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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Seepferdchen

Halb Fisch, halb Pferd? OLI recherchiert für das Tierlexikon, ob Seepferdchen überhaupt zu den Fischen zählen.
Seepferdchen (Bild: dpa picture-alliance )

Hippocampus

Der lateinische Name der Seepferdchen "Hippocampus" stammt aus der Mythologie und ist der Name eines Fabelwesens - halb Pferd, halb Fisch - das dem Meeresgott Poseidon als Reittier dient.
Aussehen
Karibisches Seepferdchen (Bild: SWR)Seepferdchen gehören tatsächlich zu den Fischen, auch wenn sie überhaupt nicht so aussehen:
Ihre Flossen sind fast ganz zurückgebildet, ihr seitlich zusammengedrückter Körper ist durch einen harten, gerippten Hautknochen-Panzer geschützt und sie besitzen ein röhrenförmiges Maul ohne Zähne.
Ihr deutscher Name kommt von der Form ihres Kopfes, der wirklich an den eines Pferdes erinnert. Auch der geschwungene Hals gleicht dem der Pferde.
Australisches Topfbauch Seepferdchen (Bild: SWR)Ungewöhnlich für einen Fisch ist auch ihre Körperhaltung: Sie schweben aufrecht im Wasser und schwimmen nicht waagerecht wie die anderen Fische.
Nur mit der kleinen, fast ganz zurückgebildeten Rückenflosse können sie sich langsam vorwärts bewegen, zwei ebenfalls stark zurück gebildete Brustflossen dienen als Steuerruder. Auch ihre Schwanzflosse sieht nicht aus wie die anderer Fische, sondern ist in einen Greifschwanz verwandelt, mit dem sie sich an Pflanzen oder Korallen festhalten können.
Die Größe der Seepferdchen ist sehr unterschiedlich. Das kleinste wurde erst vor kurzem entdeckt: Es ist das nur 1,5 Zentimeter lange Tasmanische Seepferdchen.

Seepferdchen schweben senkrecht im Wasser (Bild: SWR)Ebenfalls zu den kleinen Arten zählt das zwei Zentimeter lange Zwergseepferdchen.
Der größte Vertreter ist das Dickbäuchige Seepferchen, das 25 Zentimeter misst sowie das Pazifische Seepferdchen mit 20 Zentimetern Länge.
Die in Europa lebenden Arten liegen in der Mitte: das Kurzschnauzige Seepferdchen wird sieben bis 13 Zentimeter groß, das Langschnauzige 8,5 bis 18 Zentimeter.
Zwei australische Topfbauchseepferdchen (Bild: SWR)Die Färbung der Seepferdchen kann sehr verschieden sein: von Gelb über Orange und Purpur bis zu Braun, Schwarz und Weiß. Außerdem können sie gemustert sein.
Sie haben auch die Fähigkeit, ihre Farbe zu ändern: Setzt man unterschiedlich gefärbte Tiere zusammen, passen sie sich in der Farbe aneinander sowie an die Umgebung an.

Das Langschnauzige Seepferdchen trägt sogar zottelige Körperanhänge an Kopf und Hals, die wie eine Mähne wirken.
Heimat
Seepferdchen leben in den warmen Meeren der Welt. Das Kurzschnauzige und das Langschnauzige Seepferdchen kommen im Mittelmeer, im Schwarzen Meer und im östlichen Atlantik vor. Ganz selten findet man sie sogar in der Nordsee.
Lebensraum
Seepferdchen zwischen Pflanzen (Bild: SWR)Seepferdchen fühlen sich in flachen, ruhigen Küstengewässern wohl.
Manche Arten lieben die dichten Seegras-Wiesen, andere findet man auch an steinigen, felsigen Küsten oder zwischen Algen.
Rassen und Arten
Fetzenfisch (Bild: SWR)
Es gibt 30 bis 35 verschiedene Seepferdchen-Arten.
Bei manchen sind sich die Forscher nicht sicher, ob es eigene Arten sind, da die Seepferdchen einer Art von Region zu Region unterschiedlich aussehen können.
Im Mittelmeer leben das Kurzschnauzige und das Langschnauzige Seepferdchen, im Pazifik das Pazifik-Seepferdchen.


Zwei Fetzenfische, nahe Verwandte des Seepferdchens (Bild: SWR)Sehr nahe verwandt mit den Seepferdchen sind der Kleine und der Große Fetzenfisch.
Beide Arten kommen nur in den kühleren Gewässern an der Südküste Australiens vor. Sie besitzen verschiedene lappenartige Körperfortsätze, so dass sie einem Stück Tang gleichen und zwischen den Algen und in den Seegraswiesen perfekt getarnt sind.
Lebenserwartung
Seepferdchen werden in Gefangenschaft höchstens vier Jahre alt. In der Natur können sie maximal sechs Jahre leben.
Autorin: Barbara Kiesewetter