OLIs Wilde Welt
Ein Schlammspringer in einem Mangrovenwald (Bild: www.colourbox.com)

Schlammspringer


Periophthalmus

An Land oder im Wasser, Fisch oder Lurch? Schlammspringer können beide Lebensräume nutzen: Sie krabbeln bei Ebbe übers Land und klettern sogar auf Bäume.
Aussehen
Schlammspringer im  Wasser (Bild: SWR)Schlammspringer sind Fische, die zur Familie der Grundeln und damit zur Ordnung der Barschartigen gehören.
Die zehn bis 30 Zentimeter langen Fische besitzen die typische Gestalt der Grundeln: Sie haben einen dicken Kopf, aus dem ihre Augen weit hervorragen - ähnlich wie bei einem Frosch. Außerdem sind sie sehr beweglich.
Rücken- und Brustflossen eines Schlammspringers (Bild: SWR)Wie alle Fische besitzen sie Flossen. Die Brustflossen sind jedoch stark verdickt und gleichen Armen. Sie werden von den Tieren zum Vorwärtskriechen über den schlammigen Grund benutzt.
Bei manchen Arten sind sogar die Bauchflossen in hebelartige, armähnliche Gebilde verwandelt.
Zwei Schlammspringer blähen ihre Kiemen auf (Bild: SWR)Schlammspringer atmen durch Kiemen.
Da sie vor allem bei Ebbe an Land oder im flachen Wasser leben, ist ihre Kiemenhöhle nur durch eine enge Kiemenspalte mit der Außenwelt verbunden. Sind die Tiere an Land, können sie die Spalte verschließen. So wird verhindert, dass die Kiemen austrocknen.

Damit auch die empfindlichen Auge bei ihren Landgängen nicht austrocknen, haben die Tiere unter den Augen Hauttaschen, in denen Flüssigkeit gespeichert ist. Zum Befeuchten ziehen sie ihre hervorstehenden Augen in den Kopf zurück und versorgen sie mit dem Wasser aus der Hauttasche.
Heimat
Die verschiedenen Arten der Schlammspringer sind an den tropischen Meeresküsten Afrikas und Asiens zu finden.
Lebensraum
Schlammspringer versteckt sich hinter Wasserpflanzen (Bild: SWR)Schlammspringer leben an den Küsten und dort in den Mangrovensümpfen, also zwischen den Wurzeln der Mangrovenbäume und im Schlick des Bodens.
Sie leben im Meer- und im Brackwasser, wandern aber zur Nahrungssuche auch ins Süßwasser, zum Beispiel in Flussmündungen.
Rassen und Arten
Es gibt vermutlich mehrere hundert verschiedene Arten Schlammspringer. Dazu zählen zum Beispiel die Gemeinen Schlammspringer, die Mangrovenschlammspringer und die Sumpfschlammspringer. Nah verwandt sind die Unechten Schlammspringer: Sie sind reine Meeresbewohner und gehen nicht an Land.
Lebenserwartung
Im Aquarium gehaltene Schlammspringer wurden maximal fünf Jahre alt. Wie lange die Fische in der Natur leben, ist nicht bekannt.
Alltag
Schlammspringer ist halb in Wasser (Bild: SWR)Schlammspringer sind Bewohner zweier Welten: Sie leben wie ganz normale Fische im Wasser, gehen aber auch - ähnlich wie Frösche - an Land. Bei Ebbe kriechen sie vorwärts und hüpfen über den Schlickboden. Mit ihrem Schwanz stoßen sie sich dabei vom Boden ab und schnellen empor - daher der Name "Schlammspringer".
Obwohl sie ins Wasser könnten, halten sie sich gerne auf dem Land auf und krabbeln sogar auf die niedrigen Äste der Mangrovenbäume.
Ein Schlammspringer sitz auf einem Stein (Bild: SWR)Die meiste Zeit sitzen sie aber ruhig im flachen Wasser, wobei der Kopf und ein Teil des Körpers über die Wasseroberfläche heraus schaut, der Schwanz liegt meist im Wasser.
Weil sie in dieser Zeit nicht mit ihren Kiemen atmen, wie Fische es normalerweise tun, speichern sie in ihrem vergrößerten Kieferraum Meerwasser. Außerdem schnappen sie mit dem Maul nach Luft. Zusätzlich können sie noch über ihre stark durchblutete Haut und über die Ausstülpungen der Mund- und Kiemenhöhle Sauerstoff aufnehmen.
Schutz suchen Schlammspringer in Höhlen, die sie unter Wasser in den weichen Boden graben. Diese können bis zu vier Ausgänge haben. Damit die Tiere in den Höhlen genug Luft zum atmen haben, legen sie sich einen Luftvorrat an: Mit dem Maul tragen sie Luftblasen in ihre Höhle, so dass sich dort eine Luftglocke bildet.
Schlammspringer leben in Gruppen. Jedes Tier hat aber sein eigenes Revier, das sich rund um seine Wohnhöhle erstreckt.
Freunde und Feinde
Raubfische, Vögel aber auch Wasserschlangen machen Jagd auf Schlammspringer. Sie zählen deshalb zu ihren größten Feinden.
Nachwuchs
Vermutlich gibt es bei den Schlammspringern so etwas wie eine Balz, bei der die Männchen um die Weibchen werben. Diese legen schließlich die Eier in ihrer Wohnhöhle ab, wo sie sicher und geschützt heranreifen können. Schließlich schlüpfen die Larven und wachsen zu jungen Schlammspringern heran.
Ernährung
Schlammspringer beobachtet seine Beute - ein Insekt (Bild: SWR)Mit ihrem dicken Kopf durchwühlen Schlammspringer den weichen Boden nach Nahrung.
In dem Schlick suchen sie vor allem nach kleinen Krebsen, Würmern und anderen kleinen Meeresbewohnern.
Sie weiden aber auch Algen vom Untergrund ab.
Manchmal machen sie sogar Jagd auf kleine Insekten, die bei Ebbe dicht über dem Boden fliegen.
Haltung
Schlammspringer werden in Aquarien gehalten. Allerdings ist es nicht einfach, die besonderen Lebensbedingungen eines Mangrovensumpfes im Aquarium nachzuahmen. Die Haltung von Schlammspringern ist also nur für erfahrene Spezialisten geeignet.