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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Süßwasser - Stechrochen

Alltag
Leopold-Stachelrochen am Boden  (Bild: SWR)
Allzu viel ist über die Süßwasser-Stechrochen nicht bekannt. Manche Arten, wie den Leopold-Stachelrochen kennt man sogar erst seit Anfang der 1990er-Jahre als eigene Art.

Die Forscher wissen nicht einmal genau, ob sie am Tag aktiv sind oder in der Nacht.
Pfauenauge-Stechrochen sucht nach Nahrung.  (Bild: SWR)
Zum Schlafen graben sie sich im Schlamm am Grund des Flusses ein.
Wenn sie wach sind, durchwühlen sie den Boden nach Nahrung. Frei im Wasser schwimmen sie kaum, deshalb bekommt man sie in der Natur auch nur selten zu sehen - oder nur den fast kreisrunden Abdruck, den sie im Boden hinterlassen, wenn sie ihre Schlafplätze verlassen.
In ihrer Südamerika sind Süßwasser-Stechrochen gefürchteter als Piranhas: Wenn Menschen versehentlich auf die versteckt am Grund der Flüsse liegenden Rochen treten.

Stachel eines Leopold-Stachelrochen  (Bild: SWR)
Um sich zu wehren, sticht der Fisch dann mit seinem Giftstachel zu: Die Wunden sind sehr schmerzhaft und heilen nur sehr schlecht. Bei kleinen Kindern kann das Gift sogar tödlich wirken.
Um solche Unfälle zu vermeiden, haben die Menschen in Südamerika einen Trick entwickelt: Wenn sie Sandbänke im flachen Wasser überqueren, laufen sie mit schlurfenden Schritten im Sand: So stoßen sie mit dem Fuß nur an die Seite des Rochens, der daraufhin rasch davon schwimmt.
Freunde und Feinde
Da Süßwasser-Stechrochen wie der Leopold-Stachelrochen sehr versteckt leben und sich dank ihres Giftstachels sehr gut wehren können, haben sie kaum natürliche Feinde. Höchstens junge Rochen fallen anderen Raubfischen zum Opfer. Allerdings werden sie von den Einheimischen gejagt und gegessen, und außerdem werden sie für den Zierfischhandel gefangen.
Jagd
Leopold-Stachelrochen auf Jagd  (Bild: SWR)
Süßwasser-Stechrochen sind Raubfische. Seitlich am Körper sitzen die saumartigen Brustflossen, auf denen Sinnesorgane sitzen. Damit nehmen sie ihre Beutetiere wahr.

Sobald sie mit den Brustflossen ein Beutetier berühren, reagieren sie und befördern es zum Maul.

Über größere Fische stülpen sie sich mit dem ganzen Körper und schlagen die Brustflossen nach unten, um sie festzuhalten.
Nachwuchs
Süßwasser-Stechrochen bringen lebende Junge zur Welt. Die Weibchen werden mit zwei bis vier Jahren geschlechtsreif. Zur Paarung, die 20 bis 30 Minuten dauern kann, legen sich die Tiere Bauch an Bauch.
zwei Pfauenaugen-Stechrochen  (Bild: SWR)
Drei Monate später gebären die Weibchen bis zu zwölf Jungtiere, die einen Durchmesser von sechs bis 17 Zentimetern haben.
Die Baby-Rochen sind schon voll entwickelt und ganz selbstständig. Man vermutet jedoch, dass sie die ersten paar Tage noch in der Nähe der Mutter verbringen, um vor Räubern geschützt zu sein.
Autorin: Barbara Kiesewetter