SWR Kindernetz
ProgrammvorschauPodcast

Tierlexikon für Kinder - Archiv

Schneeleopard

Alltag
Ein Schneeleopard guckt hinter einem Stein hervor (Bild: SWR)Lange hielt man Schneeleoparden für Nachttiere. Heute weiß man, dass sie auch am Tag und vor allem in der Dämmerung aktiv sind. Sicher ist, dass sie lieber allein umherstreifen und ihre Artgenossen meiden.
Da es in ihrem Lebensraum nur wenige Beutetiere gibt, leben sie zum Teil in sehr großen Revieren. Diese können zwischen 40 und 1000 Quadratkilometer messen.
Die Reviere von Männchen und Weibchen können sich überlappen. Häufig begangene Wege markieren die Schneeleoparden mit Kot, einem Duftsekret und Kratzspuren.
Ein Schneeleopard kommt aus seiner Höhle (Bild: SWR)Zum Ruhen ziehen sich Schneeleoparden in geschützte Felshöhlen zurück, in denen sie vor Wind und Kälte geschützt sind.
Schneeleoparden sind perfekt an ein Leben in extremer Kälte angepasst: Ihr Fell ist sehr dicht und besteht zum Teil aus 4000 Haaren pro Quadratzentimeter. Im Winter wächst es am Rücken bis zu fünf Zentimeter lang, am Bauch erreicht es bis zu zwölf Zentimeter Länge.

Die Nasenhöhle der Schneeleoparden ist vergrößert, so kann sich die kalte Atemluft besser erwärmen.
Wenn sie schlafen, legen sie ihren dichten Schwanz über die Nase und schützen sie so vor der eisigen Kälte.
Freunde und Feinde
Ein Schneeleopard (Bild: SWR)Natürliche Feinde haben Schneeleoparden kaum, ihr größter Feind ist der Mensch.
Obwohl sie geschützt sind, werden sie immer noch wegen ihres Fells gejagt.
Weil sie sich auch mal an Weidevieh vergreifen, werden sie oft von den Viehzüchtern verfolgt.
Jagd
Ein Schneeleopard läuft herum (Bild: SWR)Schneeleoparden verfolgen ihre Beute nicht über weite Strecken, sondern schleichen sich an die Tiere heran oder sie lauern ihnen auf.
Dann springen sie die Beute mit einem bis zu 16 Meter weiten Satz an - das macht sie zu den Weltmeistern im Weitsprung unter den Säugetieren.
Meist töten sie ihre Opfer mit einem Biss in die Kehle oder den Nacken.
Nachwuchs
Wohnhöhle von Schneeleoparden (Bild: SWR)Nur in der Paarungszeit zwischen Januar und März treffen Männchen und Weibchen aufeinander. Dann machen sie mit Paarungsrufen in Form eines lang gezogenen Heulens auf sich aufmerksam.
Die Weibchen bringen etwa alle zwei Jahre nach 94 bis 103 Tagen Tragzeit zwischen April und Juni zwei bis drei Junge zur Welt.
Die Babys werden im Schutz einer Felshöhle geboren, die mit den Haaren der Mutter ausgepolstert ist. Die Kleinen sind bei der Geburt dunkel behaart und blind. Sie wiegen gerade einmal 450 Gramm.
Schneeleopard (Bild: SWR)Etwa eine Woche nach der Geburt öffnen sie die Augen. Die Mutter säugt ihre Jungen zwei Monate lang, dann geht der Nachwuchs zu fester Nahrung über und folgt der Mutter auf ihren Streifzügen.
Junge Schneeleoparden bleiben 18 bis 22 Monate bei der Mutter, erst dann sind sie ganz selbstständig und gehen eigene Wege.

Mit zwei bis drei Jahren werden sie geschlechtsreif. Aber meist vermehren sie sich erst, wenn sie mindestens vier Jahre alt sind.
Sprache
Im Gegensatz zu anderen Großkatzen können Schneeleoparden nicht brüllen. Sie schnurren und heulen nur, ähnlich wie unsere Hauskatzen.
Autorin: Barbara Kiesewetter