OLIs Wilde Welt
Gebänderte Schützenfische (Bild: www.colourbox.com)

Schützenfisch


Toxotes jaculatrix

Dieser Fisch hat eine einmalige Jagdtechnik: Wie mit einer Wasserpistole schießt er mit einem Wasserstrahl seine Beute von am Ufer wachsenden Pflanzen herunter.
Aussehen
Schützenfisch von oben betrachtet (Bild: SWR)
Schützenfische bilden eine eigene Familie und zählen zur Ordnung der barschartigen Fische. Ihr Körper ist länglich und seitlich zusammengedrückt, der Kopf spitz ausgezogen, so dass Rücken und Stirn eine fast gerade Linie bilden.

Auffällig ist das schräg nach oben gerichtete Maul.
Kopf eines Schützenfisches (Bild: SWR)
Die Augen sind groß und beweglich.
Die Rückenflosse steht weit hinten kurz vor der Schwanzflosse, die Brustflossen sind sehr gut entwickelt.
Schützenfische werden 20 bis 24 Zentimeter lang.

Männchen und Weibchen sehen gleich aus, sie lassen sich kaum unterscheiden.
Heimat
Schützenfische sind in den tropischen Meeren Asiens zuhause. Sie kommen am Roten Meer vor, an den Küsten von Indien, China, Thailand, Australien und den Philippinen.
Lebensraum
Schützenfische bevorzugen küstennahe Regionen. Sie halten sich vor allem im Bereich von Flussmündungen und im Wasser der Mangrovenwälder auf. Dort ist das Wasser flach und Temperatur und Salzgehalt schwanken bei Ebbe und Flut sehr stark.
Die Tiere haben sich an die Lebensbedingungen im Brackwasser - so nennt man die Mischung aus Salz- und Süßwasser in Flussmündungen und Mangrovenwäldern - angepasst.
Rassen und Arten
Schützenfisch schießt mit einem Wasserstrahl auf seine Beute (Bild: SWR)
Zur Familie der Schützenfische zählen nur fünf verschiedene Arten.

Die bekannteste Art ist der Schützenfisch Toxotes jaculatrix. Er wird häufig bei uns eingeführt und in Aquarien gehalten, weil es so faszinierend ist, seine Jagdtechnik im Aquarium zu beobachten.

Weitere Arten sind zum Beispiel der Lorentz Schützenfisch, der Kleinschuppige Schützenfisch und der Großschuppige Schützenfisch. Sie alle unterscheiden sich vor allem durch die Farbe und Zeichnung sowie durch die Anzahl der Flossenstrahlen.
Lebenserwartung
Schützenfische können zwölf Jahre alt werden.
Alltag
Ein Schützenfisch schwimmt an einem anderen Fisch vorbei (Bild: SWR)
Schützenfische kommen in ihren Lebensräumen ziemlich zahlreich vor.

Weil das Nahrungsangebot aber oft knapp ist, sind sie ihren Artgenossen gegenüber ziemlich streitlustig und versuchen, sich gegenseitig zu vertreiben. Anderen Fischen gegenüber sind sie jedoch friedlich.
Schützenfische halten sich meist dicht unter der Wasseroberfläche auf und ernähren sich dort von Insekten, die auf die Wasseroberfläche gefallen sind. Außerdem haben sie eine besonders raffinierte Jagdtechnik entwickelt:
Ein Schützenfisch zielt mit einem Wasserstrahl auf ein Beutetier (Bild: SWR)
Mit einem scharfen Wasserstrahl schießen sie Fliegen, Heuschrecken, Ameisen und andere Insekten von Blättern und Zweigen am Ufer.
Dazu stellen sie ihren Körper steil auf, drücken ihre Zunge an die obere Gaumenrinne im Maul und pressen das Wasser durch Zusammendrücken der Kiemendeckel aus dem leicht geöffneten Maul.
Kopf eines Schützenfisches, der mit einem Wasserstrahl auf seine Beute zielt (Bild: SWR)
Durch den steil aus dem Wasser schießenden Strahl fallen die Beute-Insekten fast genau vor das Maul des Schützenfischs, so dass er sie sofort fressen kann.
Den Artgenossen bleibt keine Zeit, sich die fremde Beute zu schnappen.
Viele Schützenfische sind so zielsicher, dass sie ihre Beute aus bis zu vier Metern Entfernung treffen.
Die Beute eines Schützenfisches, fällt vor ihm ins Wasser (Bild: SWR)
Forscher haben festgestellt, dass sie sehr schnell lernen, zwischen echter Beute und Attrappen zu unterscheiden.

Außerdem begreifen sie rasch, dass große Tiere mit zunehmender Entfernung kleiner aussehen und kleine Beutetiere aus kurzer Entfernung größer wirken.
Freunde und Feinde
Schützenfische können anderen Räubern unter den Meeresfischen zum Opfer fallen.
Nachwuchs
Über die Fortpflanzung der Schützenfische ist bis heute so gut wie nichts bekannt. Auch in Aquarien konnten die Tiere noch nicht dazu gebracht werden, sich zu vermehren, so dass alle in Gefangenschaft gehaltenen Tiere wild gefangene Fische sind.
Ernährung
Ein Schützenfisch im Aquarium umgeben von anderen Fischen (Bild: SWR)
Schützenfische ernähren sich fast ausschließlich von Insekten, die sie von der Wasseroberfläche absammeln oder mit ihrer speziellen Jagdtechnik von Blättern und Zweigen am Ufer schießen.
Schützenfische sollten nur in sehr kleinen Gruppen gehalten werden, weil sie sich sonst Konkurrenz machen.
Haltung
Alleine wären sie aber auch unglücklich, denn die Tiere sind Schwarmfische.
Ein Tierpfleger öffnet ein Aquarium (Bild: SWR)
Sie können in Süßwasser, Salzwasser oder in Brackwasser leben - letzteres vertragen sie am besten. Die Wassertemperatur muss bei 25-30° Celsius liegen.

Schützenfische brauchen viel Platz, deshalb sollte das Becken mindestens zwei Meter lang sein.

Es wird nur bis zu einem Drittel mit Wasser befüllt, so dass das Wasser nicht sehr tief ist.
Schützenfisch (Bild: SWR)
Dann wird das Becken mit Mangrovenwurzeln eingerichtet. Dies entspricht den natürlichen Lebensbedingungen.

Lässt man über der Wasseroberfläche Insekten fliegen, kann man das Jagdverhalten der Schützenfische auch im Aquarium beobachten.
Pflegeplan
Schützenfische nehmen nur lebendes Futter an und müssen deshalb auch im Aquarium ausschließlich mit lebenden Insekten gefüttert werden.