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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Tapir

Tapire sind mit den Nashörnern und den Pferden verwandt. Bei Tapiren sind Oberlippe und Nase miteinander verwachsen.
Tapir-Nachwuchs (Bild: picture alliance / dpa)

Tapiridae

Sie sind so genannte lebende Fossilien: Die Vorfahren der Tapire streiften schon vor rund 50 Millionen Jahre durch die Urwälder. Sie sahen nicht viel anders aus als ihre heute lebenden Verwandten.
Aussehen
Flachlandtapir (Bild: SWR)Von weitem sehen Tapire ein bisschen wie große Wildschweine aus. Allerdings sind sie viel näher mit Nashörnern und Pferden verwandt. Alle drei Tiergruppen gehören nämlich zu den Unpaarhufern.

Tapire sind kräftige Vierbeiner. Sie können, je nach Art, bis zu zwei Meter lang, bis zu 1,20 Meter hoch und 150 bis 375 Kilogramm schwer werden. Der kleinste Tapir ist der Bergtapir, der größte der Schabrackentapir, der in Asien lebt.
Ein Flachlandtapir streckt seine Nase Richtung Kamera (Bild: SWR)Alle Tapire haben einen kräftigen Körper und relativ kurze Beine.

Typisches Kennzeichen der Tiere sind die zu einem kleinen Rüssel verwachsene Oberlippe und Nase. Mit dem Rüssel können sie erstaunlich gut Blätter und Zweige greifen und abrupfen. Der Rüssel ist außerdem mit feinen Tastborsten besetzt.
Flachlandtapir (Bild: SWR)Der Kopf der Tiere ist im Verhältnis zum Körper lang und schlank.
Ihre Haut ist dick und zäh, so dass sie im dichten Unterholz gut vor stacheligem Gestrüpp geschützt sind.

Bei den Tapiren werden die Weibchen meistens etwas größer als ihre männlichen Artgenossen.
Heimat
Vor vielen Millionen Jahren waren Tapire über ganz Amerika und Eurasien verbreitet. Das beweisen Fossilien, die Forscher gefunden haben. Heute gibt es Tapire nur noch in Mittel- und Südamerika sowie in Südostasien.
Lebensraum
Ein Flachlandtapir läuft über eine Wiese und leckt dabei mit seiner Zunge über seine Schnauze (Bild: SWR)Tapire sind Waldbewohner.
Sie leben in den dichten Urwäldern von Mittel- und Südamerika sowie im Dschungel von Süd-Thailand, auf der Malaiischen Halbinsel und auf der indonesischen Insel Sumatra.
Tapire leben immer in der Nähe von Gewässern.
Rassen und Arten
Einst lebten auf der Welt viele Tapir-Arten. Heute gibt es nur noch vier von ihnen: Der Mittelamerikanische Tapir ist der größte Tapir Amerikas und kommt vom äußersten Süden Mexikos bis in die Küstenregionen Kolumbiens und Ecuadors vor. Er wird bis zu 250 Kilogramm schwer. Sein kurzes Fell ist grau, nur die untere Hälfte des Gesichts und die Brust sind weiß gefärbt.
Der Bergtapir lebt in den Anden von Kolumbien, Peru und Ecuador. Weil er die hohen, kühlen Bergregionen bewohnt, hat er als einzige Tapir-Art ein dichtes, wolliges Fell, das ihn vor Kälte und Sonnenstrahlen schützt. Sein Körper ist dunkelgrau bis dunkelbraun, nur die Lippen und die Ohrspitzen sind weiß.
Ein Flachlandtapir auf einer Wiese (Bild: SWR)Der Flachlandtapir besiedelt das Amazonasbecken von Brasilien, Kolumbien und Venezuela. Er ist grau und hat einen Haarkamm, der sich von den Ohren bis zu den Schultern zieht.
Der einzige asiatische Verwandte der Tapire ist der Schabrackentapir. Er ist der größte Tapir, wird bis zu 375 Kilogramm schwer und besitzt ein besonderes Muster: Während Kopf, Vorderkörper und Hinterbeine schwarz sind, ist die Körpermitte weiß bis silbergrau gefärbt.
Daher stammt auch der Name Schabrackentapir: Schabracke kommt aus der türkischen Sprache und bedeutet Satteldecke. Mit seiner Zeichnung ist er im Urwald perfekt getarnt.
Lebenserwartung
Tapire können in freier Wildbahn bis zu 30 Jahre alt werden, in Gefangenschaft bis zu 35 Jahre.
Autorin: Barbara Kiesewetter