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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Unke

Alltag
Gelbbauchunke sonnt sich im flachen Wasser (Bild: SWR)
Anders als Kröten, die nur zur Fortpflanzung ins Wasser gehen, leben Unken in der Zeit von April bis September fast ausschließlich in Tümpeln und kleinen Seen.
Sie sind tagaktiv und hängen meist mit ausgestreckten Hinterbeinen, Augen und Nase über Wasser, in ihrem von der Sonne beschienenen Teich. Das sieht ziemlich entspannt und lässig aus.
Gelbbauchunken bleiben meist nicht in einem Gewässer, sondern wandern zwischen verschiedenen Tümpeln hin und her.

Vor allem Jungtiere sind richtige Wanderer: Sie ziehen bis zu 3000 Meter weit, um einen geeigneten Lebensraum zu finden. Erwachsene Tiere wandern dagegen kaum mehr als 60 oder 100 Meter bis zur nächsten Wasserstelle.
Bei Gefahr dreht sich die Gelbbauchunke auf den Rücken (Bild: SWR)
Typisch für die Gelbbauchunke ist ihre Reaktion bei Gefahr: Es ist die so genannte Schreckstellung.

Dabei liegt die Unke regungslos auf dem Bauch und biegt Vorder- und Hinterbeine nach oben, so dass die leuchtend- bunte Färbung sichtbar wird.
Manchmal legt sie sich auch auf den Rücken und zeigt ihren gelb-schwarzen Bauch.

Diese Färbung soll Feinde warnen und fern halten, denn die Unken sondern bei Gefahr ein giftiges Sekret ab, das die Schleimhäute reizt.

Im Winter verstecken sich die Gelbbauchunken in der Erde unter Steinen oder Wurzeln. Dort überdauern sie von Ende September bis Ende April die kalte Jahreszeit.
Freunde und Feinde
Molche, Ringelnattern und Libellenlarven machen sich gerne über den Nachwuchs der Gelbbauchunken her und fressen die Kaulquappen. Auch Fische haben Appetit auf Unken-Kaulquappen. Deshalb können Unken nur in Gewässern ohne Fische überleben. Erwachsenen Unken werden vor allem Ringelnattern und Molche gefährlich
Nachwuchs
Gelbbauchunke bei der Paarung (Bild: SWR)
Paarungszeit ist bei den Gelbbauchunken von Ende April und Anfang Mai bis Mitte Juli. In dieser Zeit legen die Weibchen mehrmals Eier ab.
Die Gelbbauchunken-Männchen sitzen in ihren Tümpeln und versuchen, mit ihren Rufen paarungsbereite Weibchen anzulocken. Gleichzeitig halten sie mit ihren Unkenrufen andere Männchen fern und sagen: Halt, das ist mein Revier.

Bei der Paarung halten die Männchen die Weibchen fest umklammert.
Anschließend legen die Weibchen ihre Eier in kleinen runden Paketen ab. Die Eipakete - jedes enthält etwa 100 Eier - werden vom Weibchen entweder an die Stängel von Wasserpflanzen geklebt, oder sie sinken auf den Boden des Gewässers.
Unke mit Kaulquappe (links unten im Bild) (Bild: SWR)
Aus ihnen schlüpfen nach acht Tagen die Kaulquappen. Sie sind überraschend groß: Beim Schlüpfen messen sie eineinhalb Zentimeter und werden während ihrer Entwicklung bis zu fünf Zentimeter lang. Sie sind graubraun gefärbt und tragen dunkle Flecken.

Bei günstigen Bedingungen können sie sich innerhalb eines Monats zu kleinen Unken entwickeln. Diese schnelle Entwicklung ist wichtig, weil Unken in kleinen Gewässern leben, die im Lauf des Sommers austrocknen können.

Nur wenn die Kaulquappen bis dahin zu kleinen Unken geworden sind, können sie über Land wandern und sich ein neues Gewässer als Zuhause suchen.

Nach zwei Jahren sind die Jungen geschlechtsreif.
Sprache
Berühmt sind die sprichwörtlichen "Unkenrufe": Die Gelbbauchunken lassen ein leises, dumpfes "uh-uh-uh-uh" hören, das nicht annähernd so laut ist wie das Gequake der Frösche. Nach einer winzigen Pause wiederholen sie diesen Ruf bis zu 40 Mal in der Minute. Und weil ihre Rufe etwas unheimlich klingen, wurden die Unkenrufe zum Symbol für Warnungen und düstere Vorraussagen.
Autorin: Barbara Kiesewetter