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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Schnepfe

Alltag
Pfuhlschepfen im Wasser (Bild: SWR)
Ufer- und Pfuhlschnepfen sieht man meist am Ufer, im Moor oder auf feuchten Wiesen herumstolzieren, dabei stochern sie mit ihrem Schnabel im Boden nach Nahrung.

Sie können sie besonders gut aufspüren, weil sie an der Schnabelspitze besondere Tast-Organe besitzen.
Uferschnepfen findet man aber auch an der Meeresküste, wo sie im Watt durch das flache Wasser waten und dort nach Futter suchen.

Uferschnepfe am Wasser (Bild: SWR)
Meist kann man sie gut beobachten, weil sie im Vergleich zu ihren Verwandten nicht besonders scheu sind. In Mitteleuropa sieht man sie allerdings nur noch selten: Nur in den Niederlanden gibt es noch eine größere Brutkolonie mit etwa 100 000 Paaren.
Sie leben in Ein-Ehe zusammen. Das heißt, jedes Jahr zur Brutzeit treffen sie die Partner an den Nistplätzen wieder, brüten und ziehen gemeinsam ihre Jungen groß. Während die Elternpaare feste Brutreviere haben, suchen sich die Jungvögel später ein neues Revier, das weit von dem der Eltern entfernt sein kann. Uferschnepfen ziehen meist schon im August Richtung Afrika in ihr Winterquartier.
wachsame Doppelschnepfe (Bild: SWR)
Pfuhlschnepfen leben fast genauso wie unsere Uferschnepfen, sie kommen nur sehr viel weiter im Norden vor.

Bei uns sieht man sie höchstens auf dem Durchzug ins Winterquartier, wenn sie an der Nordseeküste Rast machen und im Watt nach Futter suchen.
Doppelschnepfen sind im Vergleich zu den Pfuhl- und Uferschnepfen sehr scheue Vögel. Werden sie gestört, fliegen sie flach über dem Boden leise davon.
Freunde und Feinde
Möwen, Krähen und Rohrweihen machen vor allem auf Jungvögel und die Eier der Schnepfen Jagd.
Nachwuchs
Doppelschnepfenmännchen an seinem Nistplatz (Bild: SWR)
Schnepfen bauen ihre Nester alle auf dem Boden und legen meist vier Eier.

Bei den Uferschnepfen ist der Nestbau Sache der Männchen. Ende April oder Anfang Mai kehren sie Jahr für Jahr zum gleichen Brutplatz zurück, bauen im höher werdenden Gras ein Nest und polstern es mit trockenen Halmen aus. Beim Ausbrüten der Eier wechseln sich Männchen und Weibchen jedoch ab. Nach 24 Tagen schlüpfen die Jungen.

Schnepfen sind richtige Nestflüchter: Sie verlassen sofort nach der Geburt das Nest und werden in den ersten vier Wochen von beiden Eltern herumgeführt. Danach sind sie flügge und nach wenigen Tagen selbstständig.

Pfuhlschnepfen brüten nur etwa 21 Tage. Bei ihnen sitzen zwar meistens die Männchen auf den Eiern, doch beide Eltern kümmern sich um die geschlüpften Jungen.
Kopf hoch... (Bild: SWR)
Die Männchen der Doppelschnepfen haben ein interessantes Balzverhalten. Sie treffen sich alljährlich in großer Zahl an den gleichen Plätzen und balzen.
Dabei strecken sie den Kopf vor, richten den Schnabel aufwärts und klappern so mit ihm, dass ein knebberndes oder bibberndes Geräusch entsteht. Manchmal erinnert es an ein Froschkonzert.
Schließlich sträuben sie das Gefieder und spreizen Flügel und Schwanz.

...und dann klappern (Bild: SWR)
Dann wieder stehen sie sich gegenüber und hüpfen Brust an Brust oder Schnabel an Schnabel in die Luft. So erobern kleine Gruppen von Männchen jeweils ein Territorium und locken Weibchen an.

Anders als bei den Pfuhl- und Uferschnepfen brüten bei den Doppelschnepfen nur die Weibchen. Ihre Jungen schlüpfen nach 22 bis 24 Tagen.
Sprache
Die Rufe der Uferschnepfe klingen wie "gäk", im Flug lassen sie einen langen Gesang wie "gruitugruitu" hören. Der Ruf der Pfuhlschnepfen klingt wie "ki-weäk" oder "wäk-wäk". Doppelschnepfen rufen nur sehr selten, und wenn, dann lassen sie ein leises "ätsch-ätsch" hören.
Autorin: Barbara Kiesewetter
 
 
 
 
 
 
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