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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Tapir

Alltag
Ein junges Flachlandtapir (Bild: SWR)Tapire sind nur in den frühen Morgenstunden und nach Sonnenuntergang aktiv. Nachts schlafen sie ein paar Stunden und am Tag ruhen sie sich dann ausgiebig aus.
Sie sind ungesellige Tiere, die meist alleine durch die Wälder ziehen. Männchen und Weibchen kommen zur Paarungszeit zusammen.
Tapir (Bild: SWR)Außerhalb dieser Zeit bilden sich manchmal kleine Gruppen von zwei bis vier Tieren. Wie eng die Beziehung zwischen den Tieren ist, ist nicht bekannt. Meist gehen sie nach kurzer Zeit wieder getrennte Wege.
Der Tapir ist ein scheuer Zeitgenosse. Nähert sich Gefahr, bleibt er reglos im Dickicht des Urwalds stehen. Dort ist er auch gut getarnt. Wenn er aber Panik bekommt, rennt er blindlings durch den Wald. Dabei rennt er alles um, was sich ihm in den Weg stellt.
Hufe eines Flachlandtapirs, die aus gespreizten Zehen bestehen (Bild: SWR)Tapire benutzen im Urwald immer die gleichen Wege, so dass sich mit der Zeit richtige Trampelpfade bilden. So kommen Tapire im dichten Unterholz sehr schnell vorwärts.

Alle Tapire sind gute Schwimmer und lieben es, in den Flüssen zu baden oder ein ordentliches Schlammbad zu nehmen.
Freunde und Feinde
Pumas, Jaguare und Bären sind Feinde der Tapire. Krokodile und Anakondas machen vor allem auf junge Tapire Jagd. Der größte Feind der Tiere ist aber der Mensch: Tapire wurden vor allem früher wegen ihres Fleischs und ihrer Haut gejagt.

Außerdem wird durch die Abholzung der Regenwälder ihr Lebensraum immer kleiner. Deshalb sind heute alle vier Tapir-Arten bedroht.
Nachwuchs
Ein junges und ein erwachsenes Flachlandtapir (Bild: SWR)Tapire haben eine lange Tragzeit: Erst 390 bis 400 Tage nach der Paarung bringt ein Weibchen jeweils ein einziges Junges zur Welt.
Die Tapir-Babys der vier Arten sehen alle gleich aus: Ihr Fell ist dunkelbraun mit hellbraunen bis weißen Längsstreifen.
Ein junges Flachlandtapir mit seinen typisch gestreiften Fell (Bild: SWR)Diese Streifen sind manchmal zu Flecken aufgelöst oder sehen wie eine gestrichelte Linie aus.
Wenn die Jungen etwa vier bis sechs Monate alt sind, verlieren sie ihre Streifen und bekommen die Fellfarbe der erwachsenen Tiere.
Im Alter von zwei bis drei Jahren werden sie geschlechtsreif.
Sprache
Tapire verständigen sich untereinander mit Pfiffen. Sie unterscheiden sich in Lautstärke, Tonhöhe und Länge. Der Mittelamerikanische Tapir kann außerdem laut mit der Zunge schnalzen und Grunzlaute von sich geben.
Autorin: Barbara Kiesewetter