OLIs Wilde Welt
Ein Sugar-Glider (Bild: www.colourbox.com)

Sugar-Glider


Petaurus breviceps

Ihren Namen tragen die Sugar-Glider ("Zucker-Gleiter") zu Recht: Sie lieben süße Nahrung und können durch die Lüfte gleiten. In Deutschland werden sie Kurzkopfgleitbeutler genannt.
Aussehen
Ein Sugar-Glider nascht Joghurt vom Finger (Bild: SWR)
Sugar-Glider gehören zur Familie der Kletterbeutler. Sie sind also mit Koalas und Kängurus verwandt. Wie alle Beuteltiere besitzen die Weibchen einen Beutel am Bauch, in dem die Jungen aufwachsen.
Sie messen von der Nase bis zum Po zwölf bis 17 Zentimeter. Der buschige Schwanz wird 15 bis 20 Zentimeter lang.
Die Tiere wiegen zwischen 90 und 130 Gramm.
Typisch ist ihr runder Kopf sowie die Flughaut, die an den Körperseiten zwischen den Hand- und Fußgelenken aufgespannt ist.

Sugar-Glider (Bild: SWR)
Ihr wolliges Fell ist auf dem Rücken grau bis bläulich gefärbt, am Bauch ist es weiß bis gräulich.
Vom Kopf aus zieht sich ein dunkler breiter Längsstreifen über den ganzen Körper, außerdem verläuft je ein Streifen an den Kopfseiten von der Nase über die Augen bis zu den Ohren.

Auffällig sind die großen Augen - ein Hinweis darauf, dass die Sugar-Glider nachtaktiv sind.
Heimat
Sugar-Glider leben hauptsächlich in Australien von der Ostküste über die Provinzen Victoria, Neusüdwales und Queensland bis zu den Northern Territories. Sie kommen aber auch auf der zu Australien gehörenden Insel Tasmanien und auf Neuguinea vor. Sie besiedeln in ihrer Heimat tropische, gemäßigte und sogar kühle Klimazonen.
Lebensraum
Sugar-Glider leben vor allem in Wäldern und bewohnen dort Baumhöhlen. Sie bevorzugen Akazien- und Eukalyptuswälder, man trifft sie aber auch in Kokosnussplantagen. Wichtig ist, dass sie in ihrem Lebensraum alte Bäume finden, denn nur sie bieten den kleinen Beuteltieren genug Baumhöhlen zum Schlafen und Verstecken.
Rassen und Arten
Sugar-Glider (Bild: SWR)
Nahe Verwandte des Sugar-Gliders sind der Mittlere Gleithörnchenbeutler, der deutlich größer wird und der Große Gleithörchenbeutler, der bis zu 32 Zentimeter misst und einen bis zu 48 Zentimeter langen Schwanz hat.
Vom Sugar-Glider selbst gibt es in den verschiedenen Regionen Australiens mehrere Unter-Arten.
Lebenserwartung
Sugar-Glider können bis zu 14 Jahre alt werden.
Alltag
Zwei Sugar-Glider (Bild: SWR)
Sugar-Glider sind nachtaktive und gesellige Tiere. Männchen und Weibchen wohnen in Gruppen von bis zu zwölf Tieren zusammen.

Sie leben gemeinsam auf Futterbäumen, die sie heftig gegen fremde Eindringlinge verteidigen.
Die Mitglieder einer Gruppe erkennen sich gegenseitig am Geruch. Diesen Duft geben die Männchen aus einer bestimmten Drüse ab und "parfümieren" alle anderen Gruppenmitglieder damit.

Tagsüber schlafen die Sugar-Glider zu mehreren eng aneinander gekuschelt in ihren Baumhöhlen.
Zwei Sugar-Glider beim Klettern (Bild: SWR)
Erst gegen Abend, wenn es dämmrig wird, kommen sie aus ihren Höhlen, klettern geschickt durch die Bäume und gehen auf Nahrungssuche.
Sugar-Glider können richtige Segelflüge vollführen. Dabei strecken sie Vorder- und Hinterbeine von sich, spannen ihre Flughaut auf und gleiten so von Baum zu Baum.
Angeblich können sie sogar Strecken bis zu 70 Meter in der Luft zurücklegen, wenn der Startpunkt hoch genug ist.
Der Schwanz eines Sugar-Gliders (Bild: SWR)
Aktiv fliegen wie ein Vogel können sie jedoch nicht.
Bei ihren Gleitflügen dient ihr Schwanz als Steuer. Zur Landung wird der Schwanz dann fast senkrecht nach oben gestellt, so dass er wie die Landeklappen eines Flugzeugs wirkt und das Tier abbremst.
Wenn die Sugar-Glider sitzen, wirken sie durch ihre zusammengelegte Flughaut etwas pummelig. Im Flug dagegen sieht man, dass sie sehr elegante und schlanke Tiere sind.
Freunde und Feinde
Natürliche Feinde der Sugar-Glider sind verschiedene Echsen, Schlangen und auch Eulen. Sie alle machen Jagd auf die kleinen Beuteltiere. Aber auch Hauskatzen können den Tieren gefährlich werden.
Nachwuchs
In einer Sugar-Glider Gruppe pflanzen sich alle Weibchen fort. Bei der Paarung wickelt das Männchen das Weibchen ganz mit seiner Flughaut ein - wie in eine Decke.

Die Weibchen bringen dann nach nur zwei Wochen Tragzeit meist zwei, manchmal auch vier Junge zur Welt, die noch winzig klein sind: Sie messen nur zwei Zentimeter, sehen aus wie richtige Embryos und müssen deshalb noch mehr als zwei Monate im Beutel der Mutter bleiben und dort heranwachsen, bis sie groß genug sind, um auch außerhalb des Beutels zu überleben. Im Beutel saugen sich die noch blinden und tauben Kleinen an den Zitzen fest.

Die ersten vier Monate werden sie gesäugt, dann steigen sie auf die Nahrung der erwachsenen Tiere um. Junge Sugar-Glider werden mit etwa einem Jahr geschlechtsreif.
Sprache
Bevor sie losfliegen, lassen Sugar-Glider vor allem abends tiefe, unüberhörbare Rufe hören, die fast wie ein Stöhnen klingen. Manchmal stoßen sie auch einen lauten Schrei aus.
Ernährung
Ein Sugar-Glider frisst eine Heuschrecke (Bild: SWR)
Sugar-Glider ernähren sich vor allem von Baumsäften, süßem Obst, Blütenpollen und Nektar.
Daher haben sie auch ihren Namen: "Sugar" ist englisch und bedeutet ins Deutsche übersetzt "Zucker".
Sie sind aber keine reinen Vegetarier, sondern machen sich auch über Insekten und sogar kleine Nagetiere her.
Haltung
Sugar-Glider in seinem Schlafhaus (Bild: SWR)
Sugar-Glider sind niedlich - doch als Haustiere sind sie nicht geeignet, weil sie nachtaktiv sind und den ganzen Tag über schlafen.

Außerdem brauchen sie einen relativ großen Käfig mit einer Grundfläche von etwa zwei Quadratmetern und zwei Metern Höhe. Nur dann kann man den Käfig mit vielen Kletterästen und mehreren Schlafhäusern so einrichten, dass sich die Tiere wohl fühlen.

Außerdem darf man immer nur mehrere Tiere zusammen halten: Wenn sie alleine leben, werden Sugar-Glider krank.
Pflegeplan
In Gefangenschaft werden die Sugar-Gleiter mit Obst und Insekten wie Heuschrecken oder Heimchen gefüttert.