OLIs Wilde Welt
Stichling (Bild: SWR)

Stichling


Gasterosteus aculeatus

Der Stichling hat seinen Namen von den Stacheln, die er auf dem Rücken trägt.
Aussehen
Stichling (Bild: SWR)
Die meiste Zeit des Jahres ist der Dreistachlige Stichling ein ziemlich unscheinbarer Fisch: Er wird normalerweise 5 bis 8 Zentimeter lang, ist silberfarben und trägt auf dem Rücken drei bewegliche Stacheln. Seine Bauchflosse hat ebenfalls einen Stachel. Diese Stacheln kann er fest aufstellen, so dass sie zu einer richtigen Waffe werden.

Zur Fortpflanzungszeit im Frühjahr legen die Stichlingsmännchen ihr "Hochzeitskleid" an: Brust und Bauch färben sich orange bis kirschrot, der Rücken schillert kräftig blaugrün. Wenn die Männchen einen Nebenbuhler sehen oder ihnen ein Weibchen besonders gut gefällt, leuchten ihre Farben noch intensiver.
Heimat
Der Dreistachlige Stichling lebt auf der ganzen Nordhalbkugel; von Nordamerika über Europa bis nach Asien.
Lebensraum
Bei Stichlingen ist vieles anders: Während sich die übrigen Fische meist entweder im Salz- oder im Süßwasser wohlfühlen, leben Stichlinge sowohl an Meeresküsten als auch in Flüssen und Seen.
Rassen und Arten
Stichlingsschwarm (Bild: SWR)
Beim Dreistachligen Stichling gibt es zwei Gruppen: die eine lebt im Meer, die andere im Süßwasser. Stichlinge, die im Meer leben, werden etwas größer - ungefähr 11 Zentimeter.

Der Neunstachlige Stichling ist etwas kleiner als der Dreistachlige und besitzt neun bis elf Stacheln.

Außerdem gibt es den Seestichling, der nur im Meer lebt und den Vierstachligen Stichling, der an der Ostküste Nordamerikas vorkommt.
Lebenserwartung
Stichlinge werden etwa 3 Jahre alt.
Alltag
Lebensraum des Stichlings (Bild: SWR)
Besonders anspruchsvoll sind Stichlinge nicht: Sie tummeln sich auch schon mal in Gewässern, die nicht sehr sauber sind.

An der Küsten kommen sie in manchen Jahren in riesigen Schwärmen mit Millionen von Tieren vor.

Im Süßwasser mögen sie vor allem langsam fließende Flüsse und Seen, in denen viele Wasserpflanzen wachsen. Dort können sich ihre Jungen gut vor hungrigen Feinden verstecken.
Ursprünglich kommen alle Stichlinge aus dem Meer. Wenn sich im Frühjahr das Wasser erwärmt und die Tage wieder länger werden, treten Stichlinge, die an den Küsten leben, eine lange Wanderung an. Sie schwimmen zu den Flussmündungen und dann den weiten Weg stromaufwärts bis zu den Plätzen, an denen sie sich vermehren.
Im Spätsommer schwimmen sie wieder zurück ins Meer. Stichlinge, die im Süßwasser leben, ersparen sich diese mühsame Wanderung: Sie bleiben das ganze Jahr über im gleichen See oder Fluss.
Freunde und Feinde
Manchmal werden Stichlinge von Aalen oder Hechten gefressen - aber besonders viele Feinde haben sie nicht. Das verdanken sie ihren spitzen, harten Stacheln, die sie aufrichten und feststellen können. Kaum ein Fisch wagt es, sich an diesen pieksenden Monstern zu vergreifen.
Nachwuchs
Stichling beim Nestbau (Bild: SWR)
Wenn die Männchen im Frühjahr leuchtend bunte Farben tragen und die Weibchen zur Eiablage bereit sind , beginnt das Paarungsritual der Stichlinge.

Und wieder einmal ist bei den Stichlingen einiges anders, als bei anderen Fischen: Nestbau und Aufzucht der Jungen ist Männersache!

Die Stichlings-Väter graben auf dem sandigen Grund mit den Brustflossen eine Grube. Dann bauen sie aus Wasserpflanzen ein Nest, das sie mit einer Flüssigkeit aus der Niere richtig fest verkleben.
Stichling vor der Paarung (Bild: SWR)
Sobald der Stichlings-Mann nun ein Weibchen sieht, dessen Bauch dick gefüllt mit Eiern ist, beginnt er seinen Tanz: Er schwimmt im Zick-Zack hin und her - ein Signal, dem kein Weibchen widerstehen kann. Es schwimmt auf das Männchen zu, das nun blitzschnell zum Nest zurückkehrt - das Weibchen immer hinterher.

Wenn der Stichlings-Mann seinen Kopf in den Nesteingang steckt, ist das für das Weibchen das Zeichen, in das Nest zu schwimmen. Nun trommelt der Stichling mit der Schnauze gegen den Bauch des Weibchens - und die Eiablage beginnt.
Wenn nach und nach mehrere Weibchen bis zu 1000 Eier in das Nest gelegt haben, werden sie alle vom Männchen vertrieben.
Stichlingsmännchen am Nest (Bild: SWR)
Damit sich die Eier gut entwickeln können, fächelt das Männchen immer wieder frisches, sauerstoffreiches Wasser mit den Brustflossen durch das Nest. Nach sechs bis zehn Tagen schlüpfen schließlich die Jungen.
Aber auch dann passt der Stichlings-Vater noch gut auf seinen Nachwuchs auf:

Bei Gefahr nimmt er die Kleinen in sein Maul und bringt sie zurück ins Nest, bis sie groß genug sind, um im Schutz der Wasserpflanzen allein zu überleben.
Ernährung
Stichlinge fressen vor allem Würmer, Insektenlarven, Krebschen aber auch Fischeier und ganz junge Fischchen.
Haltung
Stichlinge lassen sich ziemlich leicht in einem Kaltwasser-Aquarium halten. Das Wasser sollte etwa 18 °C warm sein, im Sommer höchstens 22 °C. Der Boden wird mit Sand, Kies und Steinen bedeckt.
Stichling von vorne (Bild: SWR)
Damit sich die Fische auch mal verstecken können, pflanzt man in das Becken viele Wasserpflanzen. Dazu eignen sich z. B. Hornkraut, Pfeilkraut und Tausendblatt.

Wenn ihr euch ein solches Becken einrichten wollt, holt ihr am besten Wasser und Pflanzen aus einem Teich oder See. Es dürfen ruhig auch ein paar Wasserflöhe und andere kleine Tiere drin sein.
Wenn ihr das Becken bepflanzt habt, müsst ihr noch fünf Tage warten, bis ihr die Fische einsetzen könnt. Die besorgt ihr euch entweder im Zoofachgeschäft oder ebenfalls aus einem Teich. In einem 80 Zentimeter großen Becken solltet ihr höchstens drei Fische halten.
Pflegeplan
Zu fressen bekommen Stichlinge Würmer oder winzige Fleischstückchen - Trockenfutter mögen sie nicht. Solche Würmer können gefroren im Zoofachhandel gekauft werden. Wenn man abgestorbene oder faulende Pflanzenteile entdeckt, muss man sie aus dem Aquarium entfernen.