Beispiel Löwen. Finden sie Aas, schlingen sie es rasch hinunter, um anderen Aasfresser wie Geiern und Hyänen zuvorzukommen.
In Gebieten, in denen große Raubtiere fehlen und die Schakale deshalb nicht deren Beutereste nutzen können, jagen sie selbst auch größere Tiere wie zum Beispiel Thomson-Gazellen. Dazu tun sie manchmal mehrere Familiengruppen zusammen. Oft ernähren sie sich auch von kleineren Tieren wie Insekten, Vögeln oder Nagetieren. Sie fressen auch Eier und manchmal sogar Früchte.
Der Streifenschakal lebt fast nur von Kleintieren, Aas und Pflanzen. Größere Tiere jagt er so gut wie nie.