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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Singschwan

Alltag
tauchender Singschwan (Bild: SWR)
Singschwäne brauchen zum Leben große Seen, denn nur hier finden sie ihre Nahrung.

Ihr langer Hals dient ihnen zum "Gründeln"; das bedeutet, dass sie mit Hals und Kopf unter Wasser tauchen und den Grund nach Futter absuchen.
Schwan (Bild: SWR)
An Land bewegen sie sich ziemlich unbeholfen: mit ihren kurzen Beinen und den Füßen mit den Schwimmhäuten können sie nur wie eine Ente watscheln.

Dafür sind Singschwäne aber gute Flieger: meist fliegen sie in kleinen Gruppen, die einzelnen Tiere formen beim Flug eine schräge Linie.
Anders als die Höckerschwäne, die mit lauten Flügelbewegungen fliegen, fliegen Singschwäne ganz leise.
fliegende Singschwäne (Bild: SWR)
Singschwäne sind Zugvögel, legen aber keine besonders großen Strecken zurück.
Viele pendeln nur zwischen Skandinavien und Nord-Deutschland hin und her: Zum Brüten ziehen sie im Frühjahr in den Norden, den Winter verbringen sie dann bei uns. Meist kehren sie wieder zu den gleichen Überwinterungs-Plätzen zurück.

Schon im Winter beginnen die Männchen, um ein Weibchen zu werben.
Singschwäne (Bild: SWR)
Dabei lassen die beiden Partner auf dem Wasser schwimmend ihre lauten, posaunenartigen Rufe hören, richten sich voreinander auf, breiten ihre Flügel aus und machen mit dem Hals schlängelnde Bewegungen. Dann tauchen beide ihre Schnäbel über Kreuz ins Wasser und paaren sich anschließend. Dann fliegen sie in ihre Brutgebiete.

Haben Singschwäne einen Partner gefunden, bleiben sie ein Leben lang mit ihm zusammen.
Freunde und Feinde
Singschwäne wurden lange Zeit sehr stark von Menschen gejagt: Meist wurden sie von Booten aus erlegt. Sie sind deshalb sehr scheu.
Nachwuchs
fliegende Singschwäne (Bild: SWR)
Zum Brüten suchen sich Singschwäne große Reviere an flachen See-Ufern oder in sumpfigen Fluss-Mündungen hoch oben im Norden Europas.

Der Nestbau ist Sache des Weibchens - es errichtet aus Zweigen, Schilf und Grasbüscheln ein großes, haufenförmiges Nest.

Die Nester liegen meist direkt am Ufer oder auf kleinen Inseln. Sie werden mit Dunen - den weichen, wärmenden Federn, die unter den normalen weißen Federn liegen - ausgekleidet, damit es die Eier und später die Jungen schön warm haben.

Schließlich legt das Weibchen jeden zweiten Tag ein Ei. Hat es fünf bis sechs der 11,5 Zentimeter großen, cremefarbenen Eier gelegt, beginnt die Schwanenmutter mit dem brüten. Dies ist meist zwischen Mitte Mai und Mitte Juni der Fall. Dann sitzt sie 35 bis 38 Tage auf den Eiern. In dieser Zeit wird sie vom Männchen (das nicht brütet) bewacht.

Schließlich schlüpfen die Jungen. Sie klettern nicht wie bei den Höckerschwänen auf den Rücken der Eltern, sondern wandern mit ihnen im Gänsemarsch über die Wiesen: Zuerst kommt die Mutter, dann die jungen Schwäne und zum Schluss der Vater.
Schwäne auf dem Wasser (Bild: SWR)
Die Kleinen tragen ein graues Federkleid aus weichen Daunen.

Wenn sie etwas größer sind, wächst ihnen ein graubraunes Federkleid, und erst im ersten Winter sprießen die weißen Federn. Wenn sie 75 Tage alt sind, lernen sie fliegen.

Im zweiten Winter ist ihr Federkleid schließlich leuchtend weiß: Jetzt sind die jungen Schwäne erwachsen und werden geschlechtsreif.
Sprache
Singschwäne sind nicht zu überhören: Ihre lauten, langgezogenen Rufe erinnern an den Klang einer Trompete oder Posaune.
Autorin: Barbara Kiesewetter