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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Schimpanse

Alltag
Ein Schimpanse guckt sich grünes Gemüse an (Bild: SWR)Mensch und Schimpanse haben gemeinsame Vorfahren, und 99 Prozent ihrer genetischen Information ist mit unseren Genen identisch. Deshalb sind sie uns so vertraut.
Vor allem die Arbeit der berühmten Verhaltensforscherin Jane Goodall hat uns gezeigt, wie ähnlich das Verhalten von Schimpansen und Menschen sein kann.
Ein Schimpanse stochert mit einem Stock in einem Kasten mit kleinen Öffnungen herum (Bild: SWR)Schimpansen gelten als die intelligentesten Tiere. Neben einem ausgeprägten Sozialverhalten sind sie berühmt für den Gebrauch von Werkzeugen: Sie benutzen Steine und Holzstücke als Hammer, basteln sich aus Ästen Stöcke, mit denen sie nach Nahrung stochern oder benutzen zerkaute Blätter als Schwamm.

Eine Gruppe Schimpansen (Bild: SWR)Die Jungtiere lernen, indem sie von den Erwachsenen abschauen, wie man die Werkzeuge benutzt.
Und auch erwachsene Tiere lernen durch Zuschauen voneinander.
Schimpansen können zwar nicht sprechen, weil ihr Kehlkopf dazu nicht geeignet ist, doch in Gefangenschaft konnte man Schimpansen eine Zeichensprache beibringen, mit der sich die Tiere sehr gut mit ihren Pflegern verständigen konnten.
Ein Schimpanse klettert auf einem Seil, das an einem Baum befestigt ist (Bild: SWR)Schimpansen sind am Tag aktiv. Sie halten sich am Boden und auch in den Bäumen auf, wo sie sich geschickt von Ast zu Ast hangeln. Wenn sie auf dem Boden laufen, stützen sie sich auf den Knöcheln ihrer Hände ab.
Nachts schlafen sie auf Bäumen in Nestern aus Blättern und Zweigen.
Eine Gruppe Schimpansen klettert auf Ästen und Seilen (Bild: SWR)Schimpansen sind sehr gesellig. Sie leben in Clans von bis zu 60 Tieren, die sich in kleine Untergruppen aufteilen.
Die Zusammensetzung dieser Untergruppen kann sich immer wieder ändern. Das heißt, die Tiere finden sich immer wieder zu neuen kleinen Gruppen zusammen. Anführer ist meist ein Männchen.
Ein großer Schimpanse untersucht das Fell eines kleineren Schimpansen (Bild: SWR)Oft kann man Schimpansen bei der gegenseitigen Fellpflege beobachten. Dieses Verhalten ist sehr wichtig: So zeigen sich die Tiere, dass sie zusammengehören und sich mögen. Außerdem spiegelt bei der Fellpflege auch die Rangordnung wieder: Rangniedere Tiere pflegen meist ranghöheren das Fell.
Zwei Schimpansen klettern auf Seilen herum (Bild: SWR)Schimpansen können aber auch sehr aggressiv sein:
Vor allem zwischen Gruppen, die nur aus jungen Männchen bestehen, kann es zu ernsten Kämpfen kommen.
Und man weiß auch, dass Schimpansen manchmal Jagd auf kleinere Affenarten machen oder sogar den Nachwuchs anderen Schimpansen töten.
Freunde und Feinde
Neben Raubtieren ist der Mensch der größte Feind der Schimpansen. Früher wurden die Tiere gejagt und gefangen. Dies ist heute zwar verboten, doch weil Menschen den Lebensraum der Tiere zerstören und besiedeln, finden sie immer weniger Raum zum Leben.
Nachwuchs
Schimpansen können sich das ganze Jahr über fortpflanzen. Ist ein Weibchen bereit zur Paarung, ist das durch eine Schwellung am Gesäß deutlich zu sehen. Die Tragzeit dauert etwa sieben Monate. Meist kommt nur ein Junges, ganz selten Zwillinge, zur Welt.

Schimpanse mit Jungem (Bild: SWR)Ein Schimpansenbaby wiegt bei der Geburt ein bis zwei Kilogramm. Am Anfang klammert es sich am Bauch der Mutter fest, später reitet es auf ihrem Rücken.
Junge Schimpansen sind sehr lange von ihrer Mutter abhängig. Sie werden erst mit etwa vier Jahren entwöhnt, bleiben aber auch dann noch bei der Mutter.
Mit sieben bis neun Jahren werden sie geschlechtsreif, doch meist pflanzen sie sich erst fort, wenn sie älter als 13 Jahre sind.
Sprache
Schimpansen verständigen sich mit verschiedenen Lauten und mit einer ausgeprägten Körpersprache, die aus zahlreichen Gesten und Gebärden besteht.
Autorin: Barbara Kiesewetter