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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Sugar-Glider

Alltag
Zwei Sugar-Glider (Bild: SWR)
Sugar-Glider sind nachtaktive und gesellige Tiere. Männchen und Weibchen wohnen in Gruppen von bis zu zwölf Tieren zusammen.

Sie leben gemeinsam auf Futterbäumen, die sie heftig gegen fremde Eindringlinge verteidigen.
Die Mitglieder einer Gruppe erkennen sich gegenseitig am Geruch. Diesen Duft geben die Männchen aus einer bestimmten Drüse ab und "parfümieren" alle anderen Gruppenmitglieder damit.

Tagsüber schlafen die Sugar-Glider zu mehreren eng aneinander gekuschelt in ihren Baumhöhlen.
Zwei Sugar-Glider beim Klettern (Bild: SWR)
Erst gegen Abend, wenn es dämmrig wird, kommen sie aus ihren Höhlen, klettern geschickt durch die Bäume und gehen auf Nahrungssuche.
Sugar-Glider können richtige Segelflüge vollführen. Dabei strecken sie Vorder- und Hinterbeine von sich, spannen ihre Flughaut auf und gleiten so von Baum zu Baum.
Angeblich können sie sogar Strecken bis zu 70 Meter in der Luft zurücklegen, wenn der Startpunkt hoch genug ist.
Der Schwanz eines Sugar-Gliders (Bild: SWR)
Aktiv fliegen wie ein Vogel können sie jedoch nicht.
Bei ihren Gleitflügen dient ihr Schwanz als Steuer. Zur Landung wird der Schwanz dann fast senkrecht nach oben gestellt, so dass er wie die Landeklappen eines Flugzeugs wirkt und das Tier abbremst.
Wenn die Sugar-Glider sitzen, wirken sie durch ihre zusammengelegte Flughaut etwas pummelig. Im Flug dagegen sieht man, dass sie sehr elegante und schlanke Tiere sind.
Freunde und Feinde
Natürliche Feinde der Sugar-Glider sind verschiedene Echsen, Schlangen und auch Eulen. Sie alle machen Jagd auf die kleinen Beuteltiere. Aber auch Hauskatzen können den Tieren gefährlich werden.
Nachwuchs
In einer Sugar-Glider Gruppe pflanzen sich alle Weibchen fort. Bei der Paarung wickelt das Männchen das Weibchen ganz mit seiner Flughaut ein - wie in eine Decke.

Die Weibchen bringen dann nach nur zwei Wochen Tragzeit meist zwei, manchmal auch vier Junge zur Welt, die noch winzig klein sind: Sie messen nur zwei Zentimeter, sehen aus wie richtige Embryos und müssen deshalb noch mehr als zwei Monate im Beutel der Mutter bleiben und dort heranwachsen, bis sie groß genug sind, um auch außerhalb des Beutels zu überleben. Im Beutel saugen sich die noch blinden und tauben Kleinen an den Zitzen fest.

Die ersten vier Monate werden sie gesäugt, dann steigen sie auf die Nahrung der erwachsenen Tiere um. Junge Sugar-Glider werden mit etwa einem Jahr geschlechtsreif.
Sprache
Bevor sie losfliegen, lassen Sugar-Glider vor allem abends tiefe, unüberhörbare Rufe hören, die fast wie ein Stöhnen klingen. Manchmal stoßen sie auch einen lauten Schrei aus.
Autorin: Barbara Kiesewetter