SWR Kindernetz
ProgrammvorschauPodcast

Tierlexikon für Kinder - Archiv

Uhu

Alltag
Uhu (Bild: SWR)Uhus üben seit jeher auf Menschen eine ganz besondere Faszination aus: Mit ihren großen, nach vorn gerichteten Augen erinnert das Gesicht eines Uhus etwas an das des Menschen.
Außerdem gelten sie als besonders weise und klug. Und dass sie noch heute die Menschen faszinieren, zeigen auch die Zauber-Eulen in den Harry-Potter Büchern.
Uhus sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Gegen Abend beginnen sie zu jagen.

Auge eines Uhus (Bild: SWR)Uhus sind perfekt auf ein Leben in der Dämmerung und in der Nacht eingerichtet. Sie haben Augen mit besonders großen Linsen, die auch noch geringste Lichtmengen optisch verstärken können.

Außerdem besitzt ihre Netzhaut viel mehr Sensoren als das menschliche Auge. Aus diesem Grund können sie besonders gut Hell-Dunkel sehen.
Allerdings können Uhus dafür nicht so gut Farben wahrnehmen wie andere Vögel.
Ein krächzender Uhu (Bild: SWR)Den Tag verbringen Uhus gut versteckt. Sie sitzen nah an einem Baumstamm oder unter einem Felsen verborgen.

Werden sie dort überrascht, schlagen sie Feinde mit einem raffinierten Trick in die Flucht: Sie reißen die Augen weit auf, sträuben das Gefieder, spreizen die Flügel und drehen sie nach vorn.

Offener Schnabel eines Uhus (Bild: SWR)Dabei fauchen sie und klappern mit dem Schnabel. Und weil Uhus so groß sind, sehen sie bei dieser Drohgeste wirklich furchterregend aus: Fuchs oder Habicht erschrecken so sehr, dass der Uhu genügend Zeit hat, um zu fliehen.
Uhus leben in festen Revieren, wo man sie immer wieder beobachten kann. Dieses Revier teilen sie sich mit ihrem Partner, mit dem sie ein Leben lang zusammen bleiben.
Ein Uhu mit offenem Schnabel (Bild: SWR)Trotzdem sind Uhus richtige Einzelgänger: Das Paar lebt zwar im gleichen Territorium, aber meist jagen und schlafen sie getrennt.
Erst zu Jahresbeginn, wenn die Paarungszeit im Februar naht, ändert sich das. Mit seinem typischen Balzruf "Buoh-buoh-buoh" zeigt der Uhu-Mann seinen Rivalen, dass sein Revier besetzt ist.
Gleichzeitig lockt der damit seine Partnerin an, die mit einem leisen Hu-hu antwortet.
Freunde und Feinde
Der größte Feind der Uhus ist der Mensch: Lange Zeit wurden die prächtigen Vögel gejagt, weil die Jäger glaubten, dass die Uhus ihnen Hasen, Rebhühner und Fasane streitig machten.
Eine weitere Gefahr sind die Drähte der Hochspannungsmasten, in denen Uhus immer wieder verunglücken.
Heute stehen Uhus unter Schutz und es wird sogar versucht, sie wieder anzusiedeln. Natürliche Feinde sind Fuchs und Habicht.
Jagd
Ein Uhu mit ausgebreiteten Flügeln (Bild: SWR)Jagende Uhus sitzen ruhig auf Felsen oder Ästen und lauern auf jede Bewegung und jedes Geräusch in ihrer Umgebung.

Haben sie ein Beutetier erspäht, gleiten sie blitzschnell und lautlos darauf zu, ergreifen die Beute mit ihren Greiffüßen, die etwa die Spannweite einer Menschenhand haben, tragen sie zu einem erhöhten Platz und töten und fressen sie dort.
Nachwuchs
Ab Mitte März bis Mitte April legt das Uhu-Weibchen im Lauf von zwei bis vier Tagen meist zwei bis drei, manchmal auch bis zu fünf etwa 75 Gramm schwere Eier.
Uhus bauen keine Nester, sondern legen ihre Eier in Felsnischen und Höhlen. Leben sie in Wäldern, legen sie ihre Eier aber manchmal auch zwischen Baumwurzeln in Erdmulden ab. Haben sie eine geeignete Bruthöhle gefunden, nutzen sie sie meist jedes Jahr wieder als Kinderstube.
Das Weibchen brütet fünf Wochen lang alleine die Eier aus. In dieser Zeit wird es vom Männchen mit Futter versorgt.

Sind die Jungen schließlich geschlüpft, bringt das Männchen weiter Futter, das vom Weibchen mit dem Schnabel in kleine Stückchen zerhackt und an die Jungen verfüttert wird.

Uhu-Küken (Bild: SWR)Frisch geschlüpfte Uhus sind völlig hilflos: Die kugeligen Küken sind blind und tragen zunächst ein flaumiges, grauweißes Dunenkleid, das später bräunlich-gelb wird.
Etwa eine Woche nach dem Schlüpfen öffnen sie die Augen, und nach etwa drei Wochen krabbeln sie rund um den Horst herum.
Mit sechs bis sieben Wochen turnen sie schließlich zu Fuß durchs Unterholz und erkunden die Umgebung.
6 Wochen altes Uhu-Küken (Bild: SWR)Mit neun bis zehn Wochen sind sie flügge und begleiten ihre Eltern bei der Jagd.
Bis zum Herbst lernen sie von ihren Eltern, was ein Uhu zum Überleben braucht. Erst dann sind sie selbstständig und verlassen das Eltern-Paar.

In den ersten zwei bis drei Lebensjahren kommen junge Uhus weit herum, bis sie schließlich geschlechtsreif werden, sich ein eigenes Revier suchen und genau wie ihre Eltern sesshaft werden.
Sprache
Außer den typischen Uhu-Rufen können die Uhus noch glucksende, krächzende sowie kichernde Geräusche von sich geben.
Autorin: Barbara Kiesewetter